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Sie geht auf Distanz nach Jahren der intensiven Liebe

S
Fakt ist aber, dass es Dir nichts bringt zu wissen, warum sie so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat. Warum sie sich entfernt hat. Sie hat sich entfernt, und zwar von Dir. Das hat Gründe, die weiß nur sie. Vielleicht weiß oder ahnt sie sie nicht mal selbst so genau. Tatsache ist, sie ist weg. Das ist die Information, die für Dich wichtig ist. Und egal was sie mit sich ausmachen muss, sie wollte Dir sicher nicht mit Absicht weh tun, aber sie hat es getan. Und Du kannst ihr nicht helfen und Du kannst es nicht ändern. Du kannst nur Dir selbst helfen.

Schlaumeier-Worte, ich weiß. Nicht, dass ich immer so clever und rational bin, die selbst zu beherzigen.😉 Aber objektiv und nüchtern betrachtet, ist es halt so.

x 2 #316


mokka_23
@Mindtricks Weisst du, wenn dein Vater Alk. war, war deine Mutter vermutlich co-abhängig und stark suf den Bedürfnissen und Launen deines Vaters fixiert. Als Kind kamst du in solch einem Setting emotional vermutlich zu kurz. Es könnte daher sein, dass dich deine Ex deshalb so geflasht hat, weil du dich gesehen gefühlt hast. Und ja, wenn man/frau Beziehungsdynamiken und -Muster verstehen will, ist Psychologie hilfreich. Nur so ein Tipp 😉

#317


A


Sie geht auf Distanz nach Jahren der intensiven Liebe

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Mindtricks
Zitat von So-What:
Zu was konntest Du Dich nicht durchringen? Ihr zu sagen, dass Du sie liebst?

Das ist emotionale Erpressung.


Die Beziehung überhaupt einzugehen. War ein Kampf zwischen Kopf und Herz und mein Kopf wollte das Ding gewinnen.
Vielleicht tatsächlich eine unterbewusste Warnung.
Jedenfalls haben mich ihre Tränen u.a. geknackt - weil ich da gemerkt habe, wie ernst es ihr war.
Die nachfolgenden Wochen haben wir uns dann privat angenähert: Gemeinsam essen gewesen, Spaziergänge..so etwas halt. Und irgendwie sind wir dann zusammengwachsen.

In sofern war ich vorsichtig, weil sich privat ein ganz anderer Mensch zeigte: Beruflich (wie beschrieben) "hart" und "selbstsicher" und privat eher emotional. Sie hat ganz sicher eine Maske aufgesetzt - aber das tun wir ja alle irgendwo.

Damals war sie im Job - und das über viele viele Jahre.
So habe ich sie kennengelernt - routiniert, selbstbewusst. Im neuen Job hat sie zum ersten Mal seit JAhren gemerkt, dass sie doch nicht über allem steht sondern sich alles neu erarbeiten muss...unwissend ist, was die verschiedenen Abläufe angeht etc. Das hat etwas mit ihr gemacht. Ich glaube, in dem Augenblick ist ihr ganzes Selbstbewusstsein zusammengebrochen - sie hat gemerkt, dass sie doch verletzlich und letztendlich nur ein Mensch ist.
Und wiederum DAS hat dazu geführt, dass sie sich und so ggf. auch uns als Partner infrage gestellt hat.
Plötzlich war sie ängstlich (seit langem wieder), voller Zweifel (was sie ewig nicht mehr gespürt hatte) und fühlte sich klein und unwichtig. Und dann ich nebendran, der auch noch seinen Teil vom Kuchen abhaben wollte bzw. die Verhaltensänderung infrage gestellt hat.

Ich verstehe das alles schon irgendwo. Und vermutlich ist auch DAS der Grund, weshalb ich nicht so ohne weiteresloslassen kann.

@Tesi

Ich weiß was du meinst...und der Gedanke killt mich. Aber da sie jemand war/ist, der immer betont hat, wie wichtig Vertrauen ist und dass sie zwar eine leichte Eifersucht bei mir empfindet, wenn ich nicht bei ihr bin (aber mir vertraut), finde ich es etwas abwegig...
Aber ja: MAn weiß nie.

@mokka_23

Es kann alles sein. Ich finde es vielleicht nie wirklich raus.

#318


S
Zitat von Mindtricks:
Im neuen Job hat sie zum ersten Mal seit JAhren gemerkt, dass sie doch nicht über allem steht sondern sich alles neu erarbeiten muss...unwissend ist, was die verschiedenen Abläufe angeht etc. Das hat etwas mit ihr gemacht. Ich glaube, in dem Augenblick ist ihr ganzes Selbstbewusstsein zusammengebrochen - sie hat gemerkt, dass sie doch verletzlich und letztendlich nur ein Mensch ist.
Und wiederum DAS hat dazu geführt, dass sie sich und so ggf. auch uns als Partner infrage gestellt hat.

Kann sein, muss aber nicht.

Und wenn es so war, ist man doch in einer Beziehung mit echter Nähe froh jemanden zu haben, der da ist, zuhört, Kopf tätschelt, Alltag vergisst, die Hand hält, sich anlehnen kann. Für mich schreien aber sowieso diese ganzen Extreme nach Oberflächlichkeit. Vielleicht kann/kennt sie das aber auch nicht anders.

Menschen wollen immer einen Grund, ich weiß. Ich auch. Nur auf emotionaler Ebene wird es schwer sein, diesen zu erfahren. Man kann Menschen nur vor die Stirn gucken.

Vielleicht ist es ganz anders. Ganz banal. Neuer Kollege, der auch gang schick ist und näher wohnt. Reunion mit dem Vater des Kindes. Who knows?!

x 2 #319


Mindtricks
Jo, kann sein. Nur wie gesagt fragt man sich als Mann dann: "Wie tief kann die Liebe gewesen sein, wenn man sich einfach den erstbesten neuen Kollegen schnappt, nur weil dieser näher wohnt?".

Das ist dann wohl eher eine Zweckbeziehung als eine, die von tiefstem Herzen kommt.
Da müsste ich mich sehr in ihr getäuscht haben...dann stelle ich alles infrage, was ich über Menschen und mein Bauchgefühl zu wissen glaube.

#320


K
Zitat von Mindtricks:
Jo, kann sein. Nur wie gesagt fragt man sich als Mann dann: "Wie tief kann die Liebe gewesen sein, wenn man sich einfach den erstbesten neuen ...

Gefühle ändern sich. Das heißt nich unbedingt, dass das davor gelogen oder unecht war.
Aber so ein Verlust tut nunmal besonders weh

x 1 #321


R
Liest sich, als hätten wir dieselbe Frau gehabt:
Lovebombing,
Idealisierung, schleichende Entwertung (der Pegel zwischen Idealisierung und Entwertung schlägt anfangs noch deutlich in Richtung Idealisierung aus, kippt aber irgendwann hin zu Entwertung und ab da hast du komplett verloren, wenn du nicht rechtzeitig deine Eier wiederfindest)
Oberflächliche Toughness und gespielte Lockerheit und Offenheit bei tatsächlicher innerer Zerissenheit und Unsicherheit.
Temporäres Ghosting und Beziehungspause (bei mir waren es 6 Monate).
Ran ziehen <=> Wegstoßen. Unfähigkeit, über echte Gefühle und Probleme zu sprechen (keine Emotionen)
180 ° Kehre >> Erst war man die beste Erfindung seit geschnitten Brot und dann war alles, was vorher ach so toll war entweder nicht mehr existent oder es gab es nie.
Gaslighting, Verleugnung, Schuldumkehr.
Das volle Programm.
Herzlichen Glückwunsch, du warst wahrscheinlich den Anzeichen nach mit einer verdeckten Narzisstin zusammen.
Wäre es reine Bindungsangst, würde es sich nur auf ihre Beziehungen auswirken. (Aber ja, der Bindungsstil solcher Menschen ist unsicher)

Und da du genauso ein Hirni bist wie ich, wirst du noch ne Weile dran zu knabbern haben. Vor allem weil du noch viel zu sehr in der Analyse steckst. Solche Menschen wie deine Ex sind unglaublich gut darin, genau die Art von Mensch wie dich (oder mich) an sich zu binden. Du läufst vor deinen Emotionen weg, machst dir was vor (du bist weiterhin nicht der rationale Mensch, für den du dich hältst) und hast wenig Selbstwertgefühl. Da docken die dann an, polieren dein Ego und machen dich abhängig (was du eindeutig bist).
Wenn du vorher aus einigen dysfunktionalen Beziehungen kamst, umso leichter wird es, weil dein Selbstbild eh schon im Eimer ist.

Die Antwort ist und wird bleiben, dass Distanz und Selbstfindung der einzige Weg sein werden, sollte es noch jemals wieder so etwas Ähnliches wie eine Wiederannäherung geben und solltest du mit einem halbwegs intakten Nervensystem da rausgehen wollen.

Sie wird übrigens hin und wieder Pings setzen und testen, ob du noch verfügbar bist.

x 2 #322


Mindtricks
@Ravenclaw

Hey, danke dir. Habe deinen Beitrag gestern gar nicht mehr gelesen. Was du da zusammenfasst, trifft ziemlich genau auf unsere Situation zu. Wobei mir der Grund für den plötzlichen Sinneswandel nicht wirklich klar ist - das ist es ja, was mich so beschäftig. Bin ich (wieder mal) durch einen anderen Mann ersetzt worden? Hat sie mich als Belastung empfunden? Sowas halt...
Und ja: Narzisstische Züge sind da definitiv vorhanden. Ich weiß nicht genau, wie es in ihren Beziehungen zuvor ablief...halt nur von ihren Berichten. Da war SIE einmal diejenige, die den Schlusstrich gezogen hat, weil ihr Ex-Ex sich ein komplett anderes Leben aufgebaut/vorgestellt hat und dann war da der Ex, der SIE wegen einer anderen hat sitzenlassen - mein Vorgänger also. Angeblich...vielleicht ist da aber etwas ganz Ähnliches gelaufen und die Männer haben (im Gegensatz zu mir) schnell die Reißleine gezogen.

Ja: Ich neige dazu, mich in Beziehungen zu verlieren - wirklich das Gute darin zu sehen und mich fallen zu lassen. Jeden Tag auf´s Neue damit zu rechnen, dass sie bald ohnehin das Handtuch wirft, wäre für mich nicht erfüllend. Man will ja auch mal ankommen und nicht jedes Wort und jede seiner Handlungen auf die Goldwaage legen.

Morgens ist meine Verteidigung grundsätzlich im Eimer - da strömen alle Emotionen und Gedanken praktisch ungefiltert auf mich ein. Gerade sitze ich hier und fühle mich wirklich mies (was sich im Laufe des Tages wieder geben wird), was auch mit einem Traum zusammenhängt, den ich heute früh hatte:
Da war kurzzeitig alles in Butter, wir waren glücklich miteinander und dann Zack! wachst du auf und liegst alleine in deinem Zimmer. Grinsendes Gesicht
Das hat mich nochmal zusätzlich runtergezogen.

Das Schlimme in diesen Trennungsphasen ist ja, dass man immer irgendwie das Gefühl hat, das persönliche Glück hänge genau von dieser einen Person ab...und wenn man den Zustand nicht geflickt bekommt, wird man nie mehr zufrieden sein.
Ist natürlich *beep*, das weiß ich. Aber man kann seine Empfindungen ja nicht einfach so abstellen und es dauert für gewönlich eine Weile, bis sich das Hirn mit der neuen Situation abgefunden hat.

Pings (oder Brotkrumen) hat sie schon abgesetzt...und es waren eindeutig unterschwellige Signale in meine Richtung. Ich spreche da von Statusmitteilungen z.B. Sollte ich mir nicht anschauen, was mir auch zu 90% gelingt aber 2x musste ich dann doch reinschauen. Hach! Ich liebe es, mich selbst zu quälen...

x 2 #323


R
Zitat von Mindtricks:
@Ravenclaw Hey, danke dir. Habe deinen Beitrag gestern gar nicht mehr gelesen. Was du da zusammenfasst, trifft ziemlich genau auf unsere Situation ...

Das Loch ist morgens deswegen am tiefsten, weil zu diesem Zeitpunkt auch der Cortisolspiegel am höchsten ist. Wenn dein Nervensystem eh schon im Eimer ist, und du sowieso in den letzten Monaten sehr viel davon ausgeschüttet hast, wirkt das gleich nochmal doppelt so stark, da deine Reiz-Reaktionsschwelle nur noch klein ist und sofort körperliche Symptome (Anspannung, Unruhe, Tränen etc.) hervorruft. Außerdem durchlebst du einen Dopaminentzug, da du dich im Laufe des Tages immer wieder versuchst, dich mit Rationalsierungen zu beruhigen, dass so, wie sie gerade ist, nicht aufgrund mangelnder Zuneigung geschieht, sondern weil sie z.B.Bindungsangst oder sowas hat. Gut, das kann sogar sein, aber das Ergebnis bleibt dasselbe und bringt dich nicht weiter. Jedenfalls schüttest du bei jedem Nachsehen, ob sie einen Status geladen hat, bei jeder nochmal gelesenen Nachricht, bei jedem Mal, wo du an sie denkst und -das ist das Wichtigste: bei jedem Mal, wo du beim Gedanken an sie an dir rumspielst (unterlass das unbedingt)- u.a. Dopamin (auch in kleinen Mengen) aus, was die Abhängigkeit aufrecht erhält und beim Abflachen zu diesen widerlichen Löchern führt.

Du wirst es mir vielleicht nicht glauben, weil meine Worte immer etwas direkter sind, aber ich habe echt Mitgefühl mit dir, weil ich ganz genau weiß, was du gerade aus welchen Gründen durchmachst. Ich sehe Teile von mir in dir und könnte dich schütteln, weil es "Schwächen" sind, die auch ich habe.
Und ja, auch ich "leide" zu bestimmten Phasen noch. Das geht bei einer derartig tiefen Abhängigkeit (und durchaus auch parallel existierenden Liebe - wer sagt, es sei immer NUR reine Abhängigkeit tut mir aufgrund seiner eindimensionalen Denkweise leid) nicht mal so eben weg.
Aber es ist eben wichtig, zu dir selbst zurückzufinden und unbedingt zu transformieren, sonst landest du immer wieder da, wo du jetzt bist, ob mit oder ohne sie.
Und weil du eben nicht, wie die meisten Menschen, linear, sondern in Ebenen denkst, werden auch gut gemeinte Ratschläge a la "Die Alte hat ne Macke!" oder "Vergiss sie einfach!" nicht verfangen. Denjenigen hilft das, dir aber nicht.
DIr helfen auch keine Machosprüche im Sinne von "Ein Alpha handelt so und so blablabla..." Lass dor von solchen Spinnern bloß nichts einreden.
Du musst dein Wesen von Grund auf umkrempeln und sämtliche Anteile von dir integrieren und Selbstwert entwickeln.
Es WIRD sich nichts an ihrem Verhalten dir gegenüber ändern, wenn du dich nicht änderst. Aber du änderst dich für dich, nicht für sie. Ob ihr je wieder zueinanderfinden werdet, steht in den Sternen, aber völlig ausgeschlossen ist es nicht. Es ist nur ausgeschlossen, wenn du dich weiterhin hinter der Geschichte von "Wenn ich jemanden liebe, gebe ich nicht so schnell auf" versteckst und ansonsten nix tust. "Kämpfen" führt bei Menschen wie ihr zum kompletten Gegenteil dessen, was du erreichen willst. Sie stößt dich dadurch nur noch mehr weg und du leidest weiter.
Ich hab deswegen die schlimmsten Monate meines gesamten Lebens hinter mir.

Der Punkt, der dich zum Nachgrübeln bringt, der Punkt, an dem sie "plötzlich" anders wurde, war der sog. Kipppunkt. Ab da überwog die Entwertung der Idealisierung und es ging rapide bergab. Das wusste sie wahrscheinlich selbst nicht und hat deswegen immer wieder auch noch Versuche unternommen, dich ran zu ziehen, dich dann aber auch schnell wieder weggestoßen (Push/Pull).

Die Angst vor einem anderen ist die absolute Hauptangst. Das liegt daran, dass deine Psyche dich mit dieser absolut behämmerten Methode paradoxerweise auf das schlimmstmögliche Szenario vorbereiten will. Für Menschen wie uns ist ein anderer Mann gleichzusetzen mit völliger Entwertung der eigenen Person und dem Gefühl von Ersetzbarkeit und somit Nichtigkeit. Das ist eine Folge des mangelnden Selbstwertes. Die Gedanken daran sind teilweise so real und echt, dass sämtliche winzigen Indizien als absolute Beweise herangezogen und zu vollkomnen "logischen" Gebilden versponnen werden, die aber eigentlich nur Sein/Sollensfehler sind.

Und warum du sie in meinen Ausführungen wiedererkennst liegt daran, dass solche Verhaltensmuster fast schon physikalischen Gesetzmäßigkeiten folgen. Es weicht individuell etwas ab, aber im Großen und Ganzen verhalten sich Menschen mit solchen Strukturen gleich.

Was mir übrigens sehr geholfen hat:
Ich habe zwei Bücher geschrieben, in denen ich Beziehung und Trennung thematisiert hab. Mittlerweile sitze ich am dritten.

x 4 #324


S
Ich denke, Dein aktueller Gemütszustand ist bei frischem Liebeskummer völlig normal. Du darfst ja trauern. Und man macht auch mal Dinge, von denen ma weiß, dass sie nicht unbedingt förderlich sind.

x 3 #325


R
Zitat von So-What:
Ich denke, Dein aktueller Gemütszustand ist bei frischem Liebeskummer völlig normal. Du darfst ja trauern. Und man macht auch mal Dinge, von denen ...

Sein Liebeskummer ist in dem Sinne nicht frisch. Ich hab den genauen Zeitraum jetzt nicht im Kopf, aber die Abwärtsspirale mit den verbundenen Gedanken, Emotionen, Gefühlen, Stimmungen und Handlungen, die auch Liebeskummer gleichen, dreht sich schon länger. Es gab mehrere Warnschüsse, Off-Phasen und Wiederannäherungen. Dass sie ihn jetzt ghostet ist nur das letzte Gl. in einer längeren Kette.
Wenn ich mich recht entsinne, hatten sie erst neulich nochmal so etwas wie einen Neuanfang gewagt (oder verwechsel ich das jetzt mit einem anderen Fall? Mir war da sowas von um Weihnachten rum) .
Hatte ich seinerzeit auch - ging ne ganze Woche lang "gut" (eigentlich war es sch., wenn da nicht dieser eine Kuss gewesen wäre...).
Das fühlt sich dann zwar erstmal wie frisch an, weil die gesamten Hoffnungen (oder genauer, die Bindungshormone) dieses letzten Versuchs die Ängste und negstiven Gedanken und Gefühle und Emotionen der vorherigen Wochen wegpusten und zeitweilig vergessen machen, diese sind aber im (Nerven)System bereits verankert.
Ich hab mir mal gesagt: "Hätte ich an dem oder dem Zeitpunkt es dabei belassen,wär ich längst über sie hinweg"
Und so ist es bei Mindtricks ähnlich. Jeder neue Versuch potenziert den Schmerz. Aber der war eben auch vorher schon länger da.

x 1 #326


Mindtricks
1000 Dank an Euch - dass ihr euch hier einbringt und Eure Zeit in meine Situation investiert. Es tut gut zu lesen, dass mein Verhalten zumindest halbwegs nachvollziehbar ist.

Raven: Dein Beitrag gehört (mit einigen anderen hier) definitiv zu meinen Favoriten. Nicht, weil ich Mitleid erwarte oder brauche sondern weil du dich in meine Lage einfühlen kannst...aus männlicher Sicht und mich nicht gleich als Weichei abstempelst, weil ich hier seit Monaten schreibe und mein Leid klage. ich erwarte in so einem Forum nicht nur Zuspruch - jeder hat andere Erfahrungen gemacht oder befindet sich in unterschiedlichen Stadien der Trennung. Der eine ist verbittert, hat gelernt zu kämpfen und versteht nicht, wie ein gestandener Mann hier so einen Zirkus veranstalten kann - der andere hingegen weiß noch sehr genau, wie sich die Trennungsphase anfühlt und kann aus einer ganz anderen Perspektive schreiben.

Ich glaube am Liebeskummer sind schon ganz andere Kaliber als ich zerbrochen - Millionäre, Könige und sicher auch der ein oder andere Kaiser...Menschen, die eigentlich nur schnippen müssten, um eine andere Frau auf ihrem Schoß zu haben. Wirkliche Liebe ist aber nicht so einfach zu ersetzen. Ich glaube, dass Trauer/Liebeskummer/Verlust jeden umhaut (auf die ein oder andere Weise) - egal wie stark man ansonsten ist.
Man weiß ja heute zum Glück, woran all der Schmerz festzumachen ist und wie man idealerweise damit umzugehen hat...aber steckt man mittendrin, dann halten alle Ratschläge oft nicht wirklich lang an.

Und ja: Meine Unsicherheit, mein schweres Herz, mein Grübeln hält nun schon seit sechs Monaten an...und wenn ich mich richtig erinnere, hat es auch davor immer mal einige Tage gegeben, wo ich an uns gezweifelt habe. Weil auch dort mal plötzlich zwei Wochen lang eine unerklärbare S-Flaute herrschte z.B.
Vielleicht hat es da für sie schon langsam begonnen und es wurde seitdem vieles was ich gesagt oder nicht gesagt habe auf die Goldwaage gelegt. Entsprechend war sie mir natürlich schon Monate voraus mit ihrem Prozess der Abnabelung. Schon vor dem Jobwechsel. Der erste wirkliche Bruch war (wie du richtig sagst) im Dezember + nachfolgender Klärung und einem Neustart.

Du hast Recht: Ich muss jetzt auf mich schauen und an mir arbeiten. Meine Wunden *beep*, meine eigenen Schwächen angehen (blinde Flecken) und nach vorne blicken. Es war/ist eine emotionale Abhängigkeit, keine Frage. Und ich frage mich tatsächlich, wie ich da wieder habe reinrutschen können...an dem Punkt war ich schon einmal vor über 12 Jahren.

(Das mit den Büchern finde ich interessant - wenn du magst, kannst du mir die Titel ja mal schicken)

@So-What
Normal ist das vielleicht schon. Aktuell will ich nur einfach diese Gefühlskirmes nicht mehr...von morgens depri und rastlos zu abends ruhig und gefasst. Es ist ein dauerndes Auf und Ab, das mir aktuell derart an die Substanz geht...unglaublich. Es zieht sich jetzt schon so lange hin, weil ich einfach die Eier nicht hatte, von mir aus einen Schlussstrich zu ziehen oder klare Grenzen zu setzen.

#327


RoteTablette
Zitat von Mindtricks:
Aktuell will ich nur einfach diese Gefühlskirmes nicht mehr...von morgens depri und rastlos zu abends ruhig und gefasst. Es ist ein dauerndes Auf und Ab, das mir aktuell derart an die Substanz geht...unglaublich. Es zieht sich jetzt schon so lange hin, weil ich einfach die Eier nicht hatte, von mir aus einen Schlussstrich zu ziehen oder klare Grenzen zu setzen.

Witzig. Das könnte 1:1 von mir sein, obwohl meine Situation eine andere ist als deine.

x 1 #328


Mindtricks
Und da sind wir wieder...im morgendlichen Blues. So kann das doch nicht weitergehen!
Gestern Abend war ich beim Sport und habe ganz gut was geschafft - das Grundrauschen war zwar trotzdem spürbar in der Brust aber mir ging es besser.
Wie gesagt gelingt es mir, die ganze Situation ab Nachmittag rationaler zu sehen und mich sogar zu einem großen Teil mit dem offensichtlichen Ende zu arrangieren.

Fast zwei Wochenhält die von ihr initiierte Kontaktsperre nun an - an die ich mich ebenfalls strikt halte, damit sie den Raum (die Leere) spürt und überlegen kann ob es wirklich DAS ist, was sie zukünftig gerne möchte. Wie gesagt fällt ja auch bei ihr die Routine weg: Telefongespräche, Nachrichten am Morgen oder am Abend, meine Aufmerksamkeit bzw. die (zuletzt allerdings eingebrochene) Zweisamkeit.
Mir wiederum gibt es Zeit (mit Eurer Hilfe) meine Situation zu überdenken, einen gewissen Abstand zur Sache zu gewinnen und auch über meine eigenen Fehler nachzudenken - was mal besser und mal schlechter funktioniert.

Ich stehe zu meinem Wort (das ich mir selbst gegeben habe) und werde mich nicht bei ihr melden - ich habe genug investiert und habe den ersten Schritt gemacht. Wenn von ihr auch nichts mehr kommt, dann war es das wohl.

Viele sagen ja: "Bloß den Kontakt nicht von dir aus herstellen - der Schritt muss von ihr selbst kommen. Sie hat aus gewissen Gründen entschieden, den no contakt aufzusetzen...und wenn du diesen Wunsch von dir aus brichst, dann wirkt du bedürftig und es könnte wieder als Druck aufgefasst werden"

Andere haben mir allerdings geraten: "Nach Zwei Wochen kannst du ja nochmal locker bei ihr nachfühlen, um ihr zu zeigen, dass du nicht komplett weg bist - so nimmst du ihr den Stolz, brichst das Eis und ihr könnt ggf. auf einer etwas distanzierteren und weniger emotionalen Ebene klären, wie und ob das mit euch weitegehen soll. Im Grunde erwartet sie vielleicht sogar, dass du den ersten Schritt machst" (aber diese Genugtuung will ich ihr eigentlich nicht geben - ich muss halt überlegen, ob ich jemanden in meinem Leben haben möchte, der SO mit meinen Gefühlen spielt, mein Leiden kompromisslos hinnimmt und sich selbst in den Fokus stellt - ohne Rücksicht auf Verluste. Da müsste schon Reue erkennbar sein. Aber nach zwei Wochen? Vermutlich ist sie gerade noch in der Phase der Erleichterung).

Ist das alles ein beschissenes Spiel...

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Stella31
Zitat von Mindtricks:
brichst das Eis und ihr könnt ggf. auf einer etwas distanzierteren und weniger emotionalen Ebene klären, wie und ob das mit euch weitegehen soll

Du bist aber gar nicht distanziert. Weiterhin bist du komplett emotional und würdest in so einem Gespräch gar keinen inneren Abstand zu ihr haben.
Solange du nicht selbst weißt, was du noch willst, kannst du ein Gespräch, was besser verläuft als eure letzten wahrscheinlich nicht führen.

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