Zitat von Dude0815:Viel interessanter als die Eroberung finde ich zu wissen wie man eine Frau dauerhaft halten kann? Ich würde gerne meine bis ans Ende meines Lebens halten. Aber dafür gibt es keine Garantien.
Gibt es hier Leute die erfoglreich Langzeitbeziehungen (20+ Jahre) praktizieren?
Ich hab leider nur 16 Jahre geschafft, dann ging es leider nicht mehr. Aber der Punkt ist - Du sollst als Mann eine Frau nicht "halten" (sie ist doch kein Hund

). Du sollst sie auch nicht binden als Mann, die Frau soll DICH binden (wollen). Eine Beziehung ist wie ein Ruderboot, ein Zweier. Wenn einer aufhört, zu rudern, verliert das Ding die Spur und kippt irgendwann, dann fällt einer raus. Wenn Du als Mann aufhörst, zu rudern (also in die Beziehung zu investieren, und nein, das bedeutet nicht, dass Du arbeiten gehst und das Geld ranschaffst und damit ist es erledigt

), werdet Ihr untergehen. Ab und zu muss Mann dann auch mal der Frau die Ruder aus der Hand reißen, wenn sie die zu sehr an sich gerissen hat. Ab und zu darf Mann sich auch mal zurücklehnen und die Frau ein bisschen alleine rudern lassen. Aber das darf niemals dauerhaft passieren, sonst - siehe oben.
Meine Eltern kriegen es ja nun seit 45 Jahren hin, ich kann Dir ein paar Geheimnisse ihrer Ehe verraten (die zwei sind seit zwei Jahren in Rente und benehmen sich seitdem wie frisch verknallte Teenager

)
1. Loyalität - es gab immer Phasen, in denen es einem von beiden schlecht ging und einer alleine rudern musste (Arbeitslosigkeit, Krankheiten, Familienkrisen ...). Das war nie ein Problem, weil jeder wusste - wenn es dem anderen wieder besser geht, rudert er wieder mit, und dann kann ich mich mal kurz verschnaufen. Diese Sicherheit ist es, die beide so aneinander gebunden hat. Durch Höhen und Tiefen. Da hat keiner gedacht: hm, der/die funktioniert jetzt gerade nicht so, wie ich das gern hätte, da such ich mir doch lieber mal eine/n andere/n. Das ist die Sicherheit, die eine Beziehung braucht - Loyalität, auf die man sich verlassen kann. Nicht die falsche Sicherheit eines emotionalen Klammeraffens, der den Eindruck erweckt, ohne die Beziehung sterben zu müssen, weil er einfach nur nicht allein sein kann.
Beide wussten, dass sie mit dem anderen alles schaffen, ohne den anderen auch, aber nicht so gut. Deshalb war es besser, mit ihm zu sein. Sie waren sich gegenseitig ein Fels in der Brandung, deshalb konnte mein Vater es sich auch leisten, Schwäche zu zeigen. Und er ist grundsätzlich eher schwächer als meine Mutter (körperlich krank, emotional instabil ...). Aber wenn es drauf ankam (!), war ER der Fels, und das wusste meine Mutter. Als er arbeitslos wurde, hat er sofort den gesamten Haushalt an sich gerissen (meine Mutter war auch immer berufstätig), hat stundenlang Kochshows geguckt und Bücher gewälzt und ist heute ein besserer Koch als so mancher Profi - was meine Mutter sehr freut, weil sie es hasst, zu kochen. Die kam dann jahrelang von der Arbeit und hat sich tierisch gefreut, was richtig Gutes zu essen zu bekommen. Ohne, dass mein Vater dadurch irgendwie seine Anziehung verloren hätte. Weil er aus der vermeintlichen Schwäche (Arbeitslosigkeit) halt eine Tugend gemacht hat

und zwar ohne jegliche Aufforderung, sondern aus eigenem Antrieb.
2. Ehrlichkeit und gute Kommunikation - die beiden können streiten wie Alfred Tetzlaff und seine dusselige Else

so ein Streit wird aber immer sehr schnell beigelegt, nach spätestens zehn Minuten ist Schluss damit, und das wird auch nicht tagelang mitgeschleppt, sondern ist dann auch tatsächlich abgehakt (jeder hat gesagt, was er sagen wollte, und damit war es gut, es muss keiner am Ende "Recht" behalten, man kann dem anderen auch einfach seine Meinung lassen, selbst wenn man eine andere hat). Bei uns galt die eiserne Regel: im Streit geht keiner ins Bett, also bevor einer schlafen geht, muss der Streit beigelegt sein.
3. Mein Vater hat mir vor wenigen Jahren mal ein Bild gezeigt, dass er gekauft hat. Eine junge Frau mit ganz langen Haaren (gemalt), und er sagte ganz stolz: das musste ich kaufen, weil die Frau aussieht wie Deine Mutter. Ich musste bisschen lachen, weil meine Mutter wohl schon seit 30 Jahren nicht mehr "so" aussieht. Und er sagte: wenn ich Deine Mutter heute anschaue, sehe ich immer noch die junge Frau von damals. Sie hat sich für mich kein bisschen verändert. Sie sieht einfach immer noch genauso aus.
Und meine Mutter sagte mir mal, als mein Vater sehr krank war und nicht mehr laufen konnte, schrecklich alt und gebrochen aussah und ich mir große Sorgen machte um ihn: Wieso, das wird wieder. Er ist doch stark. Und er humpelt doch bloß ein bisschen, das fällt ja kaum auf.
Vielleicht ist der Trick, den anderen immer so zu sehen, wie man ihn sehen WILL. Also die offensichtlichen Schwächen und Fehler auch mal ganz bewusst zu übersehen, und sich stattdessen auf die guten Seiten zu konzentrieren. Den Respekt voreinander nicht zu verlieren, und den anderen auch immer wertzuschätzen für das, was er ist.
4. Flirten - sie haben nie aufgehört, miteinander zu flirten. Sie haben sich immer Freiheiten gegeben - seitdem ich denken kann, fährt mein Vater mindestens einmal im Jahr mit seinen Kumpels allein in den Urlaub, und meine Mutter mit einer Freundin oder einer ihrer Töchter alleine irgendwohin. Und noch nie war einer von beiden dann eifersüchtig oder kontrollierend. Handys gab es eh noch nicht, und meine Mutter fand es völlig ok, mal eine ganze Woche lang nichts von ihm zu hören.
Und sie necken sich gern gegenseitig - mein Vater weiß genau, wie er meine Mutter ärgern kann, und das macht er leidenschaftlich gern, weil sie sich dann aufregt und hochgeht wie eine Rakete, also sehr emotional wird. Wie er sie danach wieder runterbringt, kann ich mir nur denken
Ich bin wahrscheinlich deshalb für Beziehungen verloren, weil
meine Beziehungsideale aufgrund meiner Vorbilder so groß sind, dass sie heutzutage wohl eher unrealistisch sind
