Zitat von leilani1801:
Der Emanzipation geht es nicht darum Männer zu Frauen zu machen und umgekehrt. Sondern es geht um gleiche Rechte für beide Seiten. Und bis heute gibt es da für beide Seiten, trotz der Rechtslage, erhebliche Mängel, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass Frauen da nach wie vor den kürzeren ziehen.
Vordergründig geht es sicherlich bei Emanzipation um gleiche Rechte = juristisch und gesellschaftlich gesehen.
Umfasst den Zugang zu Bildung, zu Ressourcen, persönliche Entfaltungsmöglichkeiten und Lebensentwürfe.
Gesetze können da schon Entwicklungen anschieben wie die geteilte Elternzeit und das Bewusstsein, dass Väter da auch gefordert und gefördert sind, ihre Sprösslinge beim Aufwachsen zu begleiten.
Alles schön und gut. Die eigentliche Emanzipation passiert im Kopf, im Denken, in der Bewusstwerdung festgefahrener, übernommener Denkmuster ("Männer sind so -- Frauen so" usw. usf.) und dessen Korrektur. Das betrifft nicht nur diesen Männer-Frauen-Diskurs, sondern die Denkmuster (Kategorien) die wir generell haben über unsere Welt. Wir Menschen vereinfachen die Komplexität unserer Welt durch Kategorienbildung sprich "Schubladendenken". Das werden wir wohl nicht ablegen, aber der Lernprozess besteht darin, diese Schubladen nicht als Gottgegeben hinzunehmen sondern als veränderlich und eben konstruiert und sie nicht zur Bewertung einzelner Personen herzunehmen.
Ich will hier auch nicht behauptet haben, dass es "Geschlecht" nicht gibt. Ich habe ja Augen im Kopf. Selbst beim Thema Körperlichkeit gibt es ja schon so eine große Bandbreite in den Kategorien "Frau/Mann", allein schon was den jeweiligen Hormoncocktail angeht, der sich im Alterungsprozess auch noch ändert.
Wir Menschen müssen in unserer Welt heute noch viel mehr in die Lage kommen, diese innern Schubladen zu identifizieren, zu modifizieren und das ganze nicht allzu ernst zu nehmen. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn!
