Zitat von Aline_8: Ich hab mich von einem Ex-Partner getrennt zu einer Zeit, wo extrem viel *beep* auf mich in kürzester Zeit eingeprasselt ist. Mein Partner war mir null komma null Hilfe und Unterstützung und wollte mir seine Art das anzugehen aufdrängen und war beleidigt, weil ich zu der Zeit nicht das "Sonnenscheinchen" war, was er gern dauerhaft gehabt hätte. An der Stelle ciao, das brauch ich nicht.
Ich verstehe - glaube ich - sehr gut, was du zum Ausdruck bringen willst.
Aber in so einem Fall liegen die eigentlichen Probleme meines Erachtens schon weiter zurück. Haben also eine andere Ursache als die stressige Zeit, die man gerade durchlebt.
Wie kommt man auf die Idee, einen Partner zu wählen, der in einer Stresssituation keine Hilfe und Unterstützung ist? Der einem - noch schlimmer - die eigene Art der Problemlösung aufdrängen will und beleidigt ist, wenn man es nicht annimmt?
Wieso wählt man einen Partner, der erwartet, dass man ständig das Sonnenscheinchen ist?
Verstehst du, was ich meine? Die Ursache liegt da nicht in einer "stressigen Zeit" oder darin, dass einem gerade alles zuviel wird.
Zitat von Aline_8: Dass man es akzeptiert und nicht gleichzeitig Vorwürfe macht, wie unnötig und unreif man das Verhalten des Gegenübers findet.
Meinst du wirklich?
Wenn ein anderer mit seinem Hin und Her die Partnerschaft an sich in Frage stellt und nicht sicher ist, ob er das überhaupt will, dann hat meiner Meinung nach erstens einen guten Grund das unreif zu finden und zweitens einen sehr guten Grund, sich davon zu distanzieren.
Ich glaube, es ist eine sehr schlechte Idee, sich vor lauter falschem Verständnis in die Ambivalenzen anderer hineinziehen zu lassen.
Und das Ungleichgewicht, von dem du sprichst, entsteht meiner Meinung nicht durch die Distanzierung, sondern dadurch, dass man mit Verständnis auf so etwas reagiert. Im Sinne von: Oh, die Arme ist gerade so überfordert und durch den Wind. Da muss ich jetzt mal zurückstecken.
So reagiert nämlich eine fürsorgliche Mutter oder ein verständnisvoller Papi. Aber kein Partner auf Augenhöhe.
Ein Partner auf Augenhöhe hat schon ein Recht darauf, dass zumindest die Partnerschaft nicht in Frage gestellt wird.
Andernfalls wäre das Resultat nämlich eine ziemlich ungesunde On-Off-Beziehung.
Ich finde also schon, dass Lehrer Lempel bis hierher völlig richtig gehandelt hat.