Zitat von Mindtricks:@Ravenclaw Hey, danke dir. Habe deinen Beitrag gestern gar nicht mehr gelesen. Was du da zusammenfasst, trifft ziemlich genau auf unsere Situation ...
Das Loch ist morgens deswegen am tiefsten, weil zu diesem Zeitpunkt auch der Cortisolspiegel am höchsten ist. Wenn dein Nervensystem eh schon im Eimer ist, und du sowieso in den letzten Monaten sehr viel davon ausgeschüttet hast, wirkt das gleich nochmal doppelt so stark, da deine Reiz-Reaktionsschwelle nur noch klein ist und sofort körperliche Symptome (Anspannung, Unruhe, Tränen etc.) hervorruft. Außerdem durchlebst du einen Dopaminentzug, da du dich im Laufe des Tages immer wieder versuchst, dich mit Rationalsierungen zu beruhigen, dass so, wie sie gerade ist, nicht aufgrund mangelnder Zuneigung geschieht, sondern weil sie z.B.Bindungsangst oder sowas hat. Gut, das kann sogar sein, aber das Ergebnis bleibt dasselbe und bringt dich nicht weiter. Jedenfalls schüttest du bei jedem Nachsehen, ob sie einen Status geladen hat, bei jeder nochmal gelesenen Nachricht, bei jedem Mal, wo du an sie denkst und -das ist das Wichtigste: bei jedem Mal, wo du beim Gedanken an sie an dir rumspielst (unterlass das unbedingt)- u.a. Dopamin (auch in kleinen Mengen) aus, was die Abhängigkeit aufrecht erhält und beim Abflachen zu diesen widerlichen Löchern führt.
Du wirst es mir vielleicht nicht glauben, weil meine Worte immer etwas direkter sind, aber ich habe echt Mitgefühl mit dir, weil ich ganz genau weiß, was du gerade aus welchen Gründen durchmachst. Ich sehe Teile von mir in dir und könnte dich schütteln, weil es "Schwächen" sind, die auch ich habe.
Und ja, auch ich "leide" zu bestimmten Phasen noch. Das geht bei einer derartig tiefen Abhängigkeit (und durchaus auch parallel existierenden Liebe - wer sagt, es sei immer NUR reine Abhängigkeit tut mir aufgrund seiner eindimensionalen Denkweise leid) nicht mal so eben weg.
Aber es ist eben wichtig, zu dir selbst zurückzufinden und unbedingt zu transformieren, sonst landest du immer wieder da, wo du jetzt bist, ob mit oder ohne sie.
Und weil du eben nicht, wie die meisten Menschen, linear, sondern in Ebenen denkst, werden auch gut gemeinte Ratschläge a la "Die Alte hat ne Macke!" oder "Vergiss sie einfach!" nicht verfangen. Denjenigen hilft das, dir aber nicht.
DIr helfen auch keine Machosprüche im Sinne von "Ein Alpha handelt so und so blablabla..." Lass dor von solchen Spinnern bloß nichts einreden.
Du musst dein Wesen von Grund auf umkrempeln und sämtliche Anteile von dir integrieren und Selbstwert entwickeln.
Es WIRD sich nichts an ihrem Verhalten dir gegenüber ändern, wenn du dich nicht änderst. Aber du änderst dich für dich, nicht für sie. Ob ihr je wieder zueinanderfinden werdet, steht in den Sternen, aber völlig ausgeschlossen ist es nicht. Es ist nur ausgeschlossen, wenn du dich weiterhin hinter der Geschichte von "Wenn ich jemanden liebe, gebe ich nicht so schnell auf" versteckst und ansonsten nix tust. "Kämpfen" führt bei Menschen wie ihr zum kompletten Gegenteil dessen, was du erreichen willst. Sie stößt dich dadurch nur noch mehr weg und du leidest weiter.
Ich hab deswegen die schlimmsten Monate meines gesamten Lebens hinter mir.
Der Punkt, der dich zum Nachgrübeln bringt, der Punkt, an dem sie "plötzlich" anders wurde, war der sog. Kipppunkt. Ab da überwog die Entwertung der Idealisierung und es ging rapide bergab. Das wusste sie wahrscheinlich selbst nicht und hat deswegen immer wieder auch noch Versuche unternommen, dich ran zu ziehen, dich dann aber auch schnell wieder weggestoßen (Push/Pull).
Die Angst vor einem anderen ist die absolute Hauptangst. Das liegt daran, dass deine Psyche dich mit dieser absolut behämmerten Methode paradoxerweise auf das schlimmstmögliche Szenario vorbereiten will. Für Menschen wie uns ist ein anderer Mann gleichzusetzen mit völliger Entwertung der eigenen Person und dem Gefühl von Ersetzbarkeit und somit Nichtigkeit. Das ist eine Folge des mangelnden Selbstwertes. Die Gedanken daran sind teilweise so real und echt, dass sämtliche winzigen Indizien als absolute Beweise herangezogen und zu vollkomnen "logischen" Gebilden versponnen werden, die aber eigentlich nur Sein/Sollensfehler sind.
Und warum du sie in meinen Ausführungen wiedererkennst liegt daran, dass solche Verhaltensmuster fast schon physikalischen Gesetzmäßigkeiten folgen. Es weicht individuell etwas ab, aber im Großen und Ganzen verhalten sich Menschen mit solchen Strukturen gleich.
Was mir übrigens sehr geholfen hat:
Ich habe zwei Bücher geschrieben, in denen ich Beziehung und Trennung thematisiert hab. Mittlerweile sitze ich am dritten.