Zitat von Sonnenschein85: Klar kann man nein sagen, aber sie wird wahrscheinlich damit nicht glücklich
Wo steht denn, dass es hier nur ein absolutes Ja oder ein absolutes Nein gibt? Wieso wird so oft so schwarz-weiß gedacht?
Die wenigsten Paare, die eine offene Beziehung leben, tun das, indem sie entscheiden "So, ab heute offen" und ab der Sekunde v*geln beide wild durch die Weltgeschichte. Die meisten Paare werden so beginnen, dass einer den Wunsch äußert, und dann überlegt man gemeinsam, was geht und was nicht, ob und wie man sich dem Wunsch annähern kann und wo die Grenzen sind. Diese können sich natürlich später im Verlauf noch verschieben.
Eine gewisse Grund-Offenheit muss natürlich irgendwie gegeben sein. Aber da sollte normalerweise die Liebe Zum Partner ausreichen, meine ich. Denn lieben bedeutet, dass man (auch) möchte, dass es dem anderen gut geht, und das wiederum bedeutet, dass man ein wichtiges Bedürfnis streng genommen nicht mit einem einfachen "Nein" abschmettern kann.
Ich finde, man sollte zumindest überlegen und probieren, ob und inwieweit man dem Partner entgegen kommen kann.
Dazu gehören viele Gespräche, Versuche, Annäherungen, noch mehr Gespräche, totale Offenheit und Ehrlichkeit und Selbstreflexion auf beiden Seiten. Gibt bestimmt nicht viele Paare, die das können, aber das darf kein Grund sein, es nicht zu versuchen.
Ich bin nicht davon betroffen, aber denke dazu: Natürlich würde es mich stark kränken, wenn mein Partner plötzlich mit andren schlafen wollte. Aber ob der Gedanke daran oder der, ihn ganz zu verlieren, schlimmer wäre, kann Zumindest ich nicht ad hoc beantworten. Sicher weiß ich nur: ich würde auf keinen Fall wollen, dass er ein ihm wichtiges oder sogar zentrales Bedürfnis unterdrücken muss, um mit mir zusammen sein zu können, und ich würde das nie verlangen von ihm. Denn das hat mit Liebe so überhaupt nichts mehr zu tun, und zwar von beiden Seiten.