Melias
Mitglied
- Beiträge:
- 664
- Themen:
- 2
- Danke erhalten:
- 1128
- Mitglied seit:
Es gab aus meiner Ansicht nach weder Anlass dafür noch kam es für mich in beiden Fällen erwartet.
Ich habe jedoch schon von vielen Interviews/Statements von Borderlinern gelesen, die inzwischen in Therapie sind, dass es halt wie ein Ungeheuer in deren Kopf ist, dass diese Befürchtungen immer realer und den emotionalen Schmerz bis zum Unaushaltbaren voranträgt. Es gibt nichts, was ihr diese Angst in dem Moment nehmen kann.
Meine ständigen Bekundungen, dass all das nicht zutrifft und sie die "eine" für mich ist, halfen nichts. Ihr "Ungeheuer" hat sie schon völlig im Griff gehabt - bis sie es dann beenden musste, um sich wieder freier zu fühlen.
Man darf immer dabei nicht vergessen, dass all das nicht bedacht, gewählt oder mutwillig gemacht wird. Wie bei mir ein Wutanfall, weil irgendwas nicht geklappt hat, wobei ich den Ball in die Bande hämmer oder im Büro mit den Fäusten auf den Tisch schlage, ist es im Falle von Borderline um ein Vielfaches intensiver, schlimmer und unaushaltbarer. In einem Statement von einer Borderlinerin hab ich mal gelesen, dass sie es mit Feuer verglichen hat: Es fühlt sich so an, als würde sie in Flammen stehen und brennen und es wird mit jeder Minute, Stunde schmerzhafter und unaushaltbarer. Durch das "Wegpushen" kann sie die Kontrolle ein wenig zurückerlangen und den Brand damit etwas löschen. Daher kommen mitunter auch die Selbstverletzungen, weil diese erträglicher sind als der emotionale Schmerz. Das muss man sich mal vor Augen führen.
