Zitat von Anker1:Was ich denke ich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass das alles so gefühllos wirkt , eher wie ein Machtkampf.
Für mich ist es Selbstschutz.
Ein Beispiel.
Die Sache mit dem Rad, nur für mich betrachtet. Das hatte eine Woche in meinem Leben die Bedeutung, dass sie irgendwie noch da ist. Das wäre jedem anderen in meiner Lage auch so gegangen. Jeden Morgen und jeden Abend siehst Du es, weil es direkt in Deinem Blickfeld ist. Völlig unerheblich, ob es Zufall war, die psychologische Wirkung auf mich ist davon unberührt. Es gibt irgendwie Sicherheit. Und nachdem sich die Psyche an diese Sicherheit gewöhnt hat, verschwindet das Rad. Das ist wie eine erneute Trennung.
Egal ob Zufall oder nicht, ich habe in Panik auf dem Boden gelegen und gehofft, dass der Schmerz aufhört. Wenn ich in dem Moment meine Ex angerufen hätte, die hätte ein Wrack am Ende der Leitung gehabt. In der Verfassung hätte ich noch nicht mal eine Kerze anzünden können, geschweige denn auf Augenhöhe mit meiner Ex reden. Ich war einen Millimeter davor, sie anzurufen. Hätte draußen eine Frau gelacht, ein Kind geweint, irgendetwas, was mich emotional berührt hätte, ich hätte sofort angerufen.
Ist es Machtkampf, wenn ich durch alle Kraft versuche, meiner Ex am Telefon den schlimmsten Urmel, den sie je gehört hätte, zu ersparen? Würdest Du nicht besser schlafen können, wenn Deine Ex Dich halbwegs auf den Beinen in Erinnerung behält?
Und zum Rad. Glaubst Du, selbst wenn sie es aus Zufall oder Bequemlichkeit da hätte stehen lassen, dass sie überrascht gewesen wäre, wenn ich in der Verfassung, nach Feierabend, als ich gesehen habe, dass sie es mitgenommen hat, bei ihr total zerstört angerufen hätte? Ich gebe Dir Brief und Siegel, auch bei einem Zufall wäre sie
nicht überrascht gewesen.