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3360

Sehnsucht nach Affäre - mir fehlt meine zweite Hälfte

Ema
Zitat von Andy17:
Eher 30 bis 40 Prozent. Selbst wenn es 50 Prozent wären, sind 30 Millionen Deutsche noch nie Fremdgegangen.

30-40 Prozent kann nicht sein.
Oder woher kommen dann deiner Meinung nach allein die Millionen Männer, die den Prost.i.tui.erten ständig die Bude einrennen? Denkst du, das sind alles Witwer oder unverheiratete Singles?

Und ja, in absoluten Zahlen dürfte es dann in der Weltbevölkerung etwa ein Milliarde geben, die noch nie fremdgegangen ist.
Aber was bringt das? Ich hatte die Zahlen absichtlich ins Verhältnis gesetzt (siehe Beitrag oben).

#1666


I
Ich stelle mir das ähnlich vor wie mit dem Rauchen... Selbst überzeugte Nichtraucher haben bestimmt irgendwann, irgendwo "aus Versehen" mal an einer gezogen - es scheußlich gefunden und sind Nichtraucher geblieben 😁

#1667


A


Sehnsucht nach Affäre - mir fehlt meine zweite Hälfte

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Ema
Zitat von Isnogud:
Und wenn man mit 18 mal fremdgeknutscht hat zählt man schon dazu, auch wenn die aktuelle Ehe über 30 Jahre ohne Fehltritt geführt wurde? 🤔

Hi hi. Genau! Smile
Deshalb muss man Statistiken immer misstrauen.
Das fängt ja schon bei der Definition dessen an, was fremdgehen eigentlich ist Smile
Zählen schon Küsse einfach? Oder erst mit Zunge?
Zählt nur Sex? Und auch nur dann, wenn er ordentlich vollzogen wurde (also auf die klassische Art)?
Zählen am Ende sogar schon die unzüchtigen Gedanken? Smile

Fragen über Fragen.

x 2 #1668


A
Zitat von Ema:
ein Milliarde geben,

eher 4 Milliarden.
Und mit Zahlen hast du angefangen.

#1669


W
Zitat von paulaner:
Das, was du mir vorwirfst, tust du gerade selbst.
Wo liest du bei mir einen Missionierungsdrang?
Ich habe lediglich meine Sicht beschrieben.
Das ist ein Forum...schon vergessen?


Sollte ich Dich mit jemandem verwechselt haben und Du gehörst nicht zu jenem Schwarm, den jedes Affärenthema anzieht wie ihr höchstes Lebenslicht, dann tut es mir leid und ich entschuldige mich.

Zum Thema an sich: Meinetwegen kann jeder ein Wertesystem haben, wie er nur will, ob ein moderates, ein "spießiges" oder auch ein erzkonservatives oder auch gar keines. Er wird seine Gründe haben und er muss auch damit leben. Mich stört das absolut nicht. Grundbewusst sollte man sich vielleicht darüber sein, dass dieses inhalierte Wertesystem zwei Hintergründe hat: den psychokulturellen und den vorbildlichen in der Kindheit. Das könnte nämlich helfen, zumindest ansatzweise zu verstehen, weshalb die Dinge sind, wie sie sind, und dass es sich hier keineswegs um etwas Naturgegebenes handelt.

Mich stört es auch nicht, wenn jemand ganz sachliche Kritikpunkte zu irgendeinem Affärenthema anbringt.
Was mir allerdings doch etwas gegen den Strich geht, sind die Emotionen dahinter, die sich ja immer wieder ganz offen kundtun und bisweilen auch völlig ausarten. Über Themen, die einen emotionalisieren, sollte man sich halt nicht auslassen in einem Forum, wo es an sich um Hilfestellungen oder mitunter auch nur Trost geht.
Mich stört nicht, das jemand dieses oder jenes (auch wesentlich gefühlsbetonte) Weltbild samt Wertesystem hat, sondern dass er dieses Wertesystem absolut setzt und es anderen, die eben ein anderes oder kein Wertesystem haben, frech um die Ohren schlägt als wären sie geradezu Sünder vor jedem Kadi der Welt, wenn nicht des Universums (das ja doch immer nur sein eigenes ist).

Und das besonders Fragwürdige in diesem Zusammenhang ist für mich, wie man es überhaupt schafft, Sexualität mit irgendwelchen Werten zu verknüpfen. Das kommt mir geradezu kulturpathologisch vor (was es zumindest nach meinem Verständnis der Dinge auch ist).
Es wird dann ja stets von "lügen", "betrügen", "verheimlichen" usw. gesprochen, also immer zu pejorativen Begriffen gelangt, um den Übeltäter auch gleich auszumachen und verbal niederzudreschen. Das ist eine doch ziemlich billige Art der Auslassung über ein ausgesprochen komplexes Thema. Und vor allem frage ich mich: Warum dreht man den Spieß nicht einfach mal um? Es würde ja kaum jemand lügen und betrügen und verheimlichen, wäre er dazu nicht schwerwiegend genötig. Und weshalb ist er genötig? Weil ansonsten aufgrund der Reaktionen der Geschädigten auf eine solche - an sich meist ganz bedeutungslose - Episode der ganze Laden in die Luft fliegt. D. h., die eigentliche Ursache des Gepolters oder gar der Explosion liegt doch, recht besehen, in der absonderlichen Empfindlichkeit der sogenannten Betrogenen und des daraus resultierenden Kriegs- und Vernichtungszustandes. Und diese Empfindlichkeit ist eben etwas kulturell Angezüchtetes und nicht etwas, für das man aufgrund der natürlichen Gegebenheiten Verständnis aufbringen müsste. Und hier sollte man eben auch ansetzen - in der Therapie dieser ins Gigantische gewachsenen Empfindlichkeit. Nur weil etwas "normal" scheint, als "normal" gilt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht vollkommen abwegig sein könnte.

Loyalität mit Sex bzw. sexueller "Treue" zu verbinden, beides in einem denken zu können, das scheint mir doch ein besonderes Kunststückchen undurchdachten Denkens.
Ich selber kann sagen, dass ich noch nie fremdgegangen bin, wie man sagt, und ich habe auch gar keine Neigung dazu. Ebenso vermute ich zumindest stark, dass - von einer Ausnahme abgesehen - noch keine Frau, mit der ich eine Beziehung hatte, während dieser Zeit etwas Sexuelles mit einem anderen Mann hatte. (Diese Ausnahme war übrigens meine langjährige Lebensgefährtin, und nach 15 gemeinsamen Jahren hatte ich nur umso mehr Verständnis dafür.)
Aber meinst Du, durch den Umstand, dass meine Partnerinnen nicht "fremdgegangen" sind, hätte ich Loyalität erlebt? Mitnichten! Weil Loyalität eben gerade damit gar nichts zu tun hat. Und würde ich einer Frau näher begegnen, die mit Loyalität diese sexuelle Treue meint und dies vielleicht auch noch großartig herausstreicht und beleuchtet in allen Farben, dann schickte ich sie ja gleich in die Binsen mit einem unherzlichen "Vergelt's Gott!".
Loyalität ist für mich das Zusammenstehen, das füreinander Einstehen, der Zusammenhalt, gerade in verzweifelten oder dunklen, trüben, hoffnungslosen Zeiten. Ist man Licht für einen anderen, dann sollte das auch und vor allem in der finstersten Nacht leuchten und nicht nur bei hellstem Sonnenschein.
Und diese Loyalität, die ich meine, habe ich - wiederum mit Ausnahme meiner langjährigen Partnerin - nicht erlebt.
Von Loyalität nur zu reden ist nicht anders als von Liebe nur zu reden. Es ist nichtig und schmerzt in den Ohren eher als dass es das Herzen erwärmt.

Wenn Du, wie Du schreibst, Deiner Partnerin gegenüber loyal geblieben bist, trotz einer Affäre (oder was es war), dann gebührt Dir dafür Respekt.
Aber wie hast Du das dann überlebt (bzw. wie hat Eure Beziehung das überlebt), wenn ich fragen darf, wenn es mit Deinem Weltbild nicht konform gegangen ist?

Solltest Du heute tatsächlich Geburtstag haben, dann wünsche ich Dir dazu alles Gute!

x 1 #1670


W
Zitat von paulaner:
Im Innern macht dir diese Ambivalenz wahrscheinlich mehr zu schaffen, als du es wahr haben möchtest.


Ich weiß nicht, ist Dir bekannt, was "Ambivalenz" eigentlich bedeutet?
Beides ist gültig, beides ist wahr.
Und das sollte einem zu schaffen machen? Wahrscheinlich sind sogar noch tausende andere Dinge wahr und gültig.
Man muss ja nicht stehen und wackeln wie zwischen Euphrat und Tigris. Sondern kann ja auch beides gelten lassen und annehmen. Wozu das Streben nach Eindimensionalität?
Glücklicherweise kann sich der geneigte Mensch nicht auch noch der Ambi- oder vielmehr Polyvalenz des Wetters erwehren und auch hier seine Entscheidungen fällen. Sonst wäre es gleich vorbei mit dem ausgewogenen Dasein oder dem Dasein überhaupt.

#1671


Jetti
@whynot60
Zitat von whynot60:
Und das besonders Fragwürdige in diesem Zusammenhang ist für mich, wie man es überhaupt schafft, Sexualität mit irgendwelchen Werten zu verknüpfen.


Zitat von whynot60:
an sich meist ganz bedeutungslose - Episode

Auch hier oft genug zu lesen, dass es eben vielfach nicht nur eine bedeutungslos Episode ist, nicht nur Sexualität. Gefühle sind im Spiel, eine ganz besondere Nähe zu AP, Liebe.

Und klar, dass es dem Betrogenen weh tut, wenn ganz besonders intime Momente plötzlich mit einer anderen Person geteilt werden. Du schreibst, das liegt an dem psychokulturellen und vermittelten Wertesystemen.
Keines ist absolut zu stellen, da stimme ich Dir zu.
Aber selbst wenn ich meine Sicht der Dinge überdenken möchte, dem EP zugestehen, andere Erfahrungen zu machen, kann das zunächst mal nur ein Entschluss vom Kopf her sein.
Was emotional mit mir passiert, steht auf einem anderen Blatt.

Und das ist, denke ich ein Punkt, der eben auch hier immer wieder für Wirbel sorgt. Das bewusste Inkaufnehmen, den Partner zu verletzen.
Weil er/sie ist, wie er/sie ist. Vielleicht rational sogar bereit zu akzeptieren, aber dann doch nicht klar kommt.

Sicher viele AF sind selbst unglaublich zerrissen, spüren auch, was es mit dem Partner macht (machen würde). Aber sie sind meiner Meinung nach eben auch gefordert, etwas zu unternehmen, wenn anderen durch sie Schmerz zugefügt wird.
Klar, das würde auch bei einer Trennung vom EP der Fall sein, aber dann bestünde gleichzeitig die Möglichkeit der Verarbeitung.

x 5 #1672


alleswirdbesser
Zitat von whynot60:
Es würde ja kaum jemand lügen und betrügen und verheimlichen, wäre er dazu nicht schwerwiegend genötig. Und weshalb ist er genötig? Weil ansonsten aufgrund der Reaktionen der Geschädigten auf eine solche - an sich meist ganz bedeutungslose - Episode der ganze Laden in die Luft fliegt. D. h., die eigentliche Ursache des Gepolters oder gar der Explosion liegt doch, recht besehen, in der absonderlichen Empfindlichkeit der sogenannten Betrogenen und des daraus resultierenden Kriegs- und Vernichtungszustandes.

Ich mache es kurz: nein, es liegt daran, dass man mit einem Partner zusammen ist, deren Werte und Vorstellungen einfach anders sind. Und wissend darum macht man es heimlich und ist gezwungen zu lügen. Oder wer würde schon ehrlich einem monogam veranlagten Partner sagen: Du Schatz, ich gege jetzt eine Runde *beep* weil mich auf andere ganz unbedeutend gelüstet und wenn ich zurück bin, freue ich mich auf das leckere Abendessen ".

Hätte der Partner die selbe Einstellung hätte er an dieser Stelle viel Spaß gewünscht. Aber offenbar sucht man sich lieber einen, der einem treu bleibt und agiert hinter seinem Rücken. UND behält ihn außerdem ganz gerne, weil er zum Beispiel lecker kochen kann.

Deine Beschreibung der treuen Menschen als Partner klingt sehr negativ und abwertend. Warum kommt man dann mit solchen Menschen zusammen? Und macht sie mit voller Absicht zu Betrogenen, die man selbst so verachtet?

Für mich würde zum Beispiel niemand in Frage kommen, der gerne Affären hat. Dieses Dilemma kann man von vorne rein ausschließen, wenn man ehrlich miteinander umgeht. Wäre eigentlich ganz einfach. Will ich keine monogame Beziehung, dann komme ich mit niemandem zusammen, der das will und umgekehrt. Niemand wird gezwungen zu lügen und zu hintergehen. Einfach nur ehrlich sein bei der Parttnerwahl. Und schon kann man ehrlich und offen sein, wenn man 6 mit anderen hat, und zwar beide Seiten.

x 5 #1673


L
Was ich hier meistens von Menschen lese, die eine Affaire haben, ist, dass sie sehr wohl spüren und auch dies auch äußern, dass es falsch ist, was sie tun.
Falsch im Sinne von: es fühlt sich nicht gut an, wie ich das gerade für mich und meine Mitmenschen händle.

Sie entscheiden sich aber - aus verschiedensten Gründen - trotzdem weiter so zu agieren.

Das diese Gründe für viele andere Menschen fadenscheinig wirken bzw. darauf hinweisen, dass der Preis (sich nicht gut fühlen) zu hoch ist, will aber dann keiner hören. Dabei ist es DAS Thema finde ich.

MIR haben Menschen die mit mir sehr direkt gesprochen haben - moralinsauer wie es hier einige beschreiben - mehr geholfen, als ich fremdging, als die, die negieren wollten, dass ich mich in einem Leben befinde (selbstgewählt) das unrund und nicht stimmig ist.

x 5 #1674


ElGatoRojo
Zitat von Jetti:
Und klar, dass es dem Betrogenen weh tut, wenn ganz besonders intime Momente plötzlich mit einer anderen Person geteilt werden.

Zitat von whynot60:
Loyalität mit Sex bzw. sexueller "Treue" zu verbinden, beides in einem denken zu können, das scheint mir doch ein besonderes Kunststückchen undurchdachten Denkens.

Eben das beide Loyalitäten zu einer Beziehung gehören - es sei denn, anderes ist vereinbart.

x 4 #1675


paulaner
@whynot60
Für mich geht es beim Fremdgehen überhaupt nicht vorrangig um Sex. Der ist ja "nur" ein Teil davon.
Es geht um das Belügen und Hintergehen. Und das empfinde ICH nicht als loyal.
Einem Partner ein anderes Leben vorzuspielen, als es in Wirklichkeit ist, kann ich beim besten Willen nicht als Loyalität empfinden.

Danke für die Glückwünsche!

x 5 #1676


paulaner
Noch ein Nachtrag zum Thema "Loyalität".
Nur einige Synonyme: Aufrichtigkeit, Fairness, Ehrlichkeit, Integrität(!), Redlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit.

x 3 #1677


paulaner
Zitat von whynot60:
Wenn Du, wie Du schreibst, Deiner Partnerin gegenüber loyal geblieben bist, trotz einer Affäre (oder was es war), dann gebührt Dir dafür Respekt.
Aber wie hast Du das dann überlebt (bzw. wie hat Eure Beziehung das überlebt), wenn ich fragen darf, wenn es mit Deinem Weltbild nicht konform gegangen ist?

Ich habe in einigen Threads meine Geschichte erzählt. Ist sehr kompliziert über die Jahre.
Darum hier jetzt kein Sprengen des Threads.
Wenn ich mal Zeit habe, suche ich die entsprechenden Posts.
Sorry.

x 1 #1678


bifi07
Zitat von paulaner:
Danke für die Glückwünsche

Auch von mir

Happy Birthay Ballon

Bei mir war es auch so, dass mich das Thema Sex mit der anderen noch nicht mal so sehr verletzt hat, sondern das drumherum.
Als mein Ex mir damals sagte, dass er auch schon mit ihr gekocht oder sie während seines Besuchs gebügelt hat, war das für mich viel schlimmer, denn das zeigte mir, dass diese Zweitbeziehung viel tiefer ging und er mich viel öfter belogen hatte, als es für ein kurzes Schäferstündchen vonnöten gewesen wäre.
Diese Zeit hatte er "uns" gestohlen...nicht nur mir, sondern auch den Kindern. Was bei seinem Beruf nur umso schmerzlicher war, da wir uns von daher schon kaum gesehen hatten.

x 1 #1679


Blanca
Zitat von Nepomuk:
Immer wieder werde ich gefragt, wie es bei mir läuft, weswegen ich in unregelmäßigen Abständen mal hier reinschaue, meinen Postkorb lese, antworte und in diesem Thema hier ein "Statusupdate" gebe.


Zitat von paulaner:
Darum hier jetzt kein Sprengen des Threads.

Vielleicht ist der nachstehend verlinkte Thread geeigneter für eine Grundsatzdiskussion, um diesen hier @Nepomuk und ihrem oben zitierten Anliegen zu überlassen: umgang-mit-verzweifelten-affairenmenschen-t67439.html

x 1 #1680


A


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