Liebe Mira, alles gut

Aber es bringt glaube ich nicht so viel, alte Zitate hervorzuholen, da diese ja immer auch in einem Kontext entstanden sind und eine Reaktion waren.
Dass es manchmal nicht ganz klar ist, wie ich es meine, das kann ich verstehen, weil ich weiß, dass mein direkter Schreibstil da auch falsch aufgefasst werden kann.
Was ich meinte, ist: Solch eine Trennung ist schmerzhaft und kostet viel Kraft. Die Kraft für sich am sinnvollsten zu nutzen, ist das, was man dann in der Hand hat.
Für mein Empfinden hat Urmel zu viel Kraft damals darauf verwandt, sich darüber Gedanken zu machen, wie das Handeln oder Nichthandeln seiner Ex zu bewerten ist und auch (für mein Empfinden) mit dem Hintergedanken, dass sie eines Tages wiederkommen wird. Das Rebound, die Spiele, das, was mit seinen alten Exen immer passiert ist, das war das große Thema.
Was ist, wenn nicht? Wenn das so in die Trennung einkalkuliert ist, wie es damals schien, dann wird es nochmal richtig hart. Dann hat er aber schon viele Ressourcen verbraucht. Es kommt ja nur zeitverzögert.
Der Trennungsschmerz, der Liebeskummer, all das ist ja dadurch nicht aufgehoben oder verschwindet. Da es in seiner Außenwirkung ja nichts verändert, er ja für sie weiterhin passiv ist, hat es ja auch keinen Einfluss darauf, was er für eine Ex-Back-Strategie richtig findet. Vollkommen unabhängig davon, kann sie wieder an seine Tür klopfen. Nur ist er dann vielleicht schon einen Schritt weiter und hat dann nicht das "Aha-Erlebnis", ich wusste dass es passiert und fragt sich DANN, ob er das überhaupt noch will? Sondern weiß dann schon, ob er die Tür überhaupt noch aufmachen will. Und wenn es wirklich nicht mehr klingelt, hat er das für sich auch schon einkalkuliert, weil er in seinem Kopf damit nicht mehr gerechnet hat. Weil er die Trennung als endgültig erst einmal angenommen hat.
Das ändert ja nichts daran, die Trennung zu verarbeiten? Und spricht ihm nicht den Schmerz ab? Das war gemeint damals, dass er sich selbst das Leiden verlängert.
Zitat:Bleibt die Frage, ob es eine emotionale Ebene gibt. Auf mich geschaut ist die Antwort einfach. Die Trennung hat mich aufgerüttelt und zwangsweise den Blick auf meine Fehler in der Beziehung gelenkt. War scheinbar doch nicht alles perfekt und ich habe mich hängen gelassen. Die Augen verschlossen, dass man über Probleme reden muss und keine Planung für die Zukunft angegangen. Ich habe was gelernt, durch Emotionen angefeuert.
vollkommen richtig, aber sie hat dich der Möglichkeit beraubt, deine Fehler zu erkennen und etwas zu tun! Sie hat Dir nicht die Möglichkeit gegeben, dich wachzurütteln, mit einer Chance, etwas zu verändern? Erst als es zu spät war. Diese Hilflosigkeit, diese Machtlosigkeit, diese Verzweiflung. Einfach keine Chance gehabt zu haben... Das ist sehr schmerzhaft. Aber es ist da. Und es vollkommen normal, dasss man sich nichts mehr wünscht, als dass es nochmal eine Chance gibt, etwas anders zu machen. ABER: Das hat sie angerichtet. Dieses GEfühl. Dass du jetzt da stehst, wo Du stehst. Quasi handlungsunfähig. In einer Beziehung. Weil sie es nicht geschafft hat, ihre Probleme zu kommunizieren, dir die Chance zu geben, gemeinsam mit ihr daran zu arbeiten.
Diese Trennung war nicht ihre Form der Kommunikation, ihr Weg, Dir mitzuteilen, dass etwas schiefläuft, sondern ihre
LÖSUNG!!
Sich das klarzumachen, ist hart, aber das bringt einen schon manchmal zu etwas Wut und auch zur Abgrenzung.
Das ist ein No Go, das ist ein Vertrauensbruch. Und das ist ihr AFFE! Das ist ihr Weg.
Und es darf nicht soweit kommen, dass Du Dich fertig machst, dass Du das nicht vorhergesehen hast.. dass du... dass du... dass du.
Es ist schlichtweg nicht möglich, eine glückliche, ausgewogene Beziehung mit einem Menschen zu führen, der nicht kommunizieren kann. Du kannst nicht diesen Part für sie übernehmen oder die Verantwortung dafür, in dem Du sagst, Du kennst sie ja und ihre Baustellen. Sowas funktioniert vielleicht in seichten Wassern, aber nicht in schwierigen Zeiten und nicht in Lebenskrisen. Dann zeigt es sich, wie stabil die Beziehung wert ist.
Auch ist es absolut okay, mal schwierigere Zeiten zu haben und eine gute Beziehung zeigt sich dadurch, dass der Partner einem dann zur Seite steht. Nicht Du warst die Wurst, weil Du eine Zeit lang etwas mehr mit Dir selbst beschäftigt hast, sondern sie war die Wurst, weil sie dann, als Du sie mal gebraucht hättest, sich zu jemand anderen verpisst hat, ohne Dir zu sagen, was los ist, ohne der Beziehung eine Chance zu geben...
Dass diese Beziehung überhaupt 5 Jahre lang funktioniert hat, spricht für Dich und dafür, dass Du viele ihrer Defizite erahnt oder aufgefangen hast. Aber das geht nicht auf Dauer. Und dass ist anstrengend, aufwühlend und einer allein kann nicht alles immer ins Gleichgewicht bringen.
Nach alledem, was Du von ihr schilderst, ihre Warmwechsel in der Vergangenheit, ist sie einfach nicht in der lage, eine gesunde und stabile Beziehung zu führen, weil sie nicht vernünftig ihre Bedürfnisse kommunizieren kann. Vielleicht kennt sie sie selbst nicht? Vielleicht hat sie keinen guten Zugang zu sich selbst? Wer weiß, auch das ist IHR Problem. Sie wird immer wieder an diesem Punkt scheitern und es wird nciht möglich sein, eine langfristig krisensichere Beziehung mit ihr zu führen, ohne sich selbst zu verbiegen oder im Übermaß mehr investieren zu müssen, um Schieflagen zu vermeiden. Und das kann keiner auf Dauer.
Umso klarer Du Dir diese Dinge vor Augen führst, Dich abgrenzt und ihre Anteile siehst und nicht nur Deine eigenen und deine Fehler oder Defizite, umso besser kannst Du Dich allmählich von ihr lösen und die Loyalität für ihre Schwächen und Befindlichkeiten schwindet auch mehr und mehr.
Ja, Du kanntest ihre Defizite. Aber - und das ist menschlich - im Alltag kann man damit leben, den anderen halt so annehmen wie er ist - und dennoch glaubt man immer daran, wenn es wirklcih hart auf hart kommt, wird sie einen Weg finden. Tut sie nicht. Hat sie nicht. Es ist schlichtweg nicht möglich und daran wird sich auch nichts mehr ändern. DAs ist das, was Du aus der Trennung mitnehmen kannst. Es geht einfach nicht.
Nichtdestotrotz steht es ihr ja frei, wieder an deine Tür zu klopfen. Aber dann weißt Du, was sich ändern muss, damit es evlt. eine Zukunft gibt. Ob es dir zu wünschen ist? Ich glaube nicht. Aber das muss jeder für sich selbst entscheidne.
das hier
Zitat:Und das kann durchaus ihre gelernte Art sein, um Aufmerksamkeit zu bitten, aber es ist eben kein Weg, der eine tolle Beziehung verspricht. Und an der Stelle ist mir klar, dass ich vermutlich trotz Liebe loslassen muss, weil ich auf der Basis keine Beziehung möchte.
Loslassen trotz Liebe. Kann man aber auch so lesen: Loslassen in Liebe (zu sich selbst).
Ende der Geschichte? Keine Ahnung, ich weiß allerdings um meinen Wert als Partner und ich will keine bedingungslose Beziehung, denn dann müsste ich mich selber aufgeben.
finde ich wirklich schön zu lesen.