Mindtricks
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Ja, ich war emotional - nicht weinerlich.
Sie kam von ihrem neuen Job nach Hause und hat einen extrem genervten Eindruck gemacht. Wütend, dann am Boden zerstört und leidend. Sie ist komplett in eine Existenzkrise gerutscht und sich selbst infrage gestellt.
Ich habe sie in dieser Zeit aufgebaut und ihr Mut zugesprochen - "Wir schaffen das gemeinsam!".
Erst als sich nach Wochen noch immer keine Besserung eingestellt hat und sie sehr auf sich fokussiert war, habe ich das Thema angesprochen. "Mir fällt auf, dass du dich sehr zurückgezogen hast - magst du darüber reden?".
Es war das komplette Ausbleiben körperlicher Nähe, worunter ich nach Wochen dann schon gelitten hatte.
Und ja: Mein Nachfragen und meine Nähe haben bei ihr Druck erzeugt...das hat sie mir offen gesagt. In ihren Augen hatte ich Erwartungen an sie, denen sie nicht gerecht werden konnte. Weil sie mit sich selbst beschäftigt war (und sie ist ein Typ, der von Kindheit an gelernt hat, dass sie als Frau im Leben alleine klarkommen bzw. sich alleine durchboxen muss).
Sie hat mich also nicht als Unterstützung gesehen...als Säule, die ihr Halt gibt sondern als Last und Druck. Denn nun musste sie auch noch für mich da sein und der Beziehung und den möglichen Erwartungen gerecht werden.
Ich habe ihr erklärt, dass ich ihre Lage und ihre Angst nachvollziehen kann und dass sie diesen Druck nicht haben müsse - ich wäre einfach nur da...an ihrer Seite...falls sie reden möchte.
Wie gesagt ist ja alles noch einmal aufgeflammt und wir hatten eine gute Zeit, bis dann im Dezember ihre Trennung kam.
Sie würde mich noch lieben aber sie könnte es so nicht fortführen. Ihre Baustellen wären zu groß.
Ich möchte sagen, dass sie beruflich (nach außen hin) eine starke, selbstbewusste Person ist - eine Macherin, die mit erhobenem Kopf durch die Firma läuft.
Zuhause aber zeigt sich dann ihre eigentliche Natur: Sie sinkt zusammen, sie wirkt nachdenklich und bedrückt. Eine Frau, die vieles im Leben mitgemacht hat und vor allem gelernt hat, sich auf niemanden zu verlassen und alles alleine auszulöffeln.
Von "zerreden", wie du @Mann1989 es hier darstellst,würde ich nicht sprechen. Aber ja: Ich kann nicht einfach wegschauen, wenn ich Verhaltensänderungen bei meinen Liebsten bemerke. Dann möchte ich zumindest wissen, woran ich bin und wie ich ggf. unterstützen kann. Als "Overthinker" reite ich mich sonst immer tiefer rein in ganz üble und pessimistische Szenarien.
@Wulf
Ja, ich sehe es genauso - sie will nicht mehr.
Laut ihrer Aussage brauche sie diese Woche für sich - um sich zu erholen..um wieder zu sich selbst zu finden, da sie der Job zermürben würde. Aber ich fühle, dass es vorbei ist.
Und habe ich im vergangenen Jahr hier noch einen anderen Eindruck vermittelt...am Boden zerstört womöglich, so bin ich dieses mal gefasster. Weil ich a) den Sprung in der bislang heilen Fassade nicht übersehen kann und b) meine Mauern (aus Selbstschutz) ein Stück weit wieder aufgebaut habe.
Ich habe akzeptiert, dass es so nicht weitergehen kann...die letzte Woche vor allem hat gezeigt, dass so eine Beziehung keinen Bestand haben wird.
Aber mein Herz hängt trotzdem noch an "uns".