Zitat von carlos7: Es kann aber sein, dass die Ehe weiterhin sehr gut klappt. Je nachdem wie glücklich die Ehe ist, kann man doch vor der Trennung versuchen, einen für beide gangbaren Weg zu finden?
Das ist im Prinzip richtig. Hier geht es jedoch um Gefühle, gelebte Werte, wie man leben möchte und wo
die persönlichen Grenzen sind. Wenn der LP keine völlig andere Lebensweise, incl. der nicht zu leug-
nenden gesundheitlichen Risiken (kann minimiert aber nie ausgeschlossen werden) leben möchte, das
Gefühl dabei entsteht man genügt als LP nicht mehr und die Ehe steht jetzt nicht mehr auf festen Füßen
- unabhängig davon, ob das so ist - kann folgerichtig eine Situation bis hin die Ehe in eine schwierige
Lage zu bringen, entstehen.
Eine Ehe ist ein geschlossener Vertrag zu den vereinbarten Bedingungen. Das beinhaltet auch Verant-
wortung zu übernehmen. Hier geht es zudem um Gefühle, Respekt und Vertrauen. Der Wunsch die
Bedingungen völlig zu ändern und zukünftig nicht mehr monogam, sondern in einer offenen Ehe zu
leben, ist eine elementare Veränderung. Da hier stark die Gefühlsebene angesprochen ist, kann das
folgerichtig zu einer kritischen Situation führen. Einmal so ausgesprochen, wie die EF vom TE das ge-
macht hat, kann direkt der Elefant im Raum stehen.
Die EF vom TE hätte durch vorsichtiges vortasten die aktuelle Einstellung von ihrem EM in Erfahrung
bringen können. Ihre Aussage:
Zitat von sliN: Sie meinte es habe nichts mit Liebe zu tun – sie liebe mich noch, aber sie wolle mehr Freiheit, mehr Abenteuer, neue Erfahrungen
ist für mich keine Wunschformulierung. Sie will ...............
Das heißt für mich, dass sie nicht aus einer Laune heraus, sondern gezielt das angesprochen hat. Ihr
späteres zurückrudern mit Verharmlosung (u.a. kein anderer Mann) kann daran nichts mehr ändern und
wirkt auf mich als der Versuch den bereits gefühlten Schaden, sie sieht ja die Wirkung, zu begrenzen.
Der TE sollte sich nicht von seinen Gefühlen leiten lassen und keine übereilte Entscheidungen treffen.
Ich empfehle ihm ein Gespräch mit seiner EF zu führen - Offenheit und Ehrlichkeit einfordernd - , um sich
ein genaueres Bild machen zu können. Seine EF hat ja bereits ihre zuerst gemachten Aussagen erheblich
(keine anderen Männer) und verharmlosend revidiert. Vermutlich, weil ihr mittlerweile bewusst geworden ist,
welche negativen Auswirkungen das bereits hat.
Die beiden BZ-Arten monogame Ehe und OE passen eindeutig, egal wie man das auch versucht zu drehen
und zu wenden oder mit Worten negiert, das wäre doch möglich, nicht zusammen. Hier geht es auch um
die Gefühlsebene und Werte und damit macht ein Vergleich, z.B. mit Urlaub, wenig Sinn.
Noch kann der TE in Gesprächen mit ihr klären, was die tatsächlichen Gründe für ihr Verlangen nach Öff-
nung der Ehe ist..Gibt es doch ein OdB, was meist der Auslöser ist, oder steht sie unter einem Einfluss?.
Was steckt also genau dahinter. Erst wenn alles offen, ehrlich und nichts verschweigen auf den Tisch kommt,
kann der TE sich ein stimmiges Bild machen. Es besteht kein Grund zur Eile, aber zur Klärung. Vielleicht
war das lediglich ein Weckruf durch seine EF.
In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Gespräche und mit ihrem Verhalten insgesamt in Gestik und
Körpersprache, kann der TE dann für sich entscheiden ob und wenn ja, wie es weiter geht.
Ich wünsche dem TE den Mut für sich einzustehen und ein glückliches Händchen das richtige, auch im späteren Rückblick, zu tun. Ich hoffe, der TE meldet sich mit guten Nachrichten.