Zitat von Ravenclaw: Was auch immer du tust, egal, was du von irgendwelchen Pickupgurus oder Freunden hörst, die selbst immer wieder dieselben destruktiven und abhängigen Muster fahren, du meldest dich bitte NICHT als Erster.
Und das hatte ich auch eigentlich nicht vor - in meinen starken Momenten zumindest. Aber die schwachen sind defintiv da und da komme ich dann schon in's Grübeln. Es fühlt sich so an, als würde mir die Zeit weglaufen und je mehr wir uns voneinander distanzieren, desto geringer ist die Chance auf einen möglichen Neuanfang.
Zitat von Ravenclaw: Ihr Ghosting ist Botschaft genug und du bist kein verfluchter Bittsteller, der nach zwei Wochen angedackelt kommt. Das macht dich und deine Ausstrahlung extrem schwach und dein Selbstwert gräbt sich sogar im Keller noch ein Loch.
Das sage ich mir auch täglich. Und das ist es dann auch, was mich wieder zur Besinnung bringt. Das Ghosting (was schon recht feige ist und eigentlich ein Schlag ins Gesicht, nach allem was ich für sie getan habe) ging von IHR aus, ihre respektlose und kalte Behandlung in unserer letzte Woche ebenfalls. Im Prinzip liegt der Ball jetzt komplett bei ihr.
Du weiß aber wie es ist, wenn die Emotionen hochkommen und man einfach nur ein Lebenszeichen hören/lesen möchte.
Zitat von Ravenclaw: Du musst einen Status erreichen, an dem du dir bei einer potenziellen Abfuhr selbst noch in die Augen schauen und sagen kannst: "Gut, sie will wirklich nicht mehr. Ich liebe sie zwar noch, aber es ist ok."
Absolut - und daran arbeite ich gerade. Viel Sport, viel Bewegung, "Selbstliebe", wie es immer so schön genannt wird und vor allem "unter Menschen" - das gibt mir auch immer viel. Aber es ist noch eine Achterbahnfahrt: Abends bin ich mir komplett bewusst, was sie da eigentlich mit mir abgezogen hat - morgens (wie gesagt) kommen die Zweifel hoch und ich suche die Schuld teilweise auch bei mir, denn:
Ich habe es hier eindeutig mit einer Frau zu tun, die den vermeidenden Bindungsstil lebt - wohingegen ich eher den ängstlichen Bindungsstil lebe.
Mir ist es wichtig, Dinge anzusprechen, zu klären und habe feine Antennen, was ihre Gemütsveränderungen angeht. Ich will Harmonie in einer Beziehung und schlucke dafür auch viel zu oft meine eigenen Bedürfnisse runter. Grenzen habe ich vermutlich auch viel zu wenige gesetzt. War auch wenn überhaupt erst zum Ende hin nötig - davor war es auf Augenhöhe.
Mittlerweile sehe ich es wiefolgt:1) Sie hat als Kind gelernt, dass zuviele Emotionen schädlich sind - von ihrer Mutter hat sie vermutlich auch nicht den Zuspruch erhalten, den sie hätte bekommen müssen. Ihr Selbstbewusstsein hat sie daher nie aus erfolgreichen Beziehungen sondern aus dem beruflichen Erfolg gezogen. Sie gibt sich als starke, unabhängige Frau ("Ich wurde so erzogen, dass ich im Leben alleine klarkomme" - "Ich brauche keinen Mann an meiner Seite...das hat mir meine Mutter immer eingetrichtert"), was aber eine Maske ist, um keine Emotionen zeigen zu müssen. Denn Emotionen = Schwäche.
2) Solange es im alten Job gut lief, war sie davon überzeugt, dass sie alles richtig macht und ihr Leben im Griff hat. Durch ihren Jobwechsel ist ihre Hauptsäule und damit ihr Selbstbewusstsein komplett zusammengebrochen. Die Maske ist gefallen und sie wurde emotional - für sie persönlich schrecklich emotional (samt Depression, Selbstzweifeln und Existenzangst). Ein zustand, den sie schon lange nicht mehr gespürt hat und der sie komplett kalt erwischt hat. Da waren sie also, die Emotionen und Ängste, die sie eigentlich nie wieder spüren wollte.
3) Und dann ist da ihr Partner (ich), der den Finger genau in diese Wunden legt. Der Fragen stellt, zwar unterstützend ist aber auch natürlich gewisse Erwartungen an die Beziehung hat (eigene Bedürfnisse) und letztendlich hat sie DAS getan, was Vermeider in solchen Fällen immer tun: Sie hat die Reißleine gezogen und zwar (ebenso typisch für Vermeider) von heute auf Morgen. Sie ist komplett überfordert - weiß nicht wohin mit ihren Emotionen und schämt sich vielleicht sogar dafür, dass ich sie so dermaßen "*beep*" erlebt habe. Vermutlich hat sie sich in Beziehungen bislang kaum so emotional am Boden zeigen müssen. Ich denke schon, dass sie noch etwas empfindet aber dass sie eine Beziehung und ihre Selbstfindung nicht unter einen Hut bringen kann...ihre Reserven sind leer!
Ein psychologischer Ansatz, mit dem ich vermutlich gar nicht einmal so falsch liege.
Und das wiederum bedeutet, dass es per se nichts mit einem anderen Mann im Hintergrund zu tun hat oder damit, dass keine Liebe mehr für mich vorhanden ist. Ich bin ihr einfach zuviel geworden.
Mein Ziel: Ihren Wunsch nach no-contact respektieren und mich (wie du ja schreibst) nicht zu melden. So kann sie ihr Leben ordnen und ich auch etwas Abstand von allem gewinnen. Ich sehe sie hier nicht als die Böse sondern als Frau, die gerade einfach nur noch reagiert und ihre Abläufe durchzieht...emotional komplett durch ist.
Ich wünschte, das hätte ich früher erkannt!
Aber ich habe ihre leichte Distanz (mal nur morgens und abends schreiben...mal keine Lust auf ein Telefonat...) als Desinteresse abgetan und bin in Panik verfallen. Habe sie dann gespiegelt, mich zurückgezogen und das wiederum, war natürlich Öl in's Feuer für sie.
@Blindfisch
Ich danke dir - so schlimm ist es zum Glück gerade noch nicht aber ja, ich muss funktionieren.
Das stimmt leider. Und wenn man (gerade als Mann) über eine Weile nicht so performt, wie es erwartet wird, dann hat man schnell den Stempel drauf.