Sarina80
Gast
Zitat von Komodo:Was ihr schreibt ist alles richtig - das ist mir auch bewusst. Der Schritt dahin, es anszusprechen, fällt mir aber enorm schwer.
Aktuell verschlimmern sich ihre Symptome, sie hängt ziemlich drin.
Dazu kommt noch etwas, was mir langsam immer bewusster wird: Sie hat bis Ende August Vollzeit gearbeitet (sozialer Job, Kinder in schwierigen Familien), seit September arbeitet sie nur noch halbtags (flexible Termingestaltung) und studiert daneben erneut, da ihr aktueller Job sie auf Dauer fertig macht. Dazu kommt, dass sie noch putzen geht, um ihre Finanzkraft nicht ganz so sehr zu schwächen. Gestern hat sie mir völlig fertig gesagt, dass sie Angst hat, das alles nicht zu schaffen. Ich habe ihr natürlich Mut gemacht, jedoch habe auch ich meine Bedenken, ob sie das auf Dauer durchsteht. Sie erscheint aber aktuell wirklich überfordert damit zu sein, was ich nachvollziehen kann. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist schwierig. Noch dazu lässt sie sich gerne dazu hinreißen, schnell die Flinte ins Korn zu schmeißen, wenn etwas nicht so gut funktioniert (z.B. wenn sie in der Uni etwas nicht so schnell versteht oder eine Aufgabe nicht hinbekommt). Das ist in meinen Augen eine sehr schwierige Kombination. Das alles scheint sie momentan sehr unzufrieden zu machen... Als wir uns kennenlernten war sie so eine Frohnatur.. Ihr Lächeln und Lachen hat mich dahinschmelzen lassen.. mittlerweile sehe ich das von ihr nur noch sehr selten, leider. Aber ich kann ihr keinen Vorwurf in dieser Hinsicht machen, da das wie gesagt eine große Belastung darstellt.
Um mit Kindern aus instabilen Verhältnissen zu arbeiten, muss man eine gefestigte Persönlichkeit besitzen. Ansonsten kann man diesen Beruf nicht im Sinne aller Betroffenen ausüben. Dass deine Freundin kein gefestigter Mensch ist steht außer Frage. Außerdem muss man diese Aufgabe mit Leidenschaft machen oder eben besser gar nicht.
Du hast Angst, dass du ihr in dieser Situation ein ehrliches Gespräch nicht "zumuten" kannst, weil sie dies noch mehr "belasten" würde. Was allerdings ist die Alternative dazu? Unehrlich und entgegen seiner Bedürfnisse eine Beziehung zu führen, die dich immer mehr zum Hampelmann macht? Ist das die Alternative? Es wird immer Stresssituationen im Leben geben. So gesehen gäbe es wohl nie den richtigen Zeitpunkt.
Wenn es deiner Freundin um DICH geht, sie DiCH aufrichtig liebt, wird sie dieses Gespräch begrüßen und versuchen ihr Verhalten zu ändern, weil sie nicht will, dass du wie ein Hund an der Kette leben musst
Tut sie es nicht, geht es ihr lediglich um ihr Ego, die Kompensation ihrer Ängste durch dich, was dich absolut austauschbar macht. Entweder sie sieht dich als individuellen Menschen oder eben nicht.