Hey Memi,
ach das freut mich, dass ich dir etwas helfen konnte!
Hm, ja, ich habe seit erstaunlicher Weise schon 11 Wochen keinen Kontakt mehr zu ihm und bin sehr stolz auf mich. Meine Trauer- und Wutphase ist, glaube ich, grade vorbei gegangen und ich sortiere mein Leben und meine Gedanken wieder neu. Ich habe jetzt ja tatsächlich diese versöhnlichen Gedanken. Vielleicht ist es auch nur mein schlechtes Kurzzeitgedächtnis, ich war noch nie lange nachtragend
Aber ich werde nichts machen. Finde mich jetzt erstmal selber, das würde mich einfach nur wieder total irritieren.
Hm, das Alleinesein... Dem Auszuweichen, das war ja mein Motor für diese schlechte Beziehung. Hab kein Kontra gegeben, war nicht ich selbst aus Angst... Wie bei Sady.
Hab ihn schon geliebt aber ich hätte das nicht so lange mitmachen dürfen. Das war falsch.
Ich kann die Angst vorm Alleinsein jedenfalls gut verstehen. Gerade dann, wenn man vorher zu zweit gewohnt hat, ist es natürlich eine starke Umstellung. Das war bei ihm und mir nicht so. Und trotzdem hab ich mich, nunja, im wahrsten Sinne des Wortes sehr verlassen gefühlt. Das ist einfach dieses Gefühl der Ohnmacht gewesen. Das fühlte sich verdammt einsam an. Verstoßen, verdammt.
Es ist in dieser Phase wichtig, sich immer wieder kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen. Zu der Ohnmacht, etwas NICHT (mehr) beeinflussen zu können, ein Gegengewicht zu schaffen, also das eigene Leben aktiv zu gestalten. Ich erinnere mich, das war so 6 Wochen nach der Trennung, dass ich angefangen habe, meine Wohnung schön zu machen, es mir wirklich richtig gemütlich gemacht habe, mit tollem, weichen Licht. War gut für die Seele. Dann habe ich – klingt jetzt banal aber war einfach wahnsinnig gut- für meinen Küchenunterschrank eine Gardine angebracht bzw. genäht. Stoff gekauft, bin in den Baumarkt gefahren... Ich bin nicht besonders toll in diesen Dingen und tata! Es funzte!
Fing Karate an, da lernte ich total abzuschalten während der Trainingszeit, das war auch sehr gut. Nach dem ersten Joggen fühlte ich mich superstark. Klar, da gabs dann auch immer mal wieder Tiefschläge zwischendurch aber insgesamt gings ja berauf.
"Tausche (miese) Beziehung gegen neues Selbstbewusstsein", das hab ich mir öfter gedacht. Jedenfalls hab ich gelernt: Wenn man es schafft mit einem Lächeln mit sich allein zu sein, dann fühlt man sich nicht einsam. Dann ist alles gut. Denke mir, dass das Alleinsein jetzt einfach temporär ist und mir viele Chancen bietet: Die größte ist, mich NIE WIEDER so emotional abhängig zu machen, wie es offensichtlich vorher der Fall war! NIE wieder SO traurig sein zu müssen, so depressiv über einen so langen Zeitraum.
Nun, das ist meine Geschichte bis jetzt.
Dein Gegengewicht zu Deiner Ohnmacht herzustellen, kannst Du erst dann richtig verfolgen, wenn Du nicht mehr diesen, dich hilflosmachenden Situationen ausgesetzt bist. Allein, das Potential, dass da durch die verbindenden Sachen ist, stresst dich, hält dich fest. Auch habt Ihr noch , wie ich finde viel Kontakt gehabt.
Wenn Du weißt: So, das war es jetzt – erstmal. Und du keine Angst haben musst, vor dem nächsten Nackenschlag.
Hab auf ein paar wenige Sachen, die noch bei ihm sind deswegen verzichtet. Die zu holen, mach ich dann nächstes Jahr irgendwann und vielleicht. Deshalb ist es so wichtig, dass Du jetzt die Sache mit dem Umzug anpackst.
Es klingt toll, dass Du eine schöne Wohnung gefunden hast! Das wird die Sache erheblich erleichtern, neu durchzustarten! Vielleicht nicht gleichin der ersten Woche, aber wer weiß! Das mittige Gefühl, das jetzt auch ich endlich wiederhabe... DAS KOMMT
Mach es Dir -trotzdem und gerade deshalb- gemütlich heute heute abend, denk an die Zukunft.
Liebe Grüße,
Mila