Zitat von Blind-Meg: Er dreht das Handy nicht absichtlich weg, aber benutzt es schon oft so, dass ich es nicht sehen kann. Wenn man hier so liest, sind das ja schon schlimme Alarmsignale. Er macht das aber von Anfang an so, es gibt kein plötzliches Geheimnis, was vorher keins war.
Nein, das sind keine Alarmsignale.
Du schreibst selbst: Es war von Anfang an so und es passt in euren Beziehungsrahmen.
Problematisch sind plötzlich auftretende Verhaltensänderungen, die in einem Kontext stehen. Bei meiner Ex war es auch nicht nur der neue PIN. Das alleine würde mich heute auch nicht in die Trennung treiben (aber in ein ernsthaftes Beziehungsgespräch).
Zitat von Blind-Meg: Ich selbst handhabe das auch anders, aber ich kann doch nicht von ihm jetzt erwarten, dass er sein Verhalten, was er hat, seit es Handys gibt, für mich ändert, nur weil ich selber andere Gewohnheiten habe?!
Du kannst alles von deinem Partner erwarten was du willst.
Ob er das macht ist eine andere Frage....
Zitat von Blind-Meg: Und das Problem, dass man sich selbst am Vertrauen hindert, indem man schaut, bleibt halt trotzdem bestehen, egal in welcher Konstellation, ob der Partner damit ein Problem hat oder nicht. Wer schaut, braucht kein Vertrauen mehr (und hat folglich auch keines mehr) und wer vertraut, braucht nicht zu schauen.
Also mir hatte damals das wissen, dass ich im Zweifel nachschauen kann, schon geholfen. Meiner Ex auf jeden Fall auch.
Das ich zum Ende hin das nicht mehr konnte hatte mich schon gestört, ich habe es nur (leider) nicht kommuniziert (da Angst vor der Reaktion).
Zitat von StrahlendeSonne: Was bezweckt denn eigentlich die Kontrolle?
Andersherum gefragt: Was bezweckt die Kontrolle des Zugangs deines Partners zu deinem Handy?
😁 Es ist schlicht ein Problem der Perspektive bzw. ein Henne-Ei.
Mein Gedankengang: Ich teile mit einer Partnerin mein Leben.
Ich steige mit ihr ins Bett und vertraue darauf, dass sie mich nicht mit Geschlechtskrankheiten ansteckt.
Ich vertraue ihr meine persönlichen Probleme und meine Lebensgeschichte (auch die Fehler) an und vertraue darauf, dass sie diese nicht weitererzählt (oder zumindest nicht öffentlich verbreitet).
Ich vertraue ihr (nach einiger Zeit) einen Zweitschlüssel für meine Wohnung an und vertraue darauf, dass sie mich nicht ausraubt.
Irgendwann könnte ich mit ihr zusammen Eigentum erwerben und/oder Kinder bekommen. Dann stecke ich unglaublich viel blindes Vertrauen in sie, nämlich dass sie mich nicht verlässt oder zumindest sich stets fair mir gegenüber verhalten wird.
Warum sollte ich jetzt beim Handy eine Grenze ziehen?
Wenn sie einen konkreten Verdacht hat soll sie halt reinschauen und dann mit mir reden. Die gefundenen Inhalte wird sie größtenteils kennen und mit dem Rest wird sie vertrauensvoll umgehen.
Der Zweck ist dem (unsicheren) Partner die Illusion der Sicherheit zu geben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Zitat von StrahlendeSonne: Das Bauchgefühl hat angeschlagen und man möchte Beweise haben, um dann sagen zu können, das Bauchgefühl hatte Recht.
Warum nicht auf sich und das Bauchgefühl gleich vertrauen?
Weil das Bauchgefühl häufiger mal anschlägt und deswegen als einziger Entscheidungsfaktior zu unsicher ist?
Ich kann nur für mich und mein Umfeld sprechen, aber dort hat sich jeder (einschließlich mir) schon mal geirrt und bei einer Sache ein schlechtes Gefühl gehabt (in unterschiedlicher Intensität).
Dein Bauchgefühl ist erstmal nur eine körperliche Manifestation deiner eigenen Unsicherheit.