Zitat von Urmel_:Da hätte ich aber noch eine Frage an Dich.
Weißt Du, dass Angst in Männern, die diese nicht im Griff haben, die Anziehung von den Männern reduziert? Und weißt Du weiter, dass Angst in Frauen uns Männern im Sinne der Anziehungskraft völlig egal ist?
Deswegen kannst Du bei Sachen der Anziehung nicht automatisch das Vorzeichen umdrehen.
Ich habe mich mit dem "switchen" der Geschlechter auf deinen Text bezogen. Er ist logischweise nicht allgemeingültig. Bei deiner Aussage hat es aber einfach gepasst.
Was die Angst angeht (und da bin ich Praktiker/Profi, kein Theoretiker - du kennst vermutlich noch meine Probleme):
Ich würde hier nicht von Angst, sondern Unsicherheit sprechen. Angst... Naja, das ist etwas, was man wirklich mal in voller Ausprägung erlebt haben sollte, dann weiss man, dass man lange Zeit etwas mit einem Begriff gelabelt hat, was nicht annähernd zutreffend ist.
Aber kommen wir mal dazu, was du aussagen möchtest. Die Pauschalität dieser Aussage ist für mich falsch. Ich war sehr lange (Jahre) Angstpatient und kam trotzdem bei Frauen gut an. Ich war aber nicht unsicher - nur im Bezug auf meine Ängste, die ich sehr gut verstecken/überspielen konnte. Da ich das Ganze nun Unsicherheit nenne, kann ich dir sagen, dass ich das bei Frauen schon als wichtig empfinde. Mich nervt und stresst so etwas. Beispiel dazu: eine Ex hatte einen Körper/Optik, dafür würden sogar Models töten. Permanent war aber ihre Unsicherheit zu spüren (wurde zudem verbal kommuniziert), was könne sie essen, sei sie zu dick, dies und jenes könne man noch optimieren... Das hat mich so sehr gestresst, weil ich permanent in der Rolle war sie zu beruhigen. Irgendwann hatte ich auch kein sexuelles Interesse mehr an ihr, weil sie sich nicht fallen lassen konnte, ungerne *beep* war usw..
Das ist mit ein Punkt, auf den ich heute sehr stark achte bei Frauen. Allerdings gebe ich gerne zu, dass ich außer Konkurrenz laufe und nicht so ticke, wie die meisten Männer - das ist mir mittlerweile völlig bewusst. Früher habe ich es gehasst, nicht "normal" zu sein und nicht zu sein wie die anderen "Männer". Heute liebe ich es. Das ist übrigens ein großer Punkt in meiner Therapie gewesen: Meine (man kann es wirklich so sagen) Verachtung für das "Maskuline" bzw. das, was gerne als maskulin angesehen wird. Dieses primatenhafte Verhalten, Frauen an den Hintern packen und hinterherpfeifen, in Gruppen sich gegenseitig beweisen zu wollen, wie gut man doch ist... Ich denke, du verstehst, was ich meine. Das war alles nicht männlich für mich, sondern einfach peinlich. Meine Gefühlswelt hat sich daran auch orientiert. Mit Frauen kam ich schon immer besser aus - Scheidungskindproblematik? Mitnichten!
Mein Stiefvater war ein Mann, ein richtiger Mann mit Werten und Prinzipien, die er bis zum Tod verteidigt hätte. Einige würden es stur und borniert nennen, die die ihn kannten würden sagen, dass er einfach ein Fels war, an dem alles abgeprallt ist, was abprallen sollte. Er war Oberst der Nationalen Volksarmee (25 Jahre DDR Armee - nicht so ein Mädchenverein wie die Bundeswehr). Dementsprechend wurde ich erzogen. Härte, Konsequenz aber doch Emotionalität. Meine Mutter hat er auf Händen getragen und war wie wirklich ein romantischer Held. Über 20 Jahre hat er meine Mutter wie eine Königin behandelt - Das ist offenbar auch der Maßstab, der mir zum Thema "Liebe" mitgegeben wurde. Typen, die meine Mutter angebaggert haben, haben eine Ansage bekommen und wenn sie zudringlich wurden (war einmal so) einen Krankenhausaufenthalt. Wir waren uns nicht immer "grün" - aber wenn ich ihn brauchte, dann ist er dagewesen und hat mich aus der Sche.... geholt - und als ich jung war, habe ich schon ein wenig Unfug angestellt.

Von ihm habe ich gelernt, was ich heute als männlich ansehe und das ist wenig von dem, was heute als männlich tituliert wird.
Warum erzähle ich dir das alles? Weil ich wenig mit solche pauschalen "Mann-Frau" Aussagen anfangen kann. Ja, es gibt gewisse Regeln und Grundsätze der Anziehung. Aber vieles was als "wahr" hingestellt wird, ist einfach nicht meine erlebte Wahrheit. Bisher hatte ich offenbar auch (bis auf wenige Ausnahmen) sehr viel Glück bei den Frauen - da waren ganz wenige dabei, bei denen ich sage: Jop, Standard - so ticken Frauen. Es waren sehr oft sehr spezielle "Exemplare", die aber alle auf ihre Art bezaubernd waren.
Ups, das war etwas viel Text. Ich wollte einfach, dass du meinen Standpunkt etwas besser verstehen kannst.

Gruß
Tin