Zitat von AndiY: Ich kann mir von Alleinerziehend bis zum Wochenweise Vater alles vorstellen, um es UNS Recht zu machen.
Und Ani hat Dir gesagt, dass sie sich gemeinsam erziehende oder Alleinerziehend mit Dir als Besuchsvater vorstellen kann.
Hast Du ihr da nicht zugehört?
Die gemeinsame Wohnung war euer einziger Kompromiss.
Zitat von AndiY: Ich bin trotzdem ziemlich vor den Kopf gestoßen, dass die aus dem erläuterten Gespräch von gestern ein „Schlussmachszenario“ entwirft.
Warum denn?
Du hast ihr bei dem Gespräch doch schon wieder nicht zugehört. Und deshalb(!) ist sie jetzt weg. Nicht etwa, weil Du die getrennten Wohnungen beibehalten willst, sondern weil Du ihr danach jede Unterstützung versagt hast, ihre Themen blank überhört hast und schon wieder Recht haben wolltest.
Zitat von AndiY: Ich habe sie denn ganz vorsichtig gefragt, ob es für uns beide nicht sinnvoll ist, in der aktuellen Situation noch mal darüber nachzudenken, ob wir den Wohnungswechsel nicht etwas nach hinten verschieben können
Du nennst es "vorsichtig". Ich würde es als "ihr die Entscheidungsverantwortung über ein sehr begrenztes Menü" nennen.
Ehrlich wäre gewesen: "Ich finde, es läuft gerade nicht gut zwischen uns. Ich fürchte, das wird noch schlechter, wenn wir in 3 Wochen auf engstem Raum ohne Rückzugsmöglichkeit sind. Ich würde mir wünschen, dass Du Deine Wohnung noch behältst. Wie denkst Du darüber?"
Und dann sagt sie Dir, dass sie das schon viel früher angesprochen hat und Du es vom Tisch gewischt hast und es jetzt mit ausgesprochener Kündigung ein Riesenschlammassel ist und sie sich abgeschoben fühlt.
UND. DU. HÖRST. IHR. GAR. NICHT. ZU!
Anstatt ihr zu sagen, dass die zweite Wohnung euch helfen soll, die Beziehung zu verfestigen und zu halten und Du deshalb immer in Deiner Freizeit zu ihr fährst, um die Zweisamkeit zu ermöglichen. Und dass Du natürlich mit ihr oder auch für sie den Vermieter anrufen kannst, um die Möglichkeiten des Anschlussmietvertrag zu erkunden. Und sollte das nicht klappen, mit ihr eine Wohnung an ihrem Wunschort suchen hilfst. Und dass Dir der Stress, den sie jetzt hat, unheimlich leid tut, aber Du vorher einfach die Probleme, die sie gesehen hat, nicht gesehen hast und deshalb auf dem Schlauch standest. Und dass Du sie künftig mit ihren Bedenken ernster nehmen willst.
Statt so etwas zu sagen, sagst Du DAS hier:
Zitat von AndiY: Nach hin und her hat sie gesagt, dass sie jetzt gehen möchte. Dass sie findet, dass unsere Paarbeziehung gerade in einer echten Krise steckt. Ich meinte darauf hin, dass ich das absolut nicht so schwarz-weiß sehe. Dass ich mit dem Gespräch etwas Gutes bewirken wollte und nicht unsere Zukunft in Frage stellen wollte.
Auf gut Deutsch: Nö, Ani, Du übertreibst. Es zählt nur, dass ich was Gutes wollte, und nicht etwa, was ich damit bewirkt habe. Also sei jetzt nicht eingeschnappt oder gestresst. Kriegste schon alles hin, Perle.
Deine Antwort spiegelte genau das hier wider:
Zitat von AndiY: Ich fühle mich nicht dazu verpflichtet mich um sie zu kümmern
Und dass Du im Grunde so über sie denkst;
Zitat von AndiY: Sondern ich möchte meine Kinder davor Schützen die Streits, bockigen Phasen und passiv-aggressives Verhalten gegenüber mir mitzuerleben.
Eine bockige, passiv-aggressive Frau, die einsehen soll, dass Du es nur gut meinst, wenn Du sie Herwünschst und Wegwünschst wie es Dir passt und Deinen 2 Kindern gefällt.
Zitat von AndiY: Sie stieß wohl auf Ablehnung und es wurde halt nicht gemacht.
Deine Tochter verhält sich da exakt wie Du:
Ani will was.
Das wird als freundliche Anregung verstanden.
Und wenn's grad nicht passt, hat sie Verständnis zu haben.
Ihre Bedürfnisse, ihre Gefühle interessieren bei euch niemanden. Sind diese negativ, soll sie nicht bockig sein, sich nicht zurückziehen, weiterhin für Spiel und Spaß zur Verfügung stehen.
Zitat von AndiY: Es ist ihr nicht genug und sie sagt, sie weiß ja, dass es klappt – so wir am Anfang. Das kann und möchte ich aber emotional nicht leisten.
Am Anfang der Beziehung hast Du Dich also ganz anders dargestellt. Sie kennt einen Standard von Dir, den sie weiterhin einfordert. Aber Du kannst und willst Dir gar nicht weiterhin so viel Mühe geben, jetzt, wo sie ja Deine Freundin ist.
Erst Vollgas in der Eroberungsphase und nun friß oder stirb, weil Du Vater bist.
Langsam sehe ich, was Fenjal meint, wenn sie sagt, dass Singles sich um Himmels Willen keine AE Elternteile geben sollen. Aber es gibt ja auch Eltern, die weitere Menschen (Partner, Verwandte, Wahlverwandte, Freunde) in die Familie integrieren können. Man ist kein besseres Elternteil, je mehr man andere Leute zurückstellt.
Zwischen dem hier:
Zitat von MissNextDoor: Es gibt Elternteile, die ihre Kinder für eine neue Beziehung hintenanstellen
und dem, was AndiY hier als Ideal hinstellt, gibt es noch viele Familienmodelle, in denen die Bedürfnisse ALLER wahrgenommen und gewährt werden und nur die Wünsche der einzelnen gegen einander abgewogen werden.
Aber dafür muss man auch allen zuhören. Bei Ani hörst Du nur, was Dir nützlich erscheint. Alles andere prall als "falsch" und "geht nicht" ab.
Aber für Dich selbst nimmst Du Dir die Freiheit, "Lösungen" herbeizuwünschen, die ausschließlich Dir dienen:
Zitat von AndiY: Ich hatte heute schon drüber nachgedacht, dass es sich stressfreier anfühlen würde das Kind allein großzuziehen als mit Ani zusammen.
Und schwupps, ist die von Deiner großen Tochter so sehr gewünschte Zeit zu Dritt gar kein Ausschlusskriterium mehr.
Für Ani endet an diesem Punkt die Kompromissbereitschaft. Aber für Dich selbst machst Du zur Not eine Ausnahme.
AndiY, Deine Ex-Freundin hat wie so viele ADSler für die wahren zwischenmenschlichen Gefühle ein gutes Gespür. Das, was Du Dich selten traust, "so direkt" zu sagen, spürt sie die ganze Zeit. Was Du als
Zitat von AndiY: Aber ich habe Probleme damit, dass es so scheint, als würden wir die Kompromisse zulasten der Kinder und meiner eigenen Bedürfnisse machen,
beschreibst ist in Wirklichkeit, dass ein Kompromiss bei Dir NIE zu Lasten der Kinder oder Deiner eigenen Wünsche gehen darf.
Daher halte ich das hier
Zitat von AndiY: Und habe das Gefühl, dass ich mit meinen Mitteln und meinem Charrakter es auch nicht hinkriege ihr dieses Gefühl zu geben.
für Wunschdenken.
Dein Charakter stellt sich über diese Frau, sieht die eigenen Bedürfnisse viel wichtiger als ihre, hat ihr am Anfang einen begehrenswerten Andi vorgespielt, den Du gar nicht auf Dauer durchhalten kannst oder überhaupt möchtest und bietet ihr "Menüs" an, die alle nicht ihren Wünschen entsprechen. Doch wählt sie eines der "Menüs", war es allein ihre Entscheidung und Du willst für nichts verantwortlich sein. Siehe
Zitat von AndiY: Ani ist eine selbstständige Frau, hat sich die Schwangerschaft selbst ausgesucht
Und lehnt sie alle "Andi-Menüs" ab, dann ist sie unzuverlässig und bockig und kommt mit den Kindern nicht zurecht.
Da bin ich ganz bei Winza
Zitat von Winza: Sie ist konsequent und das finde ich gut.
Für sie selbst und ihr Baby.
Denn das braucht auch Schutz, nicht nur deine bisherigen Kinder.
Denn das Andi-Menü:
Vorspeise: Ruf bei Deinem Vermieter an, damit ich Deine Wünsche von den Füßen und meine Ruhe habe
Hauptgang: Und dann kommst Du eie gewohnt als Gast hier her und beweist mir, dass Du keinen Ärger mehr machst. Mit Aussicht auf die Nachspeise:
Und wenn Du meine Bedingungen langsam akzeptierst, kannst Du mir Baby vielleicht doch noch einziehen."
würde ich auch schlicht ablehnen.
Zitat von AndiY: Ich liebe sie
Du magst sie und bist von ihr angezogen, wenn sie ihr Sonntagsgesicht aufsetzt und ihr Dein Mittwochsgesicht reicht.
Ich habe in meinem Leben noch nie so abfällig über einen Partner, mit dem ich zusammen bleiben will, gesprochen oder auch nur gedacht, wie Du hier. Und dabei gelte ich als Männerhasserin. Und dabei entlastet Dich überhaupt nicht, dass Du das alles ja gar nicht so willst und nie eine schlechte Absicht hattest. Das macht es sogar noch schlimmer. Wärst Du absichtlich und bewusst so, könntest Du für den Schaden, den Du anrichtest, um Verzeihung bitten und Ausgleich schaffen. Da Du Dir selbst aber Absolution erteilst und beste Absichten attestiert, liegt es nur am Gegenüber, wenn was schief geht. Du hattest in Deinen Augen ja eine bessere Lösung angeboten. Also selbst schuld, wenn die nächste zu strenge, nicht kompromissbereite, zu emotionale, zu wenig rationale Frau nach Dir schlechter dasteht als sie stünde, wenn sie Dich nie kennen gelernt hätte.
Lass Dir bitte noch diese Woche den Schwangeren- und Betreuungsunterhalt ausrechnen und unterschreib aus eigenem Antrieb vorm JA einen Titel, den Du Deiner Ex anbieten kannst. Außerdem wäre es anständig, ihr das alleinige und das gemeinsame Sorgerecht nach Wahl noch vor der Geburt beim Notar anzubieten und sicherzustellen, dass sie eine (die alte oder eine neue adäquate) Wohnung hat. Das ist echte Unterstützung und Anbieten von Eigenverantwortung und "Menüs".
Aber so, wie Du bislang mit ihr umgehst, wirst Du das gemeinsame Sorgerecht von ihr verlangen, ohne einen Notartermin zu organisieren, weil es Dir zusteht, träumst vom Wechselmodell mit Säugling und überlässt ihr die Wohnungssuche. Weil Du das als gerecht und ausreichend empfindest.