@tauris, meine Kinder sind noch nicht groß und in unserem Patchwork habe ich ein Kind mitgebracht und mit meinem kinderlosen Partner noch eins bekommen. Aber die Werteabsprachen und das bewusste und bemühte Zusammenwachsen haben wir fast deckungsgleich zu euch unternommen. Mit dem Unterschied, dass ich mehr Verantwortung hatte, diese Prozesse anzustoßen und meinem Partner bei mehr "Fehlern" den Rücken zu decken, weil ich ja schon die Erfahrung hatte und mein Kind besser kannte. Das Ziel war aber immer Gleichberechtigung. Bei uns ergänzt durch erweiterte Familie und Babysitter, die zu Bezugspersonen wurden, deren Meinung und Input aber genauso gefragt war und ist und deren Interessen auch berücksichtigt werden.
Im Leben wäre mir nicht in den Sinn gekommen, irgendwem bei uns ein "Vertrau mir mal, dass meine Entscheidungen über Deinen Kopf hinweg, für uns alle das Beste sind, selbst wenn sie Dich verletzen, weil ich ja stets beste Absichten habe" um die Ohren zu pfeffern.
Das widerspricht doch völlig dem Gedanken einer Familie mit zwei Erwachsenen und degradiert das Bonuselternteil zum vierten Kind oder einem Babysitter, der einem im Grunde egal ist.
Und keines meiner Kinder hat jemals den Satz "Du hast mir nichts zu sagen, Du bist nicht mein XYZ" fallen lassen. Bei uns hat jeder was zu melden, egal wie groß oder klein, ob blutsverwandt oder nicht.
Autorität bedeutet nicht Angst oder Zwang, sondern die Fähigkeit, eine Person zu lenken und Einfluss auf ihr Verhalten zu nehmen. Und das haben bei uns die Großen über die Kleinen und die Aufgeschlauten gegenüber den Unwissenden.
Aber Andi will ja gar nicht, dass seine (jetzt Ex-)Freundin seine Kinder mieterzieht oder ihr Verhalten lenkt. Sie soll mit ihnen Spielen und sie zu Aktivitäten bringen, aber dabei keine Regeln aufstellen. Auch beim Baby träumt er davon, es lieber stressfreier allein zu erziehen, statt mit Ani zusammen.
Unsere Patchworkmodelle lehnt er also für sich kategorisch ab.
@Blindfisch und @Brightness2
Bei Laboren, die Vaterschaftstest durchführen, waren früher nur 10% der Verdachtsfälle wirklich begründet. Die deutsche Knochenmarkspenderdatei hat in einer neueren Untersuchung nur 0.93% von Vätern gefunden, deren angeblich biologischen Kinder nicht von ihnen stammten.
Also tut doch bitte nicht so, als würden Horden von Frauen ungeschützten 6 mit mehreren Männern gleichzeitig haben, davon schwanger werden und dann häufig dem falschen Vater das Kind unterjubeln. Also ob Andi jetzt der Großverdiener wäre, bei dem sich Samenraub oder Kuckuckskind lohnen könnte.
🙄Zitat von Lukrethia: Papa, können wir auch weiterhin einmal nur zu dritt etwas unternehmen
Normale Antwort: Ja klar!
Nicht normale Reaktion: Ich hab im "Affekt" ja gesagt und dann Ani gebeten, ihre Termine außer Haus vorab auf meine Bedürfnisse anzupassen, damit ich mein Versprechen gegenüber den Töchtern auch halten kann.
Zitat von alleswirdbesser: Was Ani da tut, ist bewusst alle drei ausschließen, warum bleibt hier die Kritik aus?
Weil es ihre Reaktion auf ihn ist.
Er hat doch gar nicht angeregt, mit ihr zusammen die Babyausstattung zu kaufen, zelebriert sein drittes Kind nicht von sich aus, sondern erwartet, dass sie die Termine so legt, dass es auch für ihn passt. Er wollte von ihr gefragt werden und Mitspracherecht haben.
Genau wie beim Namen: Die ist im vierten Monat und teilt ihm jetzt schon mit, dass sie den Namen allein aussucht? Warum wohl? Weil sie in seiner Wohnung und in seinem Leben und bei seinen Töchtern kein Mitspracherecht hat. Das entscheidet er zum Besten aller. Sie sagt ihm dutzende Male, dass sie das nicht gut findet. Er wischt es weg. Und dann sagt sie ihm, dass er dann eben beim Baby kein Mitspracherecht hat. Klassische Retourkutsche. Nicht besonders clever und deeskalierend. Aber vorher hat er ihr ja nicht zugehört. Ihn stört sein eigenes Verhalten erst und genau dann, wenn sie es ihm spiegelt.
Zitat von Lukrethia: Vielleicht machen Andy und seine Töchter auch mal zu viert etwas mit dem Baby und Ani kann die Füße hochlegen.
Schreibt er aber nirgends, dass er das z.B. als Ausgleich für Anis Entgegenkommen angeboten hat. Er hatte drei unverrückbare Punkte. Das Baby spielte bei allen 3 Punkten keine Rolle. Und auch Anis Interessen waren weder berücksichtigt, noch als Punkt 4-6 dazu gekommen. Wie nennt man einen Partner, der nur die eigenen Themen sieht und da Entgegenkommen fordert, ohne die Themen des anderen zu berücksichtigen oder für gleich wichtig zu halten?