Update.
Die Kleine ist wieder bei mir und schläft jetzt.
Sie fährt mit der Ex übers Pfingstwochenende zu meinen Exschwiegereltern. Familienfeier, auf die ich netterweise eingeladen wurde, aber abgesagt habe. Ich kann mir so ein langes Wochenende nicht mehr dort vorstellen. Jeder wäre nett zu mir und verständnisvoll für unsere Situation. Aber über einen so langen Zeitraum wäre es strange für mich. Wäre es um die Ecke, wäre ich kurz hingegangen, hätte gratuliert und hätte mich irgendwann wieder verzogen. Aber so mit mehreren Übernachtungen. Nein danke.
Das heißt für mich wieder ein langes Wochenende alleine. Samstag abend Geburtstagsparty in einem Partystall mit ein paar neuen Leuten und und vielen alten Freunden. Könnte gut werden.
Sonntag abend in Stuttgart eine Revivalparty eines früheren Clubs, in dem wir oft waren. Könnte auch gut werden, wenn ich mich noch aufraffen kann. Zwei Tage nacheinander feiern ist im fortgeschrittenen Alter schon eine Herausforderung.
Da kommen bestimmt viele Leute die ich noch von früher kenne. Ich sollte hin. Eine Zeitreise in meine Singlezeit. Könnte mich voranbringen.
Die Kontakte mit meiner Tochter haben sich eingespielt. Dahingehend bin ich überglücklich.
Die Kontakte mit der Ex beschränken sich immer mehr auf das nötigste. So soll es sein. Ich denke nicht mehr ständig an sie. Gelegentlich. Warum auch nicht. Es war nicht alles schlecht. Aber auch nicht alles gut. Ich spüre den Abnabelungsprozess manchmal förmlich. Die Situation wird Alltag. Ein Gedanke durchzieht mich, an frühere gemeinsame Situationen. Vor ein paar Wochen hätte es mich tagelang zurückgeworfen. Heute denke ich kurz daran, dass es schön war, nicht wieder so sein wird und weiter geht's in meinem Leben.
Ich bin so frei und mutig und sage nochmal, auch um den Rückschlag herauszufordern: ich bin ein gutes Stück weiter. Meine Waschmaschine spinnt keine langen dünnen blonden Haare mehr in meine Wäsche. Ihr Geruch ist im Haus nicht mehr vorhanden. Ich wasche mich rein. Ich spüle sie aus meinem neuen Leben. Mit jedem Waschgang, mit jedem Hausputz, mit jedem positiven Glücksmoment ohne sie.
Die Zeit, die Zeit, die Zeit, sie heilt doch alle Wunden. Hätte ich am Anfang der Krise nur daran glauben können, mir wäre viel Kummer erspart geblieben.