Ich war ein paar Tage abgetaucht. Mir ging es nicht so gut. Ich bin zu allem Überfluss krank geworden.
Ich hab mir aber auch die Zeit genommen, mich mit mir auseinander zu setzen. Inzwischen ist da unheimlich viel Wut! Und das tut mir gut! Die Wut gibt mir neue Energie!
Wichtig ist aber der Abstand zu ihm! Ich fühle mich halbwegs sicher, denn ich hab ihn überall blockiert. Aber vorhin schrieb mir eine Freundin, dass sie ihn am Wochenende gesehen hat. Da hat sich mein ganzer Magen zusammen gezogen... und ich hab gespürt, dass ich NICHTS hören will!
Zitat von Nachtlicht:Ich möchte dir gern sagen, dass du in ein paar Jahren zurückblicken und sanft den Kopf über dich selbst schütteln wirst, dass du dein Wohl so sehr hinten an gestellt hast.
Das hoffe ich sehr! Immerhin verstehe ich jetzt schon ein bisschen mehr, warum ich mich so daran geklammert habe. Aber das ist eine längere Geschichte, die hier vermutlich zu weit führen würde...
Zitat von Nachtlicht:Hast du jemanden, den du zu Rate ziehen könntest?
Ja, ich war heute bei meinem Therapeuten und das war sehr gut! Das hat sich für mich endlich ein Puzzle zusammengesetzt und diese Geschichte und das Nicht-Loslassen-Können, obwohl ich gemerkt habe, dass er mir schadet, war ein Teil davon. Wie gesagt, es würde hier zu weit führen und ich bin auch selbst noch nicht soweit, das alles in Worte fassen zu können. Aber ich glaube, es ist der Anfang eines schmerzhaften Heilungsprozesses...
Zitat von Tia:Toll ist auch, dass so unheimlich gute und schöne Antworten hier im Thread kommen
Oh jaaaaaaaaa! Da bin ich euch allen auch unglaublich dankbar! Das hat mir in den ersten schrecklichen Tagen unheimlich geholfen! Schon allein das Gefühl, mit diesem Schmerz nicht allein zu sein und verstanden zu werden, hat gut getan!
Zitat von Hydro:zu diesem Punkt mag ich Dir einfach nur schreiben, dass mir hier als "Stützräder" Visualisierungen sehr helfen, alle Gefühle in Einzelbildern, in aller möglichen Ruhe und in ihrer jeweiligen Schärfe zulassen und nachspüren zu können, welche ansonsten in einem dynamischen, tosenden, unberechenbar überwältigenden Meer aus Liebe, Angst, Traurigkeit, Schmerz, Vorwürfen etc. pp vor allem eins sind: brutal überfordernd.
Wow, danke! Da steckt ganz viel neuer Input drin!
Brutal überfordernd - genau das ist es zuweilen!
Zitat von Tia:Ich frage wirklich aus Interesse- wie oben schon gesagt:)
Danke, dass du nachgefragt hast! Ich habe es danach auch verstanden... das Differenzieren und Aufteilen in die einzelnen Gefühle...
Zitat von Hydro:Damit gebe ich jedem Gefühl per se Raum, nachgespürt zu werden. Und das ist schön.
Meinst du schön, weil es dann leichter zu ertragen ist? Oder wie meinst du das schön? Weil du es besser verstehen und einordnen kannst? Denn ein negatives Gefühl zu spüren, ist doch eigentlich nichts Schönes. Oder wie meinst du das?
Zitat von becca_:erstmal möchte ich dir sagen, dass du unglaublich sympathisch zu sein scheinst. Ein liebevoller und toller Mensch, außerdem sehr reflektiert...
Oh danke, das ist super lieb und tut meinem Selbstwert gerade mega gut! Der ist nämlich extrem im Keller!
Zitat von becca_:Ich weiß, du möchtest das nun nicht hören... aber sei froh, dass Du mir nun einen Schritt voraus bist und anfangen kannst zu heilen. Ich bin mir sicher, du wirst irgendwann erkennen, dass es dir ohne ihn - und ohne diese innere Anspannung - besser geht!
Doch, klar will ich das hören! Es tut uns doch allen gut zu wissen, dass wir nicht allein mit unseren Geschichten und Gefühlen sind!
Das stimmt, ich bin jetzt einen Schritt weiter. Einen schmerzhaften.
Solange der Stachel drinsteckt, kann die Wunde nicht heilen. Sie entzündet sich und eitert. Das Entfernen des Stachels tut schrecklich weh. Aber dann endlich kann es heilen und die Wunde wächst zu...
Ich finde das ein sehr gutes Bild!
Und bei einem Stachel würde man ja auch nicht zögern, ihn heraus zu ziehen oder ziehen zu lassen... Obwohl man sich des Schmerzes bewusst ist!
Warum also lässt man den Beziehungsstachel so lange drin stecken?
Das hat meist einen anderen Grund!
Einen, der mit der Beziehung nichts zu tun hat, sondern mit sich selbst.
Ich habe meinen Grund heute erkannt, denke ich. Zumindest im ersten Absätzen.
Und auf einmal fällt es mir viel leichter, diese Trennung zu akzeptieren. Denn mein Schmerz und meine Trauer gehören eigentlich woanders hin...
Ich wünsche dir, dass auch du diesen Stachel sehr bald entfernen kannst!
Danke für all die Nachrichten!
Und liebe Grüße!
Issi