Zitat von Cagy:Ich denke das sie sich lieber eine Konstellation gewünscht hätte in der ihr beide *alleine* seid und euch nur um euer gemeinsames Kind kümmern müsst...
Ich glaube, das ist in solchen Konstellationen zunächst und auf einer rein emotionalen Ebene fast immer so. Mein Ex hatte auch schon Kinder aus einer früheren Beziehung. Ganz ehrlich - wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre es mir auch lieber gewesen, wir wären alleine gewesen, hätten in Ruhe die Schwangerschaften gemeinsam erlebt, uns um die gemeinsamen Kinder gekümmert etc.. Aber, und das ist ganz wichtig: Diese Gefühle muss man als Next reflektieren und einen erwachsenen Umgang mit ihnen finden, ggf. mit externer Hilfe.
Zitat von MissNextDoor: Er schrieb, dass er sich kümmern möchte, aber natürlich nicht ganz so viele Kapazitäten hätte wie wenn er keine Kinder aus früherer Beziehung hätte. Zwar verstehe ich das Argument auch nur halb - denn das wäre bei Geschwistern von derselben Mutter ja nicht anders! Sind zwei Kinder größer und man bekommt ein Baby - nun, klar muss man sich dann dennoch um die beiden älteren weiterhin kümmern und kann sich nicht nur ausschließlich um das Baby kümmern. Völlig normal.
Verstehe nicht so ganz, wie manche/r sich das vorstellt...
Ich glaube, dass es schon stressiger ist als drei Kinder mit derselben Mutter, aus mehreren Gründen:
1. Wenn man nicht zusammenwohnt, fallen Wegzeiten an.
2. Man hat die Patchworkstreitigkeiten um Erziehung etc. die der TE ja jetzt schon beschreibt (und ja - natürlich gibt es die auch in heilen Familien, aber im Schnitt sicher weniger ausgeprägt).
3. Es spielt immer noch eine weitere Person eine Rolle - der/die Expartner/in und Mutter/Vater der Kinder (Terminabsprachen, Orga, Streitigkeiten, Manipulation ...)
4. (und das ist, glaube ich, am wichtigsten): Die Patchworkkinder liegen dem echten Elternteil immer mehr am Herzen als dem anderen - das ist in heilen Familien, in denen das Wohl der Kinder meist für beide Eltern, oberste Priorität hat, anders - was vieles leichter macht.
Wobei im Wechselmodell durch die freie Woche tatsächlich wieder ein paar Freiräume mehr entstehen, das stimmt:
Zitat von @alleswirdbesser:
Zitat:Der „Vorteil“ der getrennten Eltern ist die kinderfreie Zeit, die die zusammenlebenden leiblichen Eltern in der Regel so nicht haben, vor allem beim Wechselmodell.
Zitat von alleswirdbesser: Ich glaube viel mehr, dass Ani aufgrund ihrer Erkrankung bereits mit einem Baby alle Hände voll zu tun haben wird und die Patchwork Situation sie völlig überfordern wird, wenn sie bei dem TE einzieht.
Das glaube ich auch.
Zitat von justawoman: Naja, in meinen Augen geht das auch nicht, ihr seid jetzt ein 5er-Modell. Und es ist leider wirklich schwer, dabei allen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Ich sehe das bei meinem Bruder, der ein paar Jahre nach der Trennung von seiner Frau eine neue Familie gegründet hat mit seiner neuen Freundin. Als sie noch keine eigenen Kinder hatte, ist sie sehr liebevoll mit seinen Kindern umgegangen. Das hat sich aber schlagartig geändert, als sie selbst Mutter geworden ist, da haben die anderen Kinder nur noch gestört und es wurde schlecht über sie geredet. Und mein Bruder zerreißt sich fast, um allen gerecht zu werden, und schafft es doch nicht, einer macht ihm immer Vorwürfe...
Ja, sehe ich auch so. Was natürlich nicht ausschließt, dass es weiterhin Unternehmungen zu dritt geben wird und soll.
Das bei deinem Bruder klingt furchtbar, für alle Beteiligten.