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Schon wieder der Falsche

Vapiano2013

Vapiano2013
Mitglied

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Hallo, wer mich kennt, weiß ein bisschen, dass ich aus einer Beziehung mit einem sehr dominanten Vermeider kam, der sich nicht mit meiner Familie committen konnte. Ich habe danach jemanden kennengelernt, der ganz anders schien, familiär, kinderfreundlich, zugewandt, zukunftsdenkend, so eben. Ich habe mich ruhig gefühlt. Nicht dauernd gefordert und in Angst. Er mochte meine Kinder und umgekehrt, war oft bei mir. Wir unternahmen viel, hatten ähnliche Interessen, er half mir in Haus und Garten. Er war noch nicht allzu lang getrennt. Das hätte mich stutzig machen können. Auch, dass er immerzu betonte dass er will dass ich glücklich bin. Und dass nur das zählt. Auch, wie er dauernd einen moralischen heraushängen ließ wenn es ums Thema Sex ohne Beziehung ging. Dass er nicht allein sein konnte und wollte und am liebsten jeden Abend bei mir gewesen wäre. Ich sagte auch dass ich meinen Raum brauche und die Beziehung für mich wichtig ist, aber nicht mein einziger Quell des Glücks. Dass man nicht ein Kennenlernen skippen kann um wieder im familiären Kontext zu landen. Er sagte dann nach paar Tagen er wolle das kennenlernen abbrechen. Das nahm er wieder zurück und entschuldigte sich. Ich konnte nie ganz einordnen warum er so unsicher war. Er war dann in meine gesamte Familie integriert, kannte Kinder, Mutter, Geschwister, viele meiner Freunde. Umgekehrt schien er keine zu haben. Auch seine Familie blieb mir ein Rätsel. Eine seiner Töchter sah ich in der ganzen Zeit für 5 Minuten. Irgendwann erfuhr ich dann, dass es in seiner Familie viele Brüche gab, die Mutter hatte wechselnde Beziehungen, die Stiefväter wurden immer wieder vertrieben und aus dem Leben der Kinder gelöscht. Irgendwann mussten nach mehreren Krisen der Mutter alle einer religiösen Gemeinschaft beitreten und sich völlig unterwerfen und auch selbst missionieren. Er trat erst nach seiner ersten Ehe aus. Aber die starken moralischen Zwänge und Ängste und so etwas blieben. Seine Mutter hat ihn nach der Trennung letztes Jahr nie besucht und wollte auch nie wissen wie es ihm erging. Er war sich auch sicher, sie würde es missbilligen. Ich versuchte ihn zu stärken und seinen Stiefvater zu finden, was er sich wünschte. Er sprach davon dass er so glücklich wäre bei mir, ich ihm wieder Heimat und Familie schenken würde. Ich bekam den Eindruck etwas wie eine warme Decke zu sein und dass ihm der Kontakt zu meinen Kindern fast genauso guttat wie zu mir. Das machte mich stutzig - aber ich genoss es auch. Letztes Wochenende - da hatte ich etwas vor beruflich und privat (ohne ihn) da kam er unangemeldet und traf mich nicht zuhause an. Er schrieb dann am Abend er sei bei seiner Mutter (das überraschte mich total) und sie hätte ihm den Kopf gewaschen dass er gefälligst allein bleiben solle und ein schlechter Ehemann gewesen sei. Ich teilte ihm mit dass ich mich freute dass er wieder Kontakt aufnahm aber dass ich ihre Reaktion übergriffig finde und ich mir vorstellen kann dass es ihm wehtut. Er sagte sie wolle nur das Beste für ihn und kenne ihn eben. Am Tag danach (gestern) machte er per WhatsApp Schluss. Ich bin schockiert. Ich frage mich echt wieso ich solche emotionalen Pflegefälle anziehe. Er sagte er würde mich lieben, ich sei seine traumfrau, blablabla.

x 6 #1


F
Liebe Vapiano,
Das muss schlimm für dich sein.
Er klingt nach ängstlichem Bindungsstil und die Mutter scheint viel Einfluß auf ihn (wieder) zu haben.
Wie alt ist er?
Kann es sein, dass die Mutter ihn wieder in die religiöse Gemeinde hineingezogen hat und er quasi zurückkehrt?
War er schon geschieden?
Wie lange ging eure Kennenlernphase?
Aus dem was du schilderst könnte ich mir trotzdem vorstellen dass er bald wieder vor deiner Tür steht..
Ich wünsche dir viel Kraft 💚

#2


A


Schon wieder der Falsche

x 3


Heloise
Bei allem Mitleid würde ich mich vor solchen Katastrophen und emotionalen Wracks fern halten.

x 4 #3


DieSeherin
Zitat von Vapiano2013:
Er war noch nicht allzu lang getrennt.


du aber auch nicht!

Zitat von Vapiano2013:
Er war dann in meine gesamte Familie integriert, kannte Kinder, Mutter, Geschwister, viele meiner Freunde.


puh, das tempo ist echt bemerkenswert.

irgendwie scheinst du von einem extrem ins nächste gestolpert zu sein, was? und das, was du bei ihm gesucht hast, weil du es beim letzten mann nicht bekommen hast, kommt jetzt so geballt daher, dass es dich erschlägt?

#4


Heffalump
Die Frage stellt sich anders herum, wer ist der Richtige?

Wenn man zukünftige Partner nur mehr in der Kategorie: geschieden oder verwitwet, finden kann, hat automatisch auch Altlasten dabei. Die Wenigsten binden sich, nachdem ver- und aufgearbeitet wurde.

Was der Vorgänger zu wenig, hatte der Nachfolger zu viel. Beides ungesund und beides für Dich belastend.

Nicht zwingend, das Du komische Männer anziehst, aber dein *Red-Flag Kompass, neu geeicht werden müsste

x 3 #5


Vapiano2013
@DieSeherin ja stimmt, aber das wusste er auch. Ich habe da mit offenen Karten gespielt. Naja meine Kinder sind eben vorort, ich kann sie schlecht komplett heraushalten und wenn dir ein Mann sagt, dass er sich eine Familie wünscht, Kinder gern hat, sich gegenüber ihnen auch so verhält (er hat sich wirklich da sehr liebevoll gezeigt), diese andere Seite konnte ich nur erahnen. Wo ich ihn eben gestoppt habe, war, als er von Zusammenzug und sogar einer potenziellen Schwangerschaft von mir sprach (weil ich erstens keine Kinder mehr möchte und schon gar nicht wenn ich den Mann kaum kenne). Aber ob wir zusammenpassen und gut matchen, das zu erproben war ich durchaus bereit (eben durch Einführen in meinen Freundeskreis, gemeinsame Unternehmungen, ich hätte mir das auch umgekehrt gewünscht aber da war er immer total zurückhaltend und hat es elegant umschifft). Bis er mir eben die Wahrheit über seine Vergangenheit erzählte und ängstlich nachfragte, ob er mir denn genügen würde und so etwas. Ich sagte, darum geht es nicht und ich helfe ihm wenn ich kann, aber ich kann natürlich keine Therapeutin sein und auch nicht seine ganzen Ängste permanent beruhigen, das sei sein Ding. Und dann versuchte er mich subtil unter Druck zu setzen, seine Frau habe auch auf ihn "gewartet" zu Hause und um sie hätte er keine Angst haben müssen, da hätte es immer Vertrauen gegeben, ich sei ja viel jünger und er würde nicht in 5 Jahren neu anfangen wollen wenn ich ihn durch einen anderen ersetze usw. Er hat mit solchen Äußerungen eine solche Schwere in unsere junge Beziehung gebracht, das hat mich fast erdrückt. Ich hätte gern gelacht und genossen, und klar - auch an Zukunft gedacht, und klar habe ich auch seine Ängste ernst genommen, und ich habe ihm auch meine Wünsche und Bedürfnisse geäußert. Ich habe auch gut gefunden, dass er emotional sein konnte und seine Ängste äußert, sich verletzlich zeigt ohne zu kontrollieren oder den Kontakt abzubrechen (wie es mein Ex getan hat). Andererseits - dass er dann derart knallhart sein kann, obwohl er mir noch Stunden vorher all diese Dinge gesagt und gezeigt hat, kann ich kaum fassen. Das erschüttert total mein Vertrauen. Der Mann ist 55. Meine Güte! Ich war in meiner Ehe bestimmt auch nie perfekt und am Ende war sie auch nicht mehr glücklich. Aber, dass man permanent Angst haben muss oder nicht vertrauen kann, ob der andere bleibt oder nicht - das gab es nicht. Ob ich jemals wieder eine solche Beziehung führen kann, die auch was "aushält"? Dad Tragische ist ja auch, dass meine Kinder bereits 2 Männer kommen und gehen sahen seit ihrem Vater. Ich will ihnen das nicht mehr antun! Kann man niemandem mehr trauen?

#6


Vapiano2013
Vor allem - jetzt gibt es einen gemeinsam gebuchten Urlaub, Konzerttickets, krass - das alles macht man, wenn man sich mit der Frau unsicher ist, ja?

x 1 #7


Vapiano2013
Red-Flag-Kompass-cool: ja vermutlich. Vergangenheit abklopfen, Werte checken, Kinder heraushalten, seine Bubble kennenlernen. Ich hab ein dickes Anti im Kopf, mich wieder zu öffnen und zu vertrauen. Krass!

x 2 #8


Worrior
@Vapiano2013
Auweia wie bist Du denn an den geraten?
Hast Du ein Händchen für solche Pflegefälle?

#9


Vapiano2013
tja - er gefiel mir auf einer Seite wo sich Menschen für Unternehmungen verabreden. Ich schrieb ihn an.

x 2 #10


DieSeherin
du musst vdich gar nicht vor mir rechtfertigen, sondern einfach bei dir selber hinschauen, was di an dem vorherigen mann angesprochen hat, was dir beim aktuellen am besten gefallen hat und dann eventuell mal eine kleine standort-analyse machen.

ich bin ja gar nicht pauschal der meinung, dass man nach einer trennung erst einmal ewig verarbeiten muss und warten muss, bis man sich in eine neue beziehung schmeißt, bei dir habe ich allerings ein wenig den eindruck, dass du dich in diese neue sache gestürzt hast, weil dieser mann genau das mitbringt, was dir bei dem "alten" so sehr gefehlt hat - nämlich die verbindlichkeit, das sich anpassen wollen an deine familie und das pläne machen wollen!

Zitat von Vapiano2013:
jetzt gibt es einen gemeinsam gebuchten Urlaub, Konzerttickets


huch... wie lange geht das jetzt mit euch? 8 wochen?

#11


Vapiano2013
Es ging insgesamt etwas über drei Monate, in diesen drei Monaten wollte er zweimal wegen seiner eigenen Unsicherheit, ob er mich "halten" kann, hinschmeißen. Ob das wirklich so wahr ist, bezweifle ich mittlerweile. Oder ob dahinter nicht vielmehr so ein desorganisiertes innerliches Hin- und Herspringen stand, getriggert durch meine eigenen Unternehmungen und mein Bedürfnis, auch Zeit nur für mich zu haben. Aber ganz ehrlich: ist das verwerflich? Ich war doch deswegen nicht beziehungsunfähig. Ich habe es klar kommuniziert, wann ich wo bin und mit wem und welche Tage ich vielleicht auch nicht zur Verfügung stehe. Ich habe aber auch Verabredungen, eigene Pläne zurückgestellt, um mit ihm zusammensein zu können. Beides eben. Er hat immer betont, er würde alles für mich tun, er könne auch auf seinen Sport verzichten und für ihn würde die Beziehung an erster Stelle stehen. *beep*! Oder auch: hmmm, sieht man ja wie sehr!

#12


Liv225
@Vapiano2013

Nach der Scheidung bin ich auch auf zwei so Typen gestoßen, einer sehr dominant, der andere brauchte eher jemanden, der sich kümmert…
War schnell klar, dass das nicht passt.

Natürlich hat man selber auch seine „Baustellen“ und mit jeder Beziehung kann man was „entdecken“, wo man evtl. hinschauen sollte.
Mottlerweile denke ich mir: ach, allein ist’s wirklich auch gut.
Das liegt vielleicht auch am Älter werden.
Du bist viel jünger… Ich denke nicht, dass jeder „gestört“ ist und man niemanden finden kann… nur lieber viel langsamer.
Und dass man Freiräume braucht, ein „eigenes“ Leben sollte klar sein..

x 1 #13


Odette
@Vapiano2013
Es tut mir leid zu lesen, allerdings sammeln sich die roten Flaggen bereits in deinem Eingangspost.
Zitat von Vapiano2013:
Auch, dass er immerzu betonte dass er will dass ich glücklich bin. Und dass nur das zählt.

Zitat von Vapiano2013:
Auch, wie er dauernd einen moralischen heraushängen ließ wenn es ums Thema Sex ohne Beziehung ging.

Zitat von Vapiano2013:
Dass er nicht allein sein konnte und wollte und am liebsten jeden Abend bei mir gewesen wäre.

3 Monate ich keine lange Zeit, quasi noch die Kennenlernphase, dann zu lesen, dass er bereits bei Familie und Kindern voll integriert ist, finde ich etwas schnell.

Nach deiner letzten Geschichte hätte ich Dir gewünscht, dass du erst mal heilen kannst.
Zitat von Vapiano2013:
Er war noch nicht allzu lang getrennt. Das hätte mich stutzig machen können.

Ähnlich wie bei ihm, liest es sich, als wolltet ihr beide schnell die entstandenen Lücken stopfen.
(Meine ich nicht übergriffig, nur meine Wahrnehmung.)

Wie geht es dir aktuell? Gestern ist ja noch recht frisch.
Kannst du ihn, nach dieser Abfuhr (via Handy? Geschocktes Gesicht ) löschen/ blockieren und dich distanzieren?
Ich erinnere mich, dass dies bei Ex nicht so schnell möglich war.

#14


Vapiano2013
@Odette ich bin eigentlich ganz froh, dass es mir nicht extrem mies geht. Gut gehts auch nicht, ich bin enttäuscht und auch immer noch schockiert irgendwie, traurig, gerade für meine Kinder die ihn sehr mochten. Aber ich bin nicht so völlig verloren wie bei meinem ex wo ich dachte, meine gesamte Welt bricht zusammen. Ich mache ja seit Wochen auch eine Bindungsfokussierte Therapie, um meinen eigenen Anteil (der offenbar emotionalen Abhängigkeit in die ich da geraten war) zu bearbeiten. Das ist noch immer nicht gelöst in mir, und tatsächlich denke ich auch noch hin und wieder an meinen Ex, aber eher in einer Art von "sein Konzept Beziehungen zu führen hat für mich einfach nicht gepasst und ich brauche etwas anderes" aber gleichzeitig ist da noch immer Sehnsucht nach dem, was er in mir ausgelöst hat. Ich weiß aber, das gehört zu mir und ich kann es für mich selbst wiederfinden und stärken, auch ohne Mann. Natürlich geht es auch ohne eine Beziehung, oder mit lockeren Geschichten ohne Kindereinbindung, aber ich wünsche mir nunmal etwas Echtes, etwas mit gegenseitiger Verantwortung, Vertrauen und echter Gegenseitigkeit, ich kann das nicht einfach abstellen.

#15


A


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