Herr Urmel,
Ich hatte ja neulich etwas in der Art von Frau der Vergangenheit zu einer der Gegenwart machen geschrieben, da sind wir stehen geblieben.
So würde ich das inzwischen nicht mehr formulieren, aber meine Gedanken tragen mich immer wieder in diese Richtung. Bevor wir an der Stelle weiter machen, hier aber sehr ernsthaft, ich bezweifle nicht Dein Bauchgefühl oder Deine Wahrnehmungen hinsichtlich Ex, Fahrrädern oder Bestie (bewußte Schreibweise). Auch wenn es sich manchmal beim Lesen so anfühlt als würde man 100 Stufen mit Dir im Elfenbeinturm des Beziehungstheorem herauf oder hinabsteigen, vertraue ich da Deiner Wahrnehmung und Deinen Empfindungen voll und ganz.
Bei der Bewertung bzw Einordnung dieser schaut es anders aus.
Was mir aufgefallen ist, ich lasse mich nicht in Konkurrenz setzen, furchtbare Trennung von ExEx, weil man kein guter Partner war etc, ist, daß Du trotz gegenteiliger Beteuerung Dein inneres Kind an der einen oder anderen Stelle nicht so gut im Blick hast, wie Du es vielleicht glaubst.
Es scheint ja so zu sein, daß Dich die damalige Trennung von ExEx wirklich extrem mitgenommen hat. Dies hat dann entweder direkt dazu geführt oder schon da gewesene Tendenzen deutlich verstärkt, sich a) mit Beziehungsdynamiken auseinanderzusetzen und b) mal einen sehr aufrichtigen Blick auf Dich selbst zu werfen. Du wurdest immer schlauer, was so in Beziehung im Grundsatz abgeht und gleichzeitig drehte sich das Rad der Zeit und Du bist mit jetziger Ex zusammen gekommen, die Du schon sehr lange ziemlich gut fandest.
Urmel befand, er hätte es endlich verstanden

.
Was aber gleichzeitig passiert ist, hattest Du vielleicht nicht so sehr im Blick, daß das Theorem des wertvollen Partners, sich langsam aber sicher für Dich emotional verselbstständigt hat. Denn Dein inneres Kind, welches Dir vielleicht nicht bedingungslos vertraut, sondern nur basierend auf Deinen Anstrengungen und Bemühungen Beziehung kognitiv zu erfassen und zu verstehen, Vertrauen schöpfte, hockt jetzt ziemlich unglücklich in der Ecke, weil es Dir folgend nämlich glaubt, daß eine Trennung bedeutet, daß Du kein wertvoller Partner warst bzw. bist.
Schließlich hat sich ja so die Situation mit ExEx dargestellt. Sprich, natürlich hat jeder nach einer Trennung mit dem Gefühl des nicht genügens zu kämpfen, Du aber hast hast dazu einen kompletten theoretischen Unterbau, weil es eben damals so gestimmt hat.
Dadurch daß sich die Trennungssituation in ihren Details jetzt scheinbar wiederholt, jedenfalls in großen Teilen nach außen scheinbar parallel abläuft, braucht es natürlich jetzt eben auch wieder die Frage und Suche nach Antworten, an welcher Stelle man(n) kein guter Partner war.
Daß Ding ist aber, so bezaubernd Deine Ex auch war, so ein glückliches Händchen in der Partnerauswahl scheint die ja nicht beständig gehabt zu haben, es wäre also möglich, daß Du nicht verlassen worden bist, weil Du kurzfristig kein guter Partner warst, sondern verlassen wurdest, weil Du die meiste Zeit ein guter Partner warst.
Genauso gut ist es möglich, das scheint sich für viele Männer im allgemeinen, als nicht verständlich oder nicht annehmbar zu gestalten, es ist auch möglich, daß die Trennung überhaupt nichts mit Dir zu tun hat.

Im übrigen auch dann nicht, wenn ein neuer auftaucht.
Richtig ist, daß ein Mann, der ein schlechter Partner ist, in der Regel verlassen wird, allerdings ist der Umkehrschluß nicht zulässig.

Ich glaube, es ist an der Zeit, daß Dein inneres Kind und Du sich mal noch ein bißchen mehr mit dem Begriff Vertrauen beschäftigen und Du mal hinhörst, was Dein inneres Kind da vielleicht noch an Fragen hat oder Verletzungen mitbringt.
Es bleibt, nur weil es watschelt, wie eine Ente, schnattert wie eine Ente und sich auch ansonsten so benimmt, könnte es trotzdem auch ein Erpel sein, oder ein Hamster im Größenwahn an Halloween.
Bis dahin.