Urmel_
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Zitat von E-Claire:Google behauptet, daß der Anteil an Frauen im Bundestag bei 30,9% liegt. Damit werden die Gesetze theoretisch von einem Drittel Frauen und zwei Dritteln Männern gemacht.
Danke für das "theoretisch". Oft richtet sich meine "nimm mal die Frauen wahr, wie sie wirklich sind" ja auch an Männer. Männer, die immer noch denken, dass sie nur ganz doll auf Kuschelkurs mit der Frau gehen müssen, sich mit den Werten der Frau identifizieren müssen und schon klappt es mit der Nachbarin. Das sind die Härtefälle. Denn im Gegensatz zu manchen Frauen, die nicht begreifen, dass nach der Opferrolle und der Selbstentmachtung der totale Kontrollverlust lauert, können diese Männer nicht mit dem Po wackeln um so einen Partner für sich gewinnen. Die müssen erst die innere Gehirnwäsche überwinden und müssen dann noch mit den Männern konkurrieren, die schon immer gewusst haben, dass man was bieten muss, um eine Frau für sich zu gewinnen -> ein einer der unendlichen vielen Dominanz-Hierarchien eine gute Position einzunehmen. Eine Dame hat geschrieben, dass der Mann psychisch wie physisch auf der Höhe sein muss. Was ja auch eine Spitzenposition sein kann. Aber so ein Mann disqualifiziert sich höchstwahrscheinlich zusätzlich nicht durch andere Mankos und ist da guter Durchschnitt.
Zitat:Die Mär der armen unterdrückten Frau in unseren Breitengrade ist genau das. Eine Mär.
Endlich mal eine Frau, die sich ihrer Macht bewusst ist. Und darüber hinaus vermutlich weiß, dass der weitere Angriff auf die Männlichkeit zu viel Leid führen wird und darüber hinaus den Markt für wertvolle Männer drastisch reduziert.
Zitat:Nur, deshalb glaube ich nicht gleichzeitig an den armen unterdrückten Mann.
Es war nur ein Gegenpol. Die Männer hier, die wissen, dass sie liefern müssen und das sie für den zweiten Platz keinen Pokal fürs mitmachen gewinnen. Die wissen es, und akzeptieren es.
Zitat:Wenn wir uns nun noch dem Beispiel des neuen Se.ualstrafrechts zuwenden, dann ist das mE eine Petersonsche slide of hands Sache. Opportunistischer Stimmenfang zum Machterhalt (jeweiliger Parten und Personalien) unter dem Deckmäntelchen von Equality. Wir tun so als ob wir etwas tun für die Frauen im Land, ist doch schon auch irgendwie das symbolische Hundebaby auf dem Arm, was noch jedes Plakat 5 Sympathiepunkte nach oben schiebt. Das ist kein Genderproblem, das ist Marketingstrategie.
Exakt.
Zitat:Frage: Wenn Du sagst, wer heute noch an die unterdrückte Frau glaubt, der hat den Bezug zur Realität verloren; müßte man dann nicht auch gleiches sagen, zu denen, die an den unterdrückten Mann glauben?
Also unser System ist nicht perfekt. Aber es gibt kein System, welches besser ist. Wir haben Nationalsozialismus getestet, wir haben Kommunismus getestet, beides mit katastrophalem Ausgang. Das bedeutet, dass linke (liberal) und rechte Kräfte (konservativ) gemeinsam in allen Einzelfällen miteinander reden müssen. Eben auch in der ungleichen Anwendung der Gesetze. Wir haben kein besseres System. Und unser System ist verletzlich. Und wer denkt, dass er der bessere Stalin gewesen wäre, der hat von der Natur der Menschen keine Ahnung und zeigt maximalen Narzissmus. Sollte doch jemand dabei sein, der die Wiedergeburt von Buddah ist, wird er in so einem System von der zweiten Reihe abgeführt. Genau so wie die ideologisch getriebenen, die an die Utopie glauben, denn die haben dann ihren Zweck erfüllt. Ich sag ja, wenn die Sache kippt, dann wird es da keine Utopie für Frauen geben, dann werden die so schnell nach unten durchgereicht, so schnell kannst Du nicht schauen.
Zitat:Für mich ist das Ganze kein Geschlechterkampf, sondern ein sauber geführtes Ablenkungsmanöver, Du hast es teile und herrsche genannt. Da ich Deinen Thesen zum Kommunismus nicht folge, würde ich die Ursachen eher im Hybrid-Konzept sozialer Marktwirtschaft (gone wrong) suchen wollen und naja auch darin, daß es scheinbar ganz vielen unglaublich gut gefällt, einfache Antworten auf sehr komplexe Fragen zu fordern.
Es gefällt dem Menschen per se gut, einfache Antworten auf komplexe Fragen zu haben, denn dann fühlt er sich schlau. Und Peterson sagt ja, dass der utopische Gedanke übernommen wurde, es aber keine zentrale Struktur gibt. Da ist kein Masterplan dahinter, es sind einfach nur viele Menschen, die durch demonstrieren der eigenen Empathie sich etwas besser fühlen, aber nicht wissen, dass Empathie keine Lösung, sondern ein infantiles Gefühl ist. Wenn Du 160 Millionen Mäuler hast, aber nur Futter für 80 Millionen Menschen, würde Dir Empathie auch nicht helfen. Aber was passiert, wenn man sich erlaubt, das Problem überhaupt zur Sprache zu bringen? Man wird in eine Ecke gestellt. Zu einem Teil, weil das Ego tief drinnen weiß, dass die Kritiker Recht haben, dies aber die eigene Naivität und die eigene Heiligkeit entlarvt. Da machen se dann dicht.
Erst bekommst Du Dich auf die Reihe, dann Deine Familie, und wenn Du sowas gemeistert hast, dann darfst Du in gebieten, in denen Du Dich auskennst, Verbesserungen vorbringen. Und warum ist dies der Weg? Weil Du spätestens in der Familie sofort in die Mangel genommen wirst, wenn Du etwas ändern willst. Aber wenn Du eine Utopie ankündigst, erstmal gar nix passiert. Du hast gar kein Feedback, was Du da für einen Schmarn von Dir gibst. Aber man fühlt sich innen drin so richtig schön heilig. Und noch was: Veränderungen in komplexen System haben in 100 Prozent der Fälle nicht das Ergebnis, welches Du Dir in der Theorie ausgemalt hast. Und eine Umverteilung von Gütern bringt auch nix, weil das Paretoprinzip immer greift - es landen nach einer Zeit immer 80 Prozent der Güter bei 20 Prozent der Menschen. Völlig unabhängig vom System. Umverteilung sorgt nur dafür, dass andere 20 Prozent die 80 Prozent erwirtschaften.
Wir haben keine funktionierende Alternative zur Marktwirtschaft. Also müssen wir das System immer wieder, immer wieder von neuem, erneuern. Wir müssen in das Unbekannte vorstoßen, um unseren Vater zu retten. Um Ordnung in das Chaos zu bringen. Und dieser Prozess gilt auf allen Ebenen. Und Jung hat darüber hinaus noch gesagt, dass der beste Ansatz, um uns als Menschen nach vorne zu bringen darin besteht, dahin zu schauen, wohin wir nicht schauen wollen. Wo sich alles in uns gegen sperrt. Jeder von uns muss sich selbst immer wieder neu erfinden, in der Dunkelheit den eigenen Drachen erschlagen, um so den Vater aus dem Unbekannten zu retten und neu entstehen zu lassen. Und der Glaube an eine Utopie zeigt nur, dass man das eigene Tier in der Dunkelheit, unsere bösen Anteile, die jeder Mensch in sich trägt, nicht sehen will. Und so nehmen wir uns nach Jung die Fähigkeit, die Fehler der Vergangenheit zu beheben. Und mit dieser Fußfessel willst Du Dich selber als perfekt entlassen und springst sofort zur Änderung der Gesellschaft? Was für ein Selbstbetrug.
