Zitat von Dudo: ich bin mir sicher das die Ex da mit die Hände im Spiel hat und den Kindern erklärt Ani hätte nichts zu Melden,
Ich glaube das nicht. Ist ja auch gar nicht nötig. Die "Hierarchie", dass es die 3er-Familie gibt und dann noch die Partnerin für die Lücken und zum Unterstützen, hat AndiY doch selbst etabliert und will das auch genau so haben. Die Kinder spiegeln nur das, was er vorlebt.
Zitat von AndiY: und ich plädiere auf ein Maß an Eigenverantwortung.
Macht sie doch. Sie entzieht sich, wenn es ihr zu viel wird. Sie zwingt Dich zu nichts. Wenn sie wüsste, wie Du zu ihr und dem Baby stehst, würde sie vermutlich auch nicht zu Dir ziehen. Warum schaffst Du da keine Klarheit, sondern versuchst sie, in eine Rolle reinzudrängen, von der sie ausdrücklich gesagt hat, dass sie sie nicht übernehmen wird?
Zitat von alleswirdbesser: Ein Erwachsener kann doch unmöglich in eine Familie „einziehen“ und schon vorher verlangen die Nummer 1 zu sein in allen Belangen
Woraus liest Du, dass sie das sein möchte? Sie möchte sich mit AndiY in der Mitte treffen, gleichberechtigt absprechen und nicht zu seinem Leben eingeladen werden und sich permanent an seine Vorgaben anpassen, nur weil er (begründet?) fürchtet, dass zu viel Veränderung für die Kinder zu einem Abbruch des Wechselmodells führen könnte.
Wie begründet ist diese Furcht?
Und hast Du, AndiY, überhaupt Lust, Dir mit Ani ein neues Leben aufzubauen? Oder willst Du einfach nur Dein nach der Trennung nun seit mehreren Jahren gewohntes Leben beibehalten? Und eine Partnerin soll sich da einpassen?
Zitat von AndiY: Ich halte es aber nicht für richtig, dass ich meinen Stil anpassen müsste, damit sie sich hier wohl fühlt.
Was, außer dass Dein Schlafzimmer jetzt größet ist, damit Ani und Baby mit reinpassen, hast Du denn geändert, damit auch sie zu 50% in eurer Partnerschaft und zu 20% in eurer Familie stattfinden und sich wohlfühlen kann? Oder gilt da wieder ihre Eigenverantwortung?
Zitat von AndiY: Aber andersrum ist wahrscheinlich in vielen Patchwork Konstellationen so und die bekommen es ja auch hin.
Ja, aber nur, wenn man die eigenen Zwänge, Verbindlichkeiten, Wünsche und Regeln nicht für überlegen und wichtiger hält als die des Partners.
Zitat von alleswirdbesser: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Babysitter, Oma oder Tante so reagieren würden wie Ani.
Wenn die das seit zwei Jahren so mitmachen müssen, es immer wieder ansprechen und dann abprallen, dann denke ich das schon. Meine Mutter hätte mir schon beim zweiten Besuch die friedliche Co-Existenz und den Rückzug angeboten, wenn ich ihr hätte vorschreiben wollen, wie sie die Enkel-Oma-Beziehung gestaltet. Was macht AndiY denn, wenn eine Lehrerin strenger ist oder seine Ex-Frau noch mehr durchgehen lässt? Das kann man natürlich alles besprechen. Aber von vorne herein zu sagen, "Du stellst hier keine neuen Regeln über meinen Kopf hinweg auf, selbst wenn ich Dich mit den Kindern allein lasse." käme bei Erziehern oder Ex doch nie vor. Weil er diese respektiert bzw. fürchtet. Vor Ani sehe ich keinen Respekt.
Zitat von AndiY: Sie meint, sie möchte dann einfach nur "Co existieren" und "wie in einer WG" sein, wenn die Kinder hier sind.
Vollkommen konsequent. Wenn AndiY unterbindet, dass sie ihren eigenen Weg finden darf, mit den Kindern umzugehen, steht sie für Babysitterdienste halt nicht zur Verfügung. Das hat nichts mit Bestrafung zu tun, sondern mit ihren Grenzen, wie weit sie sich an etwas anpassen möchte, was sie für falsch hält.
Zitat von alleswirdbesser: unmögliche Aktionen zur Strafe startet
Welche Aktionen meinst Du konkret?
Ich sehe nur die immer gleiche Reaktion: AndiY sagt, was passiert. Ani möchte sich einbringen. AndiY zieht mit ihr nicht am gleichen Strang. Also entzieht sie sich. Mit ihm darüber reden kann sie ja nicht. Die streiten sich tagelang und am Ende hält sich AndiY immer noch vollkommen im Recht. Eine Situation, in der er ihr Mal zugestimmt und an seinem Verhalten was geändert hat, hat er zumindest hier nicht beschrieben.
Zitat von Timeconsumption: ein gemeinsames Kind auf dem Weg ist, was sie auf Biegen und Brechen behalten hätte
Warum auf Biegen und Brechen?
Sie hat für sich entschieden, dass sie das Kind mit und ohne AndiY aufziehen kann und möchte. Wie er dazu steht, hat er ihr ja gar nicht gesagt. Also gab es da gar keinen Widerstand. Vielleicht hat er sie sogar glauben lassen, dass er das Kind nun zum Anlass nimmt, sie mehr zu integrieren und zu unterstützen. Aber das wäre ja dann ein Irrtum, den ER aufklären müsste. Sie kann ja keine Gedanken lesen.
Dass sie in jedem Fall eine Abtreibung in Erwägung ziehen muss, sehe ich nicht. Dazu hätte er ihr schon viel früher reinen Wein einschenken müssen.
Zitat von Timeconsumption: zwei Kinder führt, die ebenfalls mit einer komplett neuen Situation klarkommen müssen, nachdem sie sich gerade mit der Trennung von Mama & Papa angefreundet haben.
Das ist jetzt schon mindestens 2 Jahre so.
Zitat von AndiY: Ich biete ihr Hilfe an und frage explizit nach Lösungsansätzen und Ihre eigenen, konkreten Wünsche für ein Zusammenziehen. Darauf bekomme ich keine konkreten Lösungsvorschläge.
Sehe ich anders. Sie sagt Dir schon seit langem konkret, wie sie sich ein Leben mit Dir vorstellt. Und statt ehrlich zu sein und ihr zu sagen, dass Du das (in der Mitte zusammenziehen, das Baby, ein gemeinsames Haus, sie als Bonuselternteil bei den Kindern zu etablieren, auch ihr ADHS zu akzeptieren) gar nicht WILLST, versteckst Du Dich hinter der Behauptung, dass Du das gar nicht KANNST oder dass eine andere Lösung für ALLE besser sei. Und sie weiß, dass das nicht stimmt, aber eben auch nicht verhandelbar ist.
Dann kommt eine Situation, in der genau diese Themen (Zeitmanagement, Hierarchien, Geben und Nehmen) zum Problem werden. Und DANN fragst Du nach ihren Lösungsvorschlägen. Als ob sie zaubern könnte und eine von Dir schon auf ganz bestimmte Gleise gesetzte Situation jetzt auf ganz andere Gleise setzen könnte, nachdem ihre Gleise ja schon abgelehnt wurden.
Ich halte das für ein Scheinangebot. Tatsächlich ist die Message: Nenn mir eine Lösung, bei der alle meine Regeln eingehalten und Interessen gewahrt bleiben und Du Dich einfach zufrieden gibst.
Und wenn man diese Routine seit zwei Jahren fährt und die Partnerin nie zu einem durchdringt, bleibt eben nur noch der Rückzug und ein "Dann mach Deinen Shaiz halt alleine."
Mein Partner würde sich nicht eine einzige solche "Stell Dich mal hinten an, denn meine Kinder sind die ultimative Trumpf-Karte, hinter der alle Deine Bedürfnisse verblassen"-Aktion bieten lassen. Und ich würde ihn auch jeden Respekt vor ihm verlieren, wenn er sich so selbst verleugnen würde.
Zitat von AndiY: Und mich durch Alltagssituationen eben nicht verletzt oder ungeliebt fühlen würde, zumal wenn es von einem Kind kommt mit dem ich in keiner Beziehung stehe
Aber es kommt doch gar nicht von den Kindern. Mit denen hat sie doch gar nicht das Problem. Sondern mit Deiner Reaktion, mit Deinem Anspruch, dass in dem Moment, wo die Kinder da sind, sie sich um euch herum drapieren darf und auch ganz weg sein darf. Nicht, weil das das Bedürfnis der Kinder wäre. Sondern weil DU das so brauchst, um Dich der engen Bindung der Kinder sicher zu fühlen. Du stehst in Konkurrenz mit Deiner Ex (Wechselmodell) und in Konkurrenz mit den Bedürfnissen Deiner Partnerin. Du denkst, dass Deine Kinder Dich weniger lieben, wenn Deine Freundin darauf besteht, dass sie ihre Tasche jetzt packen.
Du hattest den Zeitdruck gemacht, indem Du das Taschepacken in die 30 Minuten Einkaufszeit gelegt hattest. Und wenn es wirklich darum gegangen wäre, dass beiden nicht klar war, ob eine Projektmappe mit eingepackt werden muss oder nicht, hättest Du diese Information bei Rückkehr geben und der Tochter sagen können, dass sie jetzt mit Ani die Tasche packen kann, während Du die Einkäufe einräumst. Statt dessen hast Du ihre Vermutung, dass Deine Ansagen nur für Ani gelten, aber nicht für sie, bestätigt. Dass dann auch andere Situationen richtiggehend gefährlich werden können, wenn Anis Ansagen keine Geltung haben, sehe ich auch so.
Zitat von AndiY: Ich denke es gibt einen großen Unterschied zwischen "pack bitte deine Tasche" und "tu bitte dies und jenes nicht".
Nein. Das erlebe ich so nicht.
Das Vertrauensverhältnis, dass das, was Ani sagt, schon richtig sein wird und auch noch gilt, wenn Papa später dazu kommt, hast Du aktiv zerstört. Wenn Ani dann sagt, dass sie bitte von einem Klettergerüst runterkommen soll, wird die Antwort sein, dass sie das aber bei Papa darf. Also kann Ani keine eigene Risikoeinschätzung vornehmen, sondern nur Dich kopieren. Warum sollte sie das mitmachen?
Zitat von AndiY: und in einer Atmosphäre, in der ich weiß, dass mir niemand Schaden möchte oder mich mutwillig verletzten möchte.
Selbst wenn Du sie nicht mutwillig verletzen willst oder ihr Schaden möchtest(!) sagt sie Dir immer wieder, dass Du sie verletzt und sie Schaden nimmt. Und Du wischst das einfach weg. Sie soll da nicht so empfindlich sein, sondern "erwachsener" reagieren und "Selbstverantwortung" übernehmen. Was ja nur heißt: "War nicht meine Absicht. Aber am Ende musst Du eben Dich anpassen. Und wenn Dich das verletzt, ist das Dein Problem, weil Du mich ja als Vater von zwei Kindern kennen gelernt hast."
Ich finde, Du solltest so ehrlich sein, ihr das auch genauso deutlich zu sagen und Dich nicht hinter Schlagworten wie "Prio 1" und "erwachsen" verstecken.
Meine Kinder haben auch Prio1. Was bedeutet, dass ihre Bedürfnisse(!) immer an erster Stelle stehen. Nicht aber ihre Wünsche(!). Und schon gar nicht die Wünsche, die ich herausziehen, weil sie zufällig meinen eigenen Interessen und Wünschen entsprechen.
Du bist selbst nach Elternzeit noch so verunsichert in der Bindung Deiner Kinder zu Dir, dass Du die Verantwortung, als Vater (auch zusammen mit Ani) die Führung zu übernehmen und Deinen Kindern damit Sicherheit zu geben, an Deine Kinder abgibst, nur damit sie Dich nicht weniger lieb haben. Damit wird aber weder Bindung noch Sicherheit hergestellt. Damit wird alles verhandelbar und vor allem wird nie gelten, was Ani sagt.
Zitat von AndiY: Ich dränge hier niemanden eine Rolle auf. Eigenverantwortung
Da würde ich nochmal drüber reflektieren.
Anis Rolle steht
-stets hinter jedem Wunsch der Mädchen zurück
-findet da statt, wo andere Platz gelassen haben
-bezieht überhaupt nicht das Baby mit ein
-und sie selbst ist auch nur "erwachsen", wenn sie tut, was Du möchtest, und am liebsten noch nach Deinem Zeitplan.
-und wenn durch die Rolle, die sie ausfüllt, Du Unterstützung, aber zumindest keine zusätzliche Belastung erfährst.
-jedes Knirschen im Gebälk klärst Du für alle und sie soll Dir einfach vertrauen, dass Du schon weißt, was für alle das Beste ist, selbst wenn es sie verletzt. War ja schließlich nicht mit Absicht und ging halt nicht anders aus Gründen.
Ich finde, Du solltest ihr dringend reinen Wein einschenken und ihr zu lesen geben, was Du in diesem Threads zu euren Konflikten und Deiner Grundeinstellung zu ihr und dem Baby geschrieben hast. Wenn Du sie unter diesen Bedingungen zu Dir ziehen lässt, zuständig Du definitiv nicht das, was für alle am Besten ist. Und Du tust es mit voller Absicht. Denn das muss ihr genügen.