So. Es ist passiert.
Sie ist weg.
Wir haben gesprochen, ich war da sehr rational und optimistisch unterwegs und sie eher emotional. Aber ganz von vorne.
Unsere gemeinsame Zeit über das Wochenende hat ja mit dem ungünstigen Start des zu spät Kommens und dem Streit über die Mappe begonnen. (naja, es war eigentlich kein richtiger Streit - sie hat mir vorgehalten, wie verletzt sie sich gefühlt hat und ich habe mich entschuldigt und versucht ihr meine Wahrnehmung zu vermitteln. Damit war sie trotzdem unzufrieden und es war für sie nicht geklärt) Wir waren in meiner Wohnung. Es gab von ihrer Seite kaum Nähe oder Gesprächsthemen und Nähe von mir hat sie nicht zugelassen. Wir haben uns nicht wirklich über wichtige Themen unterhalten. Ich habe mich nicht getraut, weil ich Angst hatte etwas anzusprechen was ihr aufstoßen könnte - und sie hat auch kein Interesse an den Veränderungen in der Wohnung oder was die Woche über so war. Insgesamt war die Atmosphäre recht lieblos und oberflächlich. Wir sind mehr oder weniger um uns herum geschlichen.
Heute habe ich Gespräch gesucht und eingeleitet mit „hey, ich habe das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt und frag mich, ob es dir auch so geht. Ich merke, dass ich unsicher das anzusprechen. Ich bin mir unsicher zwischen Raum lassen und aktiv auf dich zugehen. Mir ist Verbindung wichtig, gleichzeitig will ich dich nicht drängen. (analoq QueenA Vorschlag). Ich merke, dass sich über die letzten Wochen zwischen uns etwas verändert hat, kann aber überhaupt nicht sagen woran das liegt. Geht es dir auch so?
Ihre Antwort war mehr oder weniger, dass es ja diese offenen Konflikte aus der Vergangenheit gibt die wir nicht gelöst haben und dass sie das beschäftigt und ihr Sorge bereitet. Sie hat dann wiederholt, dass sie Probleme anspricht und sie ärgert es, dass ich diese gar nicht als Problem wahrnehme. Sie keine Kompromissbereitschaft von mir sieht, weil ich keine Lösungsansätze bringen. Und sie das Problem alleine nicht lösen kann. Knackpunkt hier: Sie kann uns nicht versprechen, dass wir noch 3er Zeit haben, weil sie sich ja nicht in Luft auflösen kann, wenn sie hier wohnt. Und wenn sie hier ist, wird sie ja zwangsweise mit den Mädels zu tun haben, da ist es ihr wichtig, dass sie auf sie hören und ich ihr den Rücken freihalte, wenn sie den Kindern was sagt. Also genau die beiden Punkte die mir wichtig sind möchte sie kippen. Klar, dass es da keine Einigung gibt. Ich entgegnete, dass mir konkret Lösungsansätze fehlen wie ich mich aus ihrer Sicht anders verhalten soll. Sie meinte ich soll rücksichtsvoller sein, mehr für sie da sein, sie mehr in Entscheidungen einbinden bzw. meine Kommunikation mit den Kindern mit ihr abgleichen. Und nicht einfach glauben, dass man aus den Situationen lernt und es das nächste dann besser machen kann.
Ich meinte, dass mir aufgefallen ist, dass diese Konflikte sich vermehrt haben, seitdem wir mehr Zeit mit den Kindern verbringen, und die Konflikte und Streits mit den Kindern zu tun haben, was sie bejahte. Dass wir von einem Streit in den nächsten rutschen und sich dadurch unsere Paarbeziehung verändert. Ja, sieht sie auch so. „Wir nehmen uns halt keine Zeit diese Problem zu lösen“. Ich: „Wir reden sehr viel darüber, zum Teil tagelang, nur haben wir zu machen Dingen einfach eine andere Haltung. Und einige Dinge möchte ich zu Liebe der Kinder nicht ändern, weil ich glaube, dass es schlecht für sie wäre“
Ich war dann ganz ganz vorsichtig und habe folgenden Satz begonnen:
„Mir ist aufgefallen, dass diese Konflikte angefangen haben, seit wir über das Thema zusammenziehen sprechen. Und dass wir damit sehr viele Aufgaben und Projekte haben, die uns zeitlich ganz schön einnehmen und uns Paarzeit rauben. Wie siehst du das? “ Ja, sie verspürt auch Druck „Aber so ist das nunmal, wenn wir zusammenziehen, dann MUSS das ja irgendwie funktionieren. Sie weiß aber auch noch nicht wie das klappen soll.
Ich habe sie denn ganz vorsichtig gefragt, ob es für uns beide nicht sinnvoll ist, in der aktuellen Situation noch mal darüber nachzudenken, ob wir den Wohnungswechsel nicht etwas nach hinten verschieben können. Das würde uns mehr Zeit für die Aufgaben (Umzug planen, Schränke aufbauen, usw.) geben, vielleicht nochmal Paarzeit verbringen, über die Konflikte zu sprechen, Lösungsansätze zu finden und auch einfach das Zusammensein mit den Kindern zu üben. Und wenn es zum Streit und zum Konflikt kommt, hat jeder einen Rückzugsort und wir streiten nicht vor den Kindern.
Und dass ich aktuell in der Situation der Konflikte und der Distanz und den Streits ein Risiko für unsere glückliche Paarbeziehung und auch die Beziehung zu den Kindern sehe, wenn es beim Zusammenziehen weitere Konflikte gibt.
Zu meiner Überraschung sagte sie dann, dass sie das Thema vor Monaten angesprochen hat. Aber das Gefühl hat da nicht zu mir durchgekommen zu sein. Ich muss dazu sagen, dass ich mich an dieses eine(!) Gespräch erinnern kann, sie das zusammenziehen am Ende aber trotzdem wollte. Sieeinen Haushalt viel besser findet als zwei getrennte Haushalte und das pendeln doof findet. Sie meinte aber auch, dass sie seit längerem das Thema noch mal ansprechen wollte, da sie sich ebenfalls nicht so richtig mit der Idee wohl fühlt. (Veränderung Lebensmittelpunkt, sie finden meinen Ort ganz schrecklich, ist hier allein, usw.)
Sie fing an zu weinen und sagte, dass sie das Gespräch grade als große Verletzung und Ablehnung empfindet. Dass es jetzt dafür jetzt viel zu spät ist. Dass sie mit ihrem Vermieter sprechen muss. Dass sie es unfair findet, dass ich das Thema jetzt erst anspreche. Ich sagte, dass es wichtig ist, darüber zu sprechen und wir gemeinsam eine Lösung finden und wir gemeinsam auch beschließen können, dass wir es dabei belassen. Und einfach das Beste für uns möchte und nicht unser Zusammenziehen grundsätzlich in Frage stelle. Und erneut habe ich ihr gesagt, dass ich sie liebe, dass ihr unsere Paarbeziehung wichtig ist, habe sie in den Arm genommen, geküsst. Sie bleib kalt.
Nach hin und her hat sie gesagt, dass sie jetzt gehen möchte. Dass sie findet, dass unsere Paarbeziehung gerade in einer echten Krise steckt. Ich meinte darauf hin, dass ich das absolut nicht so schwarz-weiß sehe. Dass ich mit dem Gespräch etwas Gutes bewirken wollte und nicht unsere Zukunft in Frage stellen wollte.
Sie hat daraufhin ein paar Sachen eingepackt und ist nach Hause gefahren, möchte alleine sein und grade keine Unterstützung von mir. Sie hat mir geschrieben, dass sie es unfair findet wie ich jetzt „die Reißleine gezogen habe“ und „sie jetzt alleine klarkommen muss“. Sie fühlt sich alleine gelassen. Sie sagt später wird sie keinen Umzug mehr mitmachen und dann ist sie auch anderweitig (mit Baby) beschäftigt, sodass eine Annäherung mit den Kindern nicht mehr möglich sein wird. Sie möchte das mit dem Baby jetzt alleine machen und sieht keine Perspektive in einem späteren Zusammenwohnen. Sie meint ab jetzt wird es keinen gemeinsamen Alltag mehr geben. Ihr fehlte sowieso schon die Nähe, Zusammensein, Kompromisse, Anteilnahme. Sie hatte gehofft, dass das durch das Zusammenziehen wiederkommen würde. Für sie ist das Ziel „zusammenwohnen“ gestorben.
Ich würde sagen – Haters gone hate – und ich erwarte die Rückmeldung zum Thema „du ars***, wieso setzt du denn jetzt eine Schwangere Frau, die auch noch Depressionen hat, vor die Tür und lässt sie allein. Du liebst sie doch. Tu was“
Ich kann ihre Reaktion verstehen, wenn ich wirklich gesagt hätte „Du, das mit dem Zusammenziehen ist eine dumme Idee. Du bringst hier Probleme mit, ich möchte das nicht, lassen wir das“.
Das habe ich nicht und wollte es nicht. Ich wollte sie mit einbinden, ihre Sichtweise hören und einen Kompromiss finden.
Aber ehrlich – es muss doch in einer Beziehung möglich sein ein ergebnisoffenes Gespräch zu suchen. Es sollte Raum dafür geben ohne dass man sich angegriffen fühlt und direkt schwerwiegende Konsequenzen daraus entstehen. Hätte sie nicht sagen können, dass sie das anders sieht und wir hätten gemeinsam einen Nenner gefunden ? Ich mag dieses Schwarz-Weiß irgendwie nicht.