Zitat von Yonda:Ich bemühe mich um diese Haltung, da ich Fairness wichtig finde. Natürlich grub ich mich durch die ganzen psychologischen Niederungen, um eine Antwort zu erhalten für sein und auch mein Verhalten. Das große "WARUM?". Es hat aber den noch viel wichtigeren Sinn, meinen Sohn die Unterstützung zu geben, damit er nicht den qualvollen Weg seines Vaters geht. Ich sehe zwischen Vater-Sohn so viele Parallelen im Verhalten.
Hm. Ja, natürlich kann sich der Nachwuchs nicht komplett davon frei machen. Die Frage ist eben nur: Wieviel von Daddy oder Mommy haben die wirklich mitbekommen und wieviel davon schadet in der Tat. Wenn Du da schon krasse Anzeichen siehst, ist es wohl sinnig da früh genug entgegen zu wirken.
Zitat:Da sprichst du aus, was auch meine Therapeutin erwähnte.
Sich die Ferndiagnose-Manschette anlegt...

Zitat:Jahre zuvor fing ich an zu recherchieren, weil ich mir einfach keinen Reim mehr auf das Verhalten meines Ex machen konnte. Ich lernte was über Gefühlsblindheit, Narzissmus, Autismus/Asperger. Da gibt es Tendenzen bei ihm, die in diese Richtung weisen. Dann sitze ich vor kurzem vor der Lehrerin meines Sohnes (sie ist wirklich eine gute, engagierte Lehrerin), die mir sagte, dass sie bei meinem Sohn manchmal denkt, sie hätte einen kleinen Autisten vor sich. Ich gehe mit dieser Aussage sehr besonnen um, innerlich kreischend am Rad drehend, aber ich weiß, da stimmt was nicht bei beiden, Vater und Sohn.
Teilautismen sind nicht so unwahrscheinlich heute. Früher hat man das als "Träumer" oder meinetwegen "aufgewecktes Kind" abgetan. Vieles ist aber, muss man leider sagen, selbst bei autistischen Kindern, einfach schlechte Erziehung. Das werfe ich Dir nicht vor, erlebe es aber immer wieder im Schulalltag. Da haben wir auch einen Autisten, der aber von der Mutter auch so dermaßen falsch erzogen wird (inkl. Schlaf mal mit Mami in einem Bett mit 12... brrrr...), dass ich halt die Balken biegen. Von Jugendamt-Seite her kannst Du nichts machen, weil der genug zu essen bekommt (mehr als genug hust) und auch sonst nicht verlottert ist. Und da sie ihn nicht brutalisiert, sondern ihn halt psychisch zum Pfosten erzieht, wird die sich noch umgucken, wenn der Kleine mal 15 wird und ihn dann Mädchen interessieren. Ich würde fast garantieren, die hat dann so nen kleinen Psycho da sitzen, der auf sie einprügelt. We'll see... ich seh den ja noch n paar Jahre.
Zitat:Mein Sohn geht seit über 2 Jahren zu einer Kinderpsychologin, seit einiger Zeit macht er mit der Schulsozialarbeiterin Empathietraining. Ich stehe mit einem Terminwunsch bei der Kinderpsychatrie auf der Warteliste. Vielleicht alles übertrieben? Glaube nein. Mein Kind leidet, er hat depressive Stimmungen, äußert, dass er sich wünscht, nie geboren zu sein etc.
Kinder sind sehr feinfühlig. Es kann natürlich sein, dass er Stimmungen von Dir auffängt und sie dann auf sich bezieht. Keine Ahnung wie sehr er z.B. Eure Streits wahrgenommen hat. Aber ich erlebe es sehr häufig, dass Kinder Streits zwischen den Eltern, gerade wenn die geschieden sind, auf sich beziehen. Keine Ahnung, wie oft Du ihm das schon klargemacht hast, aber manchmal wirkt so ein Gespräch ja Wunder... Eltern unterschätzen da halt auch häufig die Auffassungsgabe ihrer Kinder, weil sie sie nicht mit ihren eigenen Problemen belasten wollen.
Zitat:Ich will auf keinen Fall behaupten, dass mein Ex grundsätzlich krank, gestört oder sonst was ist, aber so partiell, wie du sagst, da läuft was nicht richtig rund. Als hätte das Hirn an der Stelle, wo es sich selbst im Kontext zur Umwelt sieht, ein etwas "eigenwillige" Verdrahtung, die an sich nicht pathologisch ist, aber im Alltag und auf dem Feld der Beziehung einiges an Sprengstoff hat.
Mir geht darum, damit irgendwie klarzukommen: a) für meinen Sohn, b) für mich.
Das kann auch aus erlernten Zwängen entstehen. Wie die dann entstanden sind, gälte es zu evaluieren und das bekommst Du meist nie mehr raus, wenn der- oder diejenige da keinen Handlungsbedarf sieht. Einem Kumpel von mir ist mit jetzt fast 40 aufgegangen, dass er einen Kontrollzwang hat. Und er nutzt jetzt Musikproben mit ner Band dafür in den "Zen-Modus" zu schalten. Das klappt ganz gut, meinte er. Diese Kontrollzwänge haben ihn aber temporär vollkommen durch ne voreingenommene Brille blicken lassen. Und bis das nicht metabolisiert war, konnte der andere Meinungen nicht erkennen. Das erlebe ich auch bei manchen Frauen, die erst ihre Zeit benötigen, bis ihr Metabolismus angesprungen ist und die dann erst sachlicher auf die Situation gucken können. Dagegen habe ich einen Kumpel, der das fast immer kann. Das finde ich megagruselig, weil ich den teilweise für zu roboterartig halte, was das angeht.
Zitat:Nu habe ich doch drüber geschrieben. Ich hatte etwas schlechtes Gewissen, den Strang eines anderen missbraucht zu haben für mein Thema, aber der Strang ist eh gekapert, TE flüchtig sonst wo, da mag diese stille Seitenunterhaltung auch nicht mehr groß ins Gewicht fallen.
Ich glaube, WENN der TE noch mitliest, kann er eine Menge aus ALLEM hier Geschriebenen mitnehmen. Aber das muss eben auch jeder selbst entscheiden und ob er da auch genug differenzieren kann, wage ich nicht zu bewerten.