Zitat von Gretel:Die beiden kennen sich seid 20 Jahren, waren in ihrer Jugend mal zusammen. - Haben sich später wieder getroffen, sie verheiratet, er nicht. - Es hat sich eine für beide offensichtlich existenzielle platonische Herzenfreundschaft entwickelt.
ER wollte das leben, SIE nicht. Sie will trotzdem in ihrer nicht besonders glücklichen Ehe bleiben.
Sie hat ein Kind.
ER hingegen scheint den Fakt, dass sie auf der guten Mutter Erde, im Hier und Jetzt gebunden ist. - verdrängt zu haben.
WAS ist eigentlich - nüchtern betrachtet, nachdem "wir" wissen, dass es sich um eine gebundene Frau handelt - - an ihrem Brief so verwerflich?
Ich glaube, dass das Gloegg nicht bewusst war, dass es SO ist und dass muss er vielleicht erstmal richtig realisieren. Seine Wahrnehmung ist vielleicht ein bisschen verblendet.
Verwerflich finde ich die platonischen Ich Liebe Dichs und das Wischiwaschi drumherum. Mag sein, dass es für Sie alles klar war, für ihn aber nicht. Irgendwie hat sie es ja trotzdem geschafft, ihn irgendwie zu binden. Er hatte die Hoffnung, dass sie irgendwann zu ihm kommt. Mit mehr Klartext hätte das bestimmt anders ausgesehen. Ich denke, dank Gloegg funktioniert ihre Ehe. Er leidet. Und wenn Sie ihn liebt, dann hätte sie das doch irgendwie spüren müssen, dass er sich falsche Hoffnungen macht - und hätte ihm doch klarer kommunzieren können, dass er sich das aus dem Kopf schlagen soll.
Natürlich hat Gloegg das "mitgemacht". Ich glaube aber, dass sie seine Zuneigung genossen hat. Am Ende ist es leicht zu sagen: ja der Fall ist klar, die ist verheiratet, da hätte man sich denken können, dass das nichts wird. Aber ich bin der Meinung, dass sie da auch einen Teil der Verantwortung trägt, tragen hätte sollen. Sie kann nun sagen: Ich bin verheiratet, warum machst Du Dir da Hoffnungen? Aber über die Zeit muss da ja was gewesen sein, was ihn hat festhalten lassen. Trotz eigener Beziehung und trotz ihrer Ehe.
Klare Worte anstatt diesem Blablubb wegen Träumen und Lebenselexir hätten ihm vielleicht besser geholfen.