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Sie will einen anderen heiraten

MaxwellSmart

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Hallo, liebe Gemeinde.

Ich war meiner Lebtag noch in keinem Forum. Jetzt aber brauche ich einen Rat von Leuten, die nicht parteiisch sind, von außen auf mein Problem schauen können und vor denen ich mir nicht dumm vorkomme, wenn ich sage, was mich bewegt.

Es geht um meine Freundin und mich. Ich will uns beide kurz vorstellen und dann den Grund schildern, weswegen ich mich an Euch wende.

Ich fange mit mir selber an. Nicht weil ich mich vordrängen will, sondern weil's bei mir schneller geht mit der Vorstellerei.
Ich bin männlich, Mitte 60 und habe vor zwei Jahren meine Frau wegen einer Krankheit verloren. Wir beide waren 40 Jahre verheiratet und ich habe sie die letzten drei Jahre gepflegt. Wir waren immer ein tolles Team, sozusagen zwei wie Pech und Schwefel, in jeder Hinsicht, obwohl (oder vielleicht auch weil) wir keine Kinder haben. Was wichtig ist für den Fortgang der Geschichte: Wir haben uns gegenseitig dazu ermuntert, dass der, der irgendwann von uns beiden als Letzter übrig bleibt, keinesfalls allein bleiben soll und sich wieder einen neuen Parter/Partnerin suchen darf, wenn ihm das richtig erscheint. Nun, ich habe nicht gesucht, aber gefunden habe ich trotzdem jemanden, und zwar ziemlich genau vor einem Jahr.

Somit kommt also nun die Vorstellung meiner Freundin.
Wir beide sind so ziemlich gleich alt. Sie ist ledig, war aber mal verheiratet. Ihr Mann hat sie sehr schlecht behandelt und sie ließ sich scheiden. Das ist nun 25 Jahre her. Aus dieser Ehe stammen zwei längst erwachsene Kinder mit eigenen Kindern. Nach der Scheidung war sie ein paar Jahre allein, dann lernte sie einen um etliche Jahre älteren Mann kennen, die beiden wurden ein Liebespaar und bauten sich zusammen ein Haus, das bis heute zu gleichen Teilen beiden gehört. Geheiratet haben sie jedoch nicht. Diese Tatsache ist wichtig und der eigentliche Auslöser für diesen Forumsbeitrag. Bereits nach zwei Jahren war beiderseits die Liebe wohl weg (bei ihr komplett, bei ihm wohl nicht vollständig) und beide einigten sich, sich zu trennen, aber im gemeinsamen Haus wohnen zu bleiben, als WG sozusagen. Getrennte Schlafzimmer auf unterschiedlichen Etagen , gemeinsame Küche. Kein Austausch von Zärtlichkeiten, aber der eine kann sich auf den anderen im Alltag voll und ganz verlassen. Finanziell ist zwar jeder für sich unabhängig, aber es gibt auch ein gemeinsames Konto für die Ausgaben des Alltags und für das gemeinsame Haus. Sie kocht und wäscht für beide und er macht den Garten und gröber Aufgaben im Haus für beide. Wer es nicht weiß, würde denken sie wären ein älteres Ehepaar. Aber sie sind kein Paar.

Nun zu meinem Problem:
Was ist, wenn ihr WG-Partner verstirbt? Dann müsste das gemeinsame Haus verkauft werden und die Hälfte des Betrages ginge an seine entfernte Verwandtschaft, zu der er keinerlei Kontakt hat. Das will er nicht. Er will, dass seine WG-Partnerin, also meine Freundin, das Haus ganz bekommt. Also drängt er sie, ihn "pro forma" zu heiraten, damit das geregelt ist. Auch ihre beiden Kinder drängen sie, dies zu tun, weil dann die Frau Mama versorgt wäre. Und sie selbst sagt auch, eine Heirat sei wohl das Vernünftigste. Es würde sich, so sagt sie, ja überhaupt nichts ändern, nur ein paar Leute wüssten überhaupt von der Hochzeit, es gäbe kein Fest, keine kirchliche Trauung, auch die Wohnsituation bliebe unverändert. Es ginge nur um die Urkunde, die man im Erbfalle nun mal brauche.

Für mich allerdings ändert sich durchaus etwas. Von der kaufmännischen Seite her verstehe ich natürlich den Beweggrund für diese Zweckheirat, von der emotionalen her aber habe ich ein Problem. Und weil ich diese Frau nun mal liebe und ohne sie nicht mehr sein will, schlägt mit die Situation mächtig auf den Magen. Ich habe ihr, als sie mir die Idee zu heiraten und ihre Haltung dazu offenbart hat, genau gesagt, dass ich die Idee nicht gut finde, finanzieller Vorteil hin oder her, und dass ich nicht weiß, welche Konsequenzen das für mich haben wird, sollte die Ehe tatsächlich geschlossen werden.

Frage: Was also soll ich tun? Ich habe im Grunde doch nur zwei Alternativen, oder?
1. Ich vertraue darauf, dass trotz Heirat alles so bleibt wie es ist, und ich habe und hatte ja bislang auch keinen Grund, ihre Aussagen anzuzweifeln, denn Vertrauen gibts bei mir als Vorschuss. Ohne Vertrauen könnten wir das Ganze ja gleich bleiben lassen. Aber ich komme mir schon etwas doof dabei vor, denn wenn ich die Situation auf den Punkt bringe, heißt das doch: Sie sagt, sie liebt mich und gleichzeitig zeigt sie mir ihre große Liebe dadurch, dass sie einen anderen heiratet. Da sträubt sich bei mir alles. Und sie denkt auch noch, ich mache das mit. Aber wenn ich das mitmache, muss sie mich doch für einen Volltrottel halten, oder?
2. Alternative: Ich sage ganz klar: Du musst das entscheiden, aber wenn du dich für das Geld entscheidest, dann empfinde ich das so, als entschiedest du dich gegen uns. Das wäre für mich das absolut falsche Zeichen. Liebeserklärungen sind Worte, die Heirat eines anderen Mannes ist ein Faktum. Zwischen Worten und Taten gäbe es dann eine Diskrepanz, für die mir die Einsicht fehlt. Und dann musst du es aushalten, wenn ich nicht mitspiele.

Nun ist also guter Rat teuer. Deswegen meine Frage: was würdet Ihr in meiner Situation tun? Oder gibt es einen oder mehrere Gesichtspunkte, die wichtig wären, die ich aber übersehen habe? Bisher habe ich noch nichts entschieden, aber meine Freundin merkt natürlich, dass ich die Sache im Kopf hin- und herbewege.

Nachtrag 1: Es geht mir wirklich um Liebe, es geht nicht um die Alternative des Alleinseins. Alleinsein könnte ich zu Not recht gut.
Nachtrag 2: Wir beide wohnen jeder für sich, ca. 80 km voneinander entfernt. Sie besucht mich regelmäßig, ich besuche sie weniger, weil sie und ihr WG-Partner das Haus ja gemeinsam nutzen und ich weder sie noch ihn kompromittieren möchte. Sie kennt meine besten Freunde bereits persönlich, ich kenne ihren WG-Partner oberflächlich. Ich bekenne mich vor meinen Freunden zu ihr, sie hat zwar ihren Kindern wohl erzählt, dass sie mich besucht, aber nicht, wer ich bin und wie nah wir uns gekommen sind und wie nah wir uns emotional stehen.

Soviel mal fürs Erste. Danke fürs Durchhalten beim Lesen. Wenn Ihr weitere Fragen habt: Immer raus und her damit. Ich beantworte sie gerne, schließlich bitte ich ja anschließend um Eure Einschätzungen.

Vielen Dank schon mal im Voraus und beste Grüße

Maxwell

03.05.2021 19:53 • #1


Pinkstar

Pinkstar


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Zitat von MaxwellSmart:
2. Alternative: Ich sage ganz klar: Du musst das entscheiden, aber wenn du dich für das Geld entscheidest, dann empfinde ich das so, als entschiedest du dich gegen uns. Das wäre für mich das absolut falsche Zeichen. Liebeserklärungen sind Worte, die Heirat eines anderen Mannes ist ein Faktum. Zwischen Worten und Taten gäbe es dann eine Diskrepanz, für die mir die Einsicht fehlt. Und dann musst du es aushalten, wenn ich nicht mitspiele.


Hallo @MaxwellSmart

Nimm die 2. Alternative. Du schreibst, du kommst auch alleine klar. Dann mach das auch so. Du ersparst dir jede Menge weiteren schweren Kummer!

Du hast also deine Lösung im Prinzip schon gefunden

L G Pinkstar

03.05.2021 19:58 • #2



Sie will einen anderen heiraten

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Iunderstand


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Es gibt doch auch andere Formen solche "Geschäfte" abzuwickeln, Haus überschreiben, Schenkung, Grundbuch ändern etc... Oder bin ich da falsch gewickelt?
Wenn die zwei jetzt heiraten haben Erben vielleicht sogar noch ein Anrecht auf eine Pflichtteil

03.05.2021 20:02 • x 9 #3


LillyP


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Lieber Maxwell, ich finde, du hast schon eine gute Referenz mit deiner offensichtlich sehr erfolgreichen langen Ehe. Dieses Hin und Her mit dieser seltsamen Wohnsituation wäre für mich zumindest nichts. Eine Immobilie kann man auch veräußern. Mir wäre es in der Summe zuwenig commitment von ihr. Du klingst nach jemanden mit klaren, guten Vorstellungen von Beziehungen, bewahre dir das und lass es nicht verwässern durch so eine seltsame Dreiecksbeziehung. Eine Immobilie kann keinen höheren Wert als die Liebe haben. Dein Bauchgefühl meldet sich ja schon.

03.05.2021 20:05 • x 6 #4


Heffalump

Heffalump


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Zitat von MaxwellSmart:
Er will, dass seine WG-Partnerin, also meine Freundin, das Haus ganz bekommt. Also drängt er sie, ihn "pro forma" zu heiraten, damit das geregelt ist.

Soll er seine Kinder voher abfinden und mit seinem Wunsch zum Notar gehen, geht auch ohne Eheschließung.

Bei Eheschließung bekäme sie 50% und die Kinder je 20%, weil sie ja nicht die Kindsmutter ist. Für sowas braucht man Notar keinen Standesbeamten

Zitat von MaxwellSmart:
2. Alternative:


Wenn sie ihn heiratet, ist es doch Zeichen genug, für was sie sich entscheidet, da kannst du dann deiner Wege gehen. Weil dann wird sichs ums Erbe gestritten.

Alternative 3:
Wünsch ihr Glück. Du lernt garantiert wieder jemanden kennen, der nicht aus Bequemlichkeit bei Jemanden wohnt, weils so erfüllend ist..

03.05.2021 20:16 • x 3 #5


MissGeschick

MissGeschick


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Ich weiß aus unserer Familie, dass man auch ohne Heirat einige Möglichkeiten hat, das erbrechtlich zu regeln. Wobei Überschreibung nur dann Vorteile hat, wenn es noch 10 Jahre beiden gut geht. Erst dann ist das meines Wissens komplett als Eigentum übertragen. Und in dieser Situation geht es ja um die gegenseitige Absicherung. Da ist Übertragung also keine Lösung.

Ich denke also ihr solltet euch erstmal als Paar zusammensetzen und einige Fragen klären:
Willst du sie gerne heiraten und mit ihr ein eigenes Zuhause haben? Dann kann er sie auszahlen und ihr sucht euch ein gemeinsames Heim.
Wie soll eure Zukunft allgemein aussehen? Wenn ihr so weitermachen wollt, jeder seinen Wohnsitz behält und Hochzeit nicht ansteht, dann ist das eine Lösung über die man pragmatisch mal reden kann. Es geht ja schließlich darum, etwas zu schützen, was mehr als nur Geld ist. Es ist ein Zuhause, eine Sicherheit fürs Alter. Das alles im Zweifel zu verlieren kann in dem Alter schon sehr bedrückend sein.

03.05.2021 20:20 • x 3 #6


DieDirekte


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Zitat von Heffalump:
Soll er seine Kinder voher abfinden und mit seinem Wunsch zum Notar gehen, geht auch ohne Eheschließung. Bei Eheschließung bekäme sie 50% und die Kinder je 20%, weil sie ja nicht die Kindsmutter ist. Für sowas braucht man Notar keinen Standesbeamten Wenn sie ihn heiratet, ist es doch Zeichen genug, für was sie ...


Der Mann mit dem halben Haus hat doch gar keine Kinder! Nur entfernte Verwandtschaft, die eben nichts bekommen soll.

Und wie kommst du darauf, dass jedes Kind 20% bekommt? Es sind ihre Kinder, die Frau hat Kinder, zwei Kinder. Wie du da auf 20% kommst ist ein unqualifiziertes Erbrechts-Rätsel.

03.05.2021 20:54 • #7


DieDirekte


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Hallo Maxwell,

jeder von euch bringt Vergangenheit mit, ein gelebtes erstes Leben.

Das kann man wohl weder nur emotional, noch nur rational entscheiden.

Die Frage ist auch, wie alt wird jeder der Parteien mal werden. Was passiert im Pflegefall. Wieviel ist das Haus überhaupt Wert. Stehen evtl. bei Heirat auch noch Vorteile einer Rente im Hintergrund - von den steuerlichen Vorteilen ganz abgesehen. Und was sind die Nachteile in diesem Konstrukt.

Irgendeinen Preis wird man wohl bezahlen müssen, in dieser Konstellation. Nur Vorteile rausholen geht fast nicht auf.

Geht und rechnet alles mal durch. Lasst euch beraten von einem Fachanwalt. Dann werdet ihr alle mehr sehen, als "nur die emotionale Seite".

Aber es freut mich für dich, dass du jetzt nochmal eine liebe Partnerin gefunden hast. Genießt euer Glück, informiert euch, redet miteinander - dann kommt die Lösung wohl von selbst. Alles Gute!

03.05.2021 21:09 • x 2 #8


Revelation


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Hallo Maxwell,

der WG-Miteigentümer deiner Freundin hat nur entfernte Verwandtschaft? Dann hat die keinen Pflichtteilsanspruch, den haben nur Kinder, Enkelkinder (falls deren Eltern bereits verstorben sind) oder Eltern (die ja vermutlich nicht mehr leben) eines Erblassers. Er kann also deine Freundin einfach in seinem Testament zur Alleinerbin machen. Das einzige, was dabei für sie ungünstiger wäre, ist dann der geringere Freibetrag, sie müsste also Erbschaftssteuer zahlen. Wenn das vermieden werden soll, könnte er sie aber auch adoptieren - das geht auch unter Volljährigen. Ich sehe nicht wirklich, warum es unbedingt eine Heirat sein müsste.

03.05.2021 22:17 • x 2 #9


Tee-Freundin

Tee-Freundin


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Hallo @MaxwellSmart ,

es gibt Fälle in denen eine Heirat anderen Zwecken dient, als man sonst in Deutschland erwartet.
Bei euch sehe ich jedoch keinen Grund dafür.
Was auch immer deine Freundin erzählt... eine Heirat IST von Bedeutung.
Punktum!

In diesem Sinne.
Zitat von MaxwellSmart:
wenn ich die Situation auf den Punkt bringe, heißt das doch: Sie sagt, sie liebt mich und gleichzeitig zeigt sie mir ihre große Liebe dadurch, dass sie einen anderen heiratet.

Äh... JA!
Zitat von MaxwellSmart:
Da sträubt sich bei mir alles.

Verständlich.
Ich dächte auch nur "Wo ist die versteckte Kamera?"
Zitat von MaxwellSmart:
Und sie denkt auch noch, ich mache das mit. Aber wenn ich das mitmache, muss sie mich doch für einen Volltrottel halten, oder?

Nun... so in der Art.
Es ginge definitiv auf Kosten deiner Selbstachtung.
Das ist keine Option.

Ich dachte auch sofort an die Option einer Schenkung oder eines passenden Testaments.
Zumal der... platonische Partner (?) deiner Freundin auch ihre Kinder beschenken könnte oder ihr ein lebenslanges Wohnrecht einräumen.
Deine Freundin sollte da selbst recherchieren, anstatt einfach zu glauben, was ihr erzählt wird.

Was ist denn ihre Tendenz?
Will sie ihn heiraten?
Seinen Wunsch erfüllen?
(Falls ja, wäre die Sache für mich gelaufen.)
Ferner, sollte ihr Mitbewohner tatsächlich sterben, möchte sie dann für Haus und Garten alleine verantwortlich sein?
Käme auf sie zu und jünger wird sie nicht.
Oder zögest Du dann bei ihr ein?

Zitat von MaxwellSmart:
gibt es einen oder mehrere Gesichtspunkte, die wichtig wären, die ich aber übersehen habe?

Sehe das, wie @missgeschick .
Unabhängig von der Heiratsoption zwecks Immobiliensicherung - willst Du mit ihr mal zusammenziehen?
Wenn ja, wo?
Oder wollt ihr als 3er - WG zusammen wohnen?
Käme das in Betracht?
Wollt ihr heiraten?
Zu alt ist man dafür nie.
Wäre sie jedoch verheiratet, ginge das natürlich nicht.
Wie stellt sie sich eure gemeinsame Zukunft vor
Wo und wie lebt ihr in 3 Jahren?
Bleibt der Status Quo erhalten oder ändert er sich für sie?
Zitat von MaxwellSmart:
Ich bekenne mich vor meinen Freunden zu ihr, sie hat zwar ihren Kindern wohl erzählt, dass sie mich besucht, aber nicht, wer ich bin und wie nah wir uns gekommen sind und wie nah wir uns emotional stehen.

Das sehe ich kritisch.
Wenn sie Dich SO liebt und begehrt, wie Du sie, dann kannst Du auch erwarten, dass sie zu Dir steht.
Öffentlich.
Zitat von MaxwellSmart:
Liebeserklärungen sind Worte, die Heirat eines anderen Mannes ist ein Faktum.

Ganz genau.
Hier zählen Taten.
Zeigt sie die nicht oder nur gegenüber ihrem Mitbewohner, weißt Du, was Sache ist.
Dann wäre ein Lebwohl meine einzige Option.
Denn, vor der Welt mit dem Mitbewohner verheiratet sein, aber Dich in der Tat ...ja, zu verheimlichen vor ihrer Familie... wäre für mich keine aufrichtige Liebe.

Weiß deine Freundin, wie es Dir damit geht?
Von den Gedanken und Gefühlen her?
Wie will sie das lösen?
Betrifft ja euch.
Bist Du in Bezug auf ihre Wirtschafts-Ehe für sie von Bedeutung?
Sind deine Gefühle ihr bei dieser Entscheidung wichtig?

Redet drüber.

Relevant wäre für mich bei der Sache auch, das ihr Mitbewohner noch an ihr hängt und sie durch eine Heirat an sich bindet.
Ihm könnte das durchaus was bedeuten.
Im Krankheitsfall wäre sie gesetzlich glaube ich der Ansprechpartner für Entscheidungen wie künstl. Beatmung u.ä.
Will sie das sein?
Ist ihr das bewusst?
Und alle Konsequenzen drumrum?
Würde sie ihn beerben wollen, wenn ihr morgen ein Asteroid auf den Kopf fiele?
Bzw. nach der Heirat?

Brich' nichts über's Knie, besprich' Dich mit ihr und fühle in Dich rein.
Die Entscheidung wird sich ergeben.

Kannst sie auch einfach mal fragen:
"Du, wenn Du jetzt heiratest, wie soll ich dann noch um deine Hand anhalten?"

(Teile bitte ihre Antwort darauf mit. )

03.05.2021 22:21 • x 4 #10


BlueApple

BlueApple


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Wäre es nicht eine Option, wenn sie sich auszahlen lässt und zu dir zieht? Oder sie ihn auszahlt und du ziehst ein? Mir würde das schon mit der "WG" echt auf den Magen schlagen, zumal sie auch noch den Haushalt zusammen führen. So wie du es beschreibst hat es wenig von einer WG.
Bist du dir sicher, dass da nicht mehr läuft? Ich finde es ist schon eine Frechheit den Vorschlag mit der Hochzeit überhaupt zu machen. Wie hier bereits gesagt, gibt es weitaus bessere Wege

03.05.2021 22:52 • #11


megan

megan


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Option 2, wäre meine Wahl.

Zitat von MaxwellSmart:
aber wenn du dich für das Geld entscheidest,

Es ist nicht in Stein gemeisselt, dass die Heirat sie finanziell begünstigt. Eheleute müssen füreinander einstehen. Wird der Ex ein jahrelanger Pflegefall, ist sie in der Pflicht.

03.05.2021 23:02 • x 3 #12


Perzet


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Also, wenn sie tatsächlich D e i n e Freundin ist - und - der Typ tatsächlich n u r ihr finanzielles Wohl im Sinn hat..

was spricht dagegen, daß ihr euch zu dritt hinsetzt und die verschiedenen, erwähnten Optionen besprecht?

Genau - es geht um mehr bei den beiden. Sie sind ein eingespieltes Team und er will sie nicht verlieren. Das Hauserbe ist nur ein offizieller Vorwand, damit sie ihn nicht für dich verlässt.

Dein Bauchgefühl sagt das schon die ganze Zeit. Wären sie wirklich "nur" WG, dann fühltest du dich dort nicht unwohl und wie ein Eindringling sondern wärst aufgenommen worden und ihr hättet einen entspannten Umgang miteinander. Sympathie entscheidet dann, wie gut ihr miteinander könntet.
Aber so? Bisher? Und jetzt dieser Vorschlag? Hm?
Hat n ordentliches Geschmäckle.

03.05.2021 23:11 • x 3 #13


frechdachs1


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Warum regeln beide nicht ihre Angelegenheiten in einem norarisch hinterlegten Testament. Heiraten muss man wegen eines Hauses nicht. Anders verhält es sich mit der Witwenrente. Wenn er noch möchte, dass sie diese erhält, dann ist das eine andere Rechnung.

Lasst euch da einfach nochmal beraten, da gibt es andere Varianten.

03.05.2021 23:20 • #14


MaxwellSmart


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Liebe Foristen,
ich bedanke mich ganz herzlich für Eure überaus nützlichen Antworten. Etliche von Euch haben ja kundgetan, dass für sie die Sache mit der geplanten Heirat ein gehöriges Gschmäckle hat. Das hat sie für mich auch. Deshalb habe ich ja um Eure Meinung gebeten.

Der Rat, das ganze gedankliche Konstrukt mit Heirat und potentiellem Erbfall mit meiner Freundin - und ja, warum eigentlich nicht auch zusammen mit ihrem WG-Partner - noch einmal in allen Facetten zu besprechen, ist natürlich genau der richtige. Ich werde das bei nächster Gelegenheit gleich mal anstoßen.

Was ich nicht auf dem Schirm hatte, ist die Sache mit der Adoption. Auch das muss ich unbedingt zur Sprache bringen. Aber der entscheidende Aspekt aus all Euren bisherigen Antworten ist die Frage "Wenn Du ihn heiratest, was machst Du denn dann, wenn ich um Deine Hand anhalte?" Damit das klar ist: Das würde ich zu diesem Zeitpunkt nie tun, aber es wäre schon interessant zu sehen, wie sie reagiert. Auch die Frage, wo sie uns beide in fünf oder zehn Jahren sieht, wenn sie einen Ehemann an der Seite hat, um den sie sich dann ja auch zu kümmern hat, wenn er nicht mehr so kann wie er will, muss ich ihr stellen.

Eure Antworten auf meinen Eingangspost haben mir sehr geholfen. Ich bin für jede einzelne dankbar und bitte auch weiterhin um Wortmeldungen. Entscheiden werde ich jetzt spontan noch gar nichts, ich wollte nur vorab schon mal Eure Meinung dazu hören, ob ich mit meinen Befürchtungen komplett falsch liege oder mit meiner Einschätzng der Situation völlig naiv bin oder überreagiere und die Sache so heikel vielleicht gar nicht ist. Ich meine zwar, über einen gesunden Menschenverstand zu verfügen, aber der ist ja mitunter doch getrübt, wenn man verliebt ist. Diese Situation hatte ich das letzte Mal vor über 40 Jahren. Ich bin also doch leicht aus der Übung.

Herzliche Grüße
MaxwellSmart

03.05.2021 23:50 • x 5 #15



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