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Scheidung steht an - könnte recht unschön werden -

Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Lass Dich nicht über den Tisch ziehen. Ich habe gute Etfahrungen mit der notariellen Scheidungsfolgenvereinbarung gemacht. Aber das muss halt auf Augenhöhe laufen.

17.09.2019 20:41 • x 1 #16


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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Nö, ich bin gar nicht toll. Ich hab Tage, an denen ich so müde bin dass ich nach der Arbeit ins Bett gehen könnte. Denn anders als der Baldige sitze ich nicht im Büro sondern arbeite in einer Töpferei. Und dass ist nur halb so romantisch als es klingt. Das ist 8 h am Tag Ton recyceln, an der Stanzmaschine stehen, glasieren oder Keramiken wischen, abdrehen oder Öfen setzen. Wenn ich zuhause bin, bereite ich für meinen anderen Job Unterricht vor oder male für Auftragsarbeiten oder an Bildern für mich. Wenn ich ein Kunstevent am WE hatte wie jetzt fällt das WE halt ganz weg.
Aber ich hab eine klasse Chefin und tolle Kollegen- wie eine Familie.
Oft bin ich zu müde zum Haushalt machen.
Und meine Schwester hat Krebs weswegen ich zweimal in der Woche bei ihr bin und ihre Wäsche mitnehme etc.
Bei mir schauts grad aus wie bei Hempels unterm Sofa.
Ich esse manchmal tagelang Butterbrezen von der Tankstelle weil die am Weg zur Arbeit liegt.
Und ich hab Augenringe bis zum Kinn und Zuppelhaare.
Ich komm mir manchmal vor wie der Krisenfall des Jahrtausends.
Ich hab den Sommer über dauernd geheult. Oder das Sofa gehütet wenn ich frei hatte.
Ich vermisse meine Kinder.
Ich kann oft vor Angst nicht schlafen.
Ich hab oft keine Lust mehr.
Aber ich bin so fest entschlossen mich da durchzubeißen.
Ich glaube dazu tun mir eure Geschichten gut- einfach das Gefühl nicht alleine zu sein.

Was ist die notarielle Scheidungsfolgenvereinbarung genau?

17.09.2019 21:03 • x 3 #17


mauerblume

mauerblume


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Meine Liebe, lass Dich mal drücken. Uff. Ja, da bist Du in der Tat nicht alleine. Ich hab in den ersten Monaten nach der Trennung ein derartiges Schlafdefizit aufgehäuft, dass ich es kaum mehr verantworten konnte, mich ans Steuer zu setzen. Eines Abends kam ich heim, bin rein in die Wohnung, KLingel abgestellt, Schuhe und Hose ausgezogen, ins Bett geplumpst und stundenlang wie ein Stein geschlafen. Hatte Angst vor dem Nichteinschlafenkönnen, daher bis in die Puppen wach gewesen. Chronische Kopfschmerzen gehabt, Einfach nur noch geschaut, dass ich überhaupt was esse und irgendwie meinen beruflichen Alltag geregelt bekomme. Wie ich unter diesen Umständen meine Weiterbildung fertig bekam, ich weiß es kaum mehr. Im Garten siehts auch aus wie bei Hempels. Aber immerhin hab ich das Haus aufgeräumt und mir die Wohnung schön hergerichtet. Gönn Dir doch mal einen Friseurtermin! Das tut so gut! Du bist auf einem guten Weg. Du lässt Dich nicht einschüchtern, super. Hat mein Männe auch probiert. Der kennt mich ja so nicht, sondern nur als nette Person. Ich mach 3 Kreuze, wenn das alles rum ist. Eine Scheidungsfolgenvereinbarung ist ein Schriftsatz, der vom Notar erstellt wird und der eben alle Punkte regelt, Vermögensausgleich, etc. Wenn man das anstrebt, muss man sich aber einig sein.

17.09.2019 21:36 • x 2 #18


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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Getrennt bin ich von dem Esel schon länger- jetzt kommt halt der ganze Ratz nach.

Ok- das mit der notariellen Vereinbarung mach ich schon mal nicht. Einig sind wir uns ja nicht.

Und Hut ab für die Weiterbildung!
Und für alles was du in deiner Wohnung geschafft hast.
Da merkt man doch erst wie stark man sein kann.

17.09.2019 21:42 • x 1 #19


Abendrot


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Zitat von hatdazugelernt:
Nö, ich bin gar nicht toll. Ich hab Tage, an denen ich so müde bin dass ich nach der Arbeit ins Bett gehen könnt

Du wunderst Dich , dass Du müde bist ? Dann lies mal bitte Deine eigenen Worte , als wärst Du eine Aussenstehende :

Zitat von hatdazugelernt:
arbeite in einer Töpferei. Und dass ist nur halb so romantisch als es klingt. Das ist 8 h am Tag Ton recyceln, an der Stanzmaschine stehen, glasieren oder Keramiken wischen, abdrehen oder Öfen setzen. Wenn ich zuhause bin, bereite ich für meinen anderen Job Unterricht vor oder male für Auftragsarbeiten oder an Bildern für mich. Wenn ich ein Kunstevent am WE hatte wie jetzt fällt das WE halt ganz weg.


Das ist schon volles Programm .

Zitat von hatdazugelernt:
Und meine Schwester hat Krebs weswegen ich zweimal in der Woche bei ihr bin und ihre Wäsche mitnehme etc.


Nur mit so einem Erlebnis , sind die meisten Menschen überfordert . Das kleine etc , welches Du angehängt hast , ist in Wirklichkeit eine riesige emotionale Aufgabe , die auf Deinen Schultern lastet .
Dann die Scheidung und Du sagst , Du bist nicht toll ?

Hab eher Angst , dass Du Dich überforderst .

Zitat von hatdazugelernt:
Bei mir schauts grad aus wie bei Hempels unterm Sofa.

Egal , da kannst Du gelassener werden .

Deine Haare , Deine Augenringe
Da mussste ich ein bischen lachen , dachte Du beschreibst mich .

War seit 8 Jahren nicht mehr beim Frisör , kanns mir nicht leisten und hab mir gestern , weil ich so geschwitzt habe , den Pony ohne Spiegel geschnitten .
Jetzt stehen da nur noch ein paar Stummelhäärchen .
Na . mit dem liebevollen Spott meiner Freunde kann ich leben .
Deine Haare sehen bestimmt besser aus , ich trage diese Verunstaltung mit Würde und einem Lachen im Gesicht - sie wachsen ja wieder .

Krisenfall des Jahrtausends :

Bist Du nicht , lern mein Leben kennen , dann sind wir schon zu zweit und andere werden sich mit Sicherheit noch dazugesellen . Wenn nicht kann ich noch auf gute Freunde zurückgreifen , so als Krisenfälle .


Und du bist nicht toll , nicht stark ?
Aber Du überforderst Dich , schaffe Dir einen Raum , in dem Du die Probleme loslässt und Dir gutes tust`
Lass Dich umarmen , virtuell ist das doch in Ordnung , damit komme ich Dir doch nicht zu nahe ?
Bald gerne mehr ,wenn Du möchtest .

17.09.2019 21:57 • x 3 #20


Benita

Benita


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Ich habe das auch durch, Haus, Rentenpunkte verrechnen, usw.
Lasse dich nicht unter Druck setzen, sofern das Haus in der Ehe angeschafft wurde und ihr beide zu gleichen Anteilen im Grundbuch steht, gehört es euch beiden und der Gewinn wird geteilt, selbst wenn du wegen der Kids gar nicht gearbeitet hättest.
Es zeigt sich immer wieder, wenn die Beziehung vorbei ist und es dann um materielles/finanzielles geht, wird darum gestritten. Um nicht zuviele Verluste zu machen wäre es ratsam das Haus vor der Scheidung zu verkaufen, damit es später evtl. nicht mehr zum Streitwert gezählt werden kann, dann wird die Scheidung entsprechend teurer.
Vielleicht könnt ihr euch gütlich über einen Mediator einig werden ?

Gönne dir mal einen Wellnesstag, lasse mal deine Seele baumeln und nehme dir die Zeit um dich aufzuhübschen, es hilft etwas sich zumindest äußerlich besser zu fühlen.

17.09.2019 22:14 • x 1 #21


hatdazugelernt

hatdazugelernt


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Das ist genau die Frage- gütlich einigen oder nicht. Für ihn sieht gütlich einigen so aus dass seine Interessen gewahrt werden.
Und sein Job ist es beruflicherseits ua finanzielle Deals auszuhandeln- da ist er wirklich sehr sehr gut drin.
Wenn der etwas durchboxen will dann versucht er alles. Ich musste beim Hauskauf eine rauchen gehen, weil mir schon der Schweiß vor Scham und Unbehagen ausbrach. Und das war eine Witwe nach Schicksalsschlag die ihr geliebtes Häuschen verkaufen wollte. Frag nicht, die hat schon mal nicht den Deal des Jahres gemacht.
Nö- eher nicht Mediator, sondern Anwalt. Mein Ziel wäre es einen Anwalt zu finden der ihm einen Deal in meinem Sinne vorschlägt

@Abendrot - ich bin auch Selbsthaarschnippler- grässliches Ergebnis...

Danke für deine Worte.

17.09.2019 22:36 • x 2 #22


Solskinn2015

Solskinn2015


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Hausverkauf: Bitte prüfen ob Spekulationsgewinn anfällt (10 Jahresfrist) etc. Vorfälligkeitsentschädigung bei Darlehen beachten.

Rentenpunkte: Machen die Richter eigentlich sehr eigenständig. Bei mir hat die Richterin nach einem Wechsel des Amtsgericht im übrigen sehr proaktiv zu Gunsten meinerseits entschieden. Meine EXE hatte viele kleine private Altersvorsorgepolicen. Bei kleinen Dingen wird manchmal gesagt: Bagatelle bleibt außen vor. Bei Gericht A hätte die Richterin das so angesetzt. Bei Gericht B hatte die Richterin gesagt: Kleinvieh macht auch Mist. Wenn ich alles aufrechne komme ich auf die private Vorsorge des Gatten. Wir machen da gar nichts. Damit hatte EXE nicht gerechnet.

17.09.2019 22:49 • x 3 #23


Fanta1

Fanta1


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Zitat von hatdazugelernt:
Das ist genau die Frage- gütlich einigen oder nicht. Für ihn sieht gütlich einigen so aus dass seine Interessen gewahrt werden.


Ja , den Eindruck habe ich auch sehr stark. Alleine schon seine Aussage, dass ja 1/3 für dich mehr als fair wäre- warum bitteschön soll das mehr als fair sein ? Die Rechtsprechung sieht da eine andere Regelung vor und er will diese hier bewusst aushebeln. Er weiß schon warum er da gerade so einen Druck auf dich ausübt. Wenn er sich sicher wäre, vor Gericht seine Interessen durchsetzen zu können, dann würde er doch nicht so vehement auf einen außergerichtlichen Deal mit dir drängen.

Ich kann dir nur aufs Dringenste empfehlen, den Job deinem Anwalt zu überlassen und über die finanziellen Dinge gar nicht mehr mit ihm persönlich zu kommunizieren. Sag ihm einfach, du hast da im Moment keine Nerven zu wegen deiner persönlichen Situation und möchtest lieber, dass die Anwälte das unter sich regeln. So wie ich die Lage einschätze, wird es ohnehin auf eine Urteilssprechung hinausaufen, da dein Ex niemals freiwillig das rausrücken wird, was er per Gesetz müsste. So war es bei mir auch und genau wie bei dir hatte ich auch so ein Ex-Exemplar, bei dem man sich regelmäßig fremdschämen musste, wenn der irgendwelche " Deals" eingetütet hat, weil er wirklich das Maximale für sich rausgeholt hat. Völlig skrupellos. Und solche Leute ändern sich ja nicht plötzlich, wenn es um die ganz große Kohle bei einer Scheidung geht. Der wird alle Register ziehen wollen, um möglichst billig da rauszukommen. Daher wirst du bei einem Deal an euren Anwälten vorbei die große Verliererin sein.

Mein Anwalt sagte mir damals, dass die meisten Frauen auf solche unsäglichen Vorschläge ihrer Ex-Männer eingehen, einfach nur um Ruhe haben zu wollen. Weil sie nicht die Nerven haben, das durchzustehen. Was du durchstehen musst ist folgendes: es werden Schreiben der Anwälte hin und her gehen, du wirst vom Anwalt des Ex Schreiben bekommen, dass du fast einen Herzriss bekommst. Unverschämte Unterstellungen waren dabei, peinlich lächerliche Abfindungsangebote, persönliche Angriffe, bei denen du als gierige Abzocke-Frau dargestellt wirst und der Ex als der hart arbeitende, stets für seine Familie sorgende Familienernährer, der nun von der bösen Ex gemolken werden soll. Dann kamen Jammer-Schreiben, dass es vollkommen unverständlich wäre warum ich auf die äußerst fairen Angebote des Ex nicht eingehen wolle und dass man ja daran sehe, dass ich gierig wäre. Zudem mitleidserregende Aussagen, dass der Ex nun bei 0 anfangen müsse, keine gesicherte Altersversorge mehr habe und blablabla.... ich könnte hier noch seitenlange weiterschreiben.
Bei allem hatte ich immer die Sorge, wie der Richter das wohl sehen würde und ich war wirklich verblüfft wie die Richterin es letztlich bewertete: als heiße Luft ! Nichts, aber auch gar nichts von all den Vorwürfen, Anklagen, Demütigungen interessierte sie- sie ging mit keiner Silbe darauf ein sonder klärte in zwei Anhörungstagen für sich selber die Sachlage. Aber ich will nicht verschweigen, dass diese zwei Jahre nervenaufreibend waren. Mit dem Wissen was ich heute habe- nämlich dass dieses Fetzen der Anwälte nur heiße Luft ist, um den Mandanten ruhig zu stellen ( der gegnerische Anwalt tippte wirklich wortwörtlich ab, was der Ex ihm diktierte- sah man an der Wortwahl und mein Anwalt bestätigte, dass er keinen Anwalt kennt, der SO schreiben würde). Wahrscheinlich ging meinem Ex bei jedem dieser Schreiben einer ab und teilweise erreichte er sein Ziel,mich damit aufzuwühlen. Heute würde ich die Briefe lächelnd lesen und schön säuberlich abheften.

Fazit: auch wenn es noch so schwer fällt, ruhig bleiben, Anwalt machen lassen, Schreiben vom anderen Anwalt nicht überbewerten- letztlich entscheidet der Richter und nicht der Anwalt- und in so einem hartnäckigen Fall wie deinem Ex ruhig das Gericht entscheiden lassen. Dann kann niemand hinterher behaupten, er sei über den Tisch gezogen worden. Wenn ihr doch noch einen FAIREN notariellen Vertrag hinbekommt, auch gut. Das klappte bei uns auch- allerdings erst NACHDEM das Urteil gesprochen wurde und der Ex schwarz auf weiß vor der Nase hatte, wie seine Situation ist.

18.09.2019 05:30 • x 7 #24


mauerblume

mauerblume


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Was Fanta schreibt, kann ich bestätigen. Genau so handeln Anwälte. Mein Männe hatte mir mitgeteilt, ich bekäme keinen Unterhalt, weil ich mich während der Ehe weitergebildet hätte. 1:1 teilet mir das auch sein Anwalt mit, garniert mit Frechheiten, Spitzen, Hohn und Spott, Formulierungen wie "Ihre Mandantin braucht nicht zu glauben " Garniert mit völlig aus der Luft gegriffenen Forderungen, die in die Forderung nach einer sechsstelligen Summe mündeten. Die Summe war optisch schön hervorgehoben mit der Bemerkung, dies sei ja eine erhebliche Investition, und ich solle mir das sehr gut überlegen, ob ich das auch wirklich aufbringen könnte. Ich hatte den Eindruck, dass hier nicht sachlich formuliert wurde, sondern eben genau nur, um "auszuteilen" und dadurch dem Mandanten eine gewisse Befriedigung zu verschaffen. Mein Tipp hierzu ist, sich darüber nicht aufzuregen, sich keine Sorgen zu machen, nur weil etwas drohend klingt (auch wenn es schwerfällt, ich weiß), sondern solche Schreiben nur mit dem eigenen Anwalt zu diskutieren. Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass Dinge, die auf dem Briefpapier eines Anwalts stehen, völlig unzutreffend sein können, auch wenn sie fundiert klingen. Was Anwälte auch sehr gerne machen: Auf Zeit setzen. Sich nicht melden oder Briefe schreiben, die nichts neues enthalten. Auf der Stelle treten. Denn je mehr Zeit vergeht, desto zermürbter (so die Hoffnung) ist die Gegenpartei. Hier muss man standhaft bleiben und nicht unsinnigen Offerten nachgeben nur aus dem Gefühl heraus "ich kann nicht mehr" und "lass es bitte zuende sein". Das ist zwar verständlich, aber man muss den Rücken grade machen.

18.09.2019 19:10 • x 4 #25


E-Claire

E-Claire


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Regel Nummer 1: Du brauchst nen eigenen Anwalt. Rentenpunkte sind nämlich extrem wichtig und alles andere auch.

Regel Nummer 2: Du bestehst auf das, was dir zusteht.

Regel Nummer 3: solltest Du NACH der abgeschlossenen Auseinandersetzung, das Gefühl haben, Du hättest deutlich mehr bekommen, als Du möchtest, steht es Dir völlig frei dies an ihn oder eine Hilfsorganisation Deiner Wahl abzugeben.

Ich kann extrem gut verstehen, daß es Angst macht, sich um die eigenen Ansprüche zu kümmern und noch dazu wirklich unangenehm ist, diese durchzusetzen. Nur, es wird dir auch nicht davon besser gehen, wenn Du Dich (irgendwann) über den Tisch gezogen fühlst. Das hilft nämlich beider Verarbeitung auch nicht.

Ich wünsch dir extrem viel Kraft.

20.09.2019 09:51 • x 5 #26


Herbsttag19


Hallo,

ich habe das Geld, was er mir notgedrungen zahlen musste tatsächlich zum größten Teil gespendet. Als er die Finanzen immer wieder auf den Tisch packte - mit dem Tenor, wie generös er doch sei obwohl ich es nicht verdient hätte- habe ich ihm schließlich die Kopien der Überweisungen zukommen lassen. Danach war Ruhe.....

Ehrlich gesagt hat mir das ziemlich gut getan. Und zwar Beides, das Geld zu spenden und als mir sein Verhalten und seine Unterstellungen reichten, ein Stop zu setzen, das er versteht. Ich wollte mir mit seinem Geld definitiv nicht mein neues Leben aufbauen. Allerdings war ich in der sehr privilegierten Lage, dass ich nie auf dieses Geld angewiesen war.

Also Mädels, lasst Euch nicht über den Tisch ziehen. Denkt an Eure Altersversorgung oder/und an die Kinder und vergesst nicht, das auch Ihr ein Recht auf ein möglichst gutes Leben habt und dass Ihr viel geleistet habt in der gemeinsamen Zeit.

Alles Gute

20.09.2019 10:26 • x 6 #27


Fuulhorn16

Fuulhorn16


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Es ist unfassbar wie sich die Geschichten ähneln und sich die Wahrheit zurecht biegen. Wenn ich hier so lese, da bin ich immer mehr überzeugt, richtig gehandelt zu haben: Eigene Anwältin! Ich denke, sie sehen sich oft als Opfer, die Ex. Beim Geld hört alles auf, da lernt man jemanden aber sowas von richtig kennen. Schade sehr schade.

Danke @hatdazuglernt für das tolle Thema. Wir schaffen das!

20.09.2019 12:32 • x 2 #28


weltwanderer


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Zitat von Fanta1:

Ja , den Eindruck habe ich auch sehr stark. Alleine schon seine Aussage, dass ja 1/3 für dich mehr als fair wäre- warum bitteschön soll das mehr als fair sein ? Die Rechtsprechung sieht da eine andere Regelung vor und er will diese hier bewusst aushebeln. Er weiß schon warum er da gerade so einen Druck auf dich ausübt. Wenn er sich sicher wäre, vor Gericht seine Interessen durchsetzen zu können, dann würde er doch nicht so vehement auf einen außergerichtlichen Deal mit dir drängen.

Ich kann dir nur aufs Dringenste empfehlen, den Job deinem Anwalt zu überlassen und über die finanziellen Dinge gar nicht mehr mit ihm persönlich zu kommunizieren. Sag ihm einfach, du hast da im Moment keine Nerven zu wegen deiner persönlichen Situation und möchtest lieber, dass die Anwälte das unter sich regeln. So wie ich die Lage einschätze, wird es ohnehin auf eine Urteilssprechung hinausaufen, da dein Ex niemals freiwillig das rausrücken wird, was er per Gesetz müsste. So war es bei mir auch und genau wie bei dir hatte ich auch so ein Ex-Exemplar, bei dem man sich regelmäßig fremdschämen musste, wenn der irgendwelche " Deals" eingetütet hat, weil er wirklich das Maximale für sich rausgeholt hat. Völlig skrupellos. Und solche Leute ändern sich ja nicht plötzlich, wenn es um die ganz große Kohle bei einer Scheidung geht. Der wird alle Register ziehen wollen, um möglichst billig da rauszukommen. Daher wirst du bei einem Deal an euren Anwälten vorbei die große Verliererin sein.

Mein Anwalt sagte mir damals, dass die meisten Frauen auf solche unsäglichen Vorschläge ihrer Ex-Männer eingehen, einfach nur um Ruhe haben zu wollen. Weil sie nicht die Nerven haben, das durchzustehen. Was du durchstehen musst ist folgendes: es werden Schreiben der Anwälte hin und her gehen, du wirst vom Anwalt des Ex Schreiben bekommen, dass du fast einen Herzriss bekommst. Unverschämte Unterstellungen waren dabei, peinlich lächerliche Abfindungsangebote, persönliche Angriffe, bei denen du als gierige Abzocke-Frau dargestellt wirst und der Ex als der hart arbeitende, stets für seine Familie sorgende Familienernährer, der nun von der bösen Ex gemolken werden soll. Dann kamen Jammer-Schreiben, dass es vollkommen unverständlich wäre warum ich auf die äußerst fairen Angebote des Ex nicht eingehen wolle und dass man ja daran sehe, dass ich gierig wäre. Zudem mitleidserregende Aussagen, dass der Ex nun bei 0 anfangen müsse, keine gesicherte Altersversorge mehr habe und blablabla.... ich könnte hier noch seitenlange weiterschreiben.
Bei allem hatte ich immer die Sorge, wie der Richter das wohl sehen würde und ich war wirklich verblüfft wie die Richterin es letztlich bewertete: als heiße Luft ! Nichts, aber auch gar nichts von all den Vorwürfen, Anklagen, Demütigungen interessierte sie- sie ging mit keiner Silbe darauf ein sonder klärte in zwei Anhörungstagen für sich selber die Sachlage. Aber ich will nicht verschweigen, dass diese zwei Jahre nervenaufreibend waren. Mit dem Wissen was ich heute habe- nämlich dass dieses Fetzen der Anwälte nur heiße Luft ist, um den Mandanten ruhig zu stellen ( der gegnerische Anwalt tippte wirklich wortwörtlich ab, was der Ex ihm diktierte- sah man an der Wortwahl und mein Anwalt bestätigte, dass er keinen Anwalt kennt, der SO schreiben würde). Wahrscheinlich ging meinem Ex bei jedem dieser Schreiben einer ab und teilweise erreichte er sein Ziel,mich damit aufzuwühlen. Heute würde ich die Briefe lächelnd lesen und schön säuberlich abheften.

Fazit: auch wenn es noch so schwer fällt, ruhig bleiben, Anwalt machen lassen, Schreiben vom anderen Anwalt nicht überbewerten- letztlich entscheidet der Richter und nicht der Anwalt- und in so einem hartnäckigen Fall wie deinem Ex ruhig das Gericht entscheiden lassen. Dann kann niemand hinterher behaupten, er sei über den Tisch gezogen worden. Wenn ihr doch noch einen FAIREN notariellen Vertrag hinbekommt, auch gut. Das klappte bei uns auch- allerdings erst NACHDEM das Urteil gesprochen wurde und der Ex schwarz auf weiß vor der Nase hatte, wie seine Situation ist.



Super beschrieben. Genauso läuft es ab.
Gott sei Dank nicht bei mir weil wir haben 40:60 % zu Gunsten meiner Ex geteilt weil ich mehr verdiene. Sogar die RA meiner Ex meinte damals, dass es ein superfaires Angebot von mir ist. Das hat meine Ex ziemlich verblüfft.

Allerdings habe ich solche Geschichten wie Fanta sie beschreibt genauso mitbekommen. Inakzeptable Briefe die nichts zu sagen haben.
Die meisten lenken nach 2-3 Terminen sowieso ein weil irgendwann kapiert der größte Depp dass ausverhandeln mit Urteil sau teuer kommt und beide weniger haben.

20.09.2019 13:03 • x 2 #29


tartlet

tartlet


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Zitat von weltwanderer:
Die meisten lenken nach 2-3 Terminen sowieso ein weil irgendwann kapiert der größte Depp dass ausverhandeln mit Urteil sau teuer kommt und beide weniger haben.

Hoffentlich kapiert mein Ex Depp das auch endlich mal. Auch er versucht mit aller Macht irgendwie aus der Nummer raus zu kommen, nur nicht mir Verstand und vor allem Fairness.
Ich möchte mich Fuulhorn anschließen und mich für das Thema bedanken.
Und wie Fanta schreibt, auch ich habe Angst vorm Richter. Was die Anwälte meinen durchzusetzen zu können, steht auf dem einen Blatt, entscheidend ist, wie der Richter es sieht. Und da hoffe ich, dass er die Vertuscherei meines NM erkennt.

20.09.2019 14:15 • x 2 #30




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