Kerstin_2016
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Zitat:Ganz ehrlich, den Zorn denn ich hin und wieder aktuell verspüre ist so was von normal. Was erwartest du? Das ich Verständnisvoll bin?
Ich klinke mich kurz dazwischen, weil mich der Beitrag ein Stück weit beeindruckt.
Zorn ist menschlich und daraus zieht man erst einmal seine Kraft. Für die anfängliche Trennungs-Zeit in einem "gesteckten" Rahmen ist es durchaus gesund und auch normal. Hätte ich diese Wut irgendwann nicht entwickelt, hätte ich wahrscheinlich diese wichtige Emotion übersprungen (verdrängt?!) und nicht ausleben können. Auf Dauer ist das Gift für die persönliche Entwicklung.
Es wird wahrscheinlich auch noch etwas dauern, bis diese Wut/dieser Zorn abebbt, denn was man nicht übersehen sollte, ist die Tatsache, dass der Zorn hier keine Momentaufnahme der Trennung ist, sondern ein Abarbeiten der vergangenen Jahre ist. Ich vermute (hoffentlich richtig), dass die Wut nicht allein im überlaufenden Fass begründet ist, sondern bereits am Boden des Fasses angesiedelt war (sind ja nun auch bereits ein paar Jahre in der Beziehung gewesen). Nun ist halt der Moment wo alles herausbricht. Ich finde es nicht schlimm sich sämtlicher Schimpfwörter zu bedienen um diesen Zorn heraus zu lassen, zumindest gedanklich! Ein gesprochenes oder geschriebenes Wort lässt sich halt nicht zurück nehmen. Wie mit dieser Verantwortung im Handeln umgegangen wird, darf jeder selbst entscheiden. Wenn ich hier niederschreiben würde, was ich gedanklich meinem Forengrund an den Kopf gehauen habe oder meiner Mutter, würde ich postwendend eine Sperrung dafür in diesem Forum erhalten. Es gibt Menschen, wie mich, die ihre Emotionen auch einmal explosionsartig herauslassen (können) und es gibt Menschen, die andere Wege haben, um ihre Emotionen zu (er-)leben.
Verständnisvoll darfst Du jetzt in erster Linie für Dich selbst sein. Verständnis für ihn, wird sich erst entwickeln können (nicht sollen!), wenn Du für Dich alles verarbeiten konntest. Auch das wird Zeit brauchen. Damit will ich nicht sagen, dass man Verständnis für ihn haben "muss", darüber zu "urteilen" steht mir nicht zu.
Allerdings, da spreche ich aber nun für mich selbst, habe ich irgendwann angefangen für meine "tun-mir-nicht-gut-Menschen" Verständnis zu entwickeln. Das mache ich mit mir und den (hier sicherlich bekannten) inneren Kindern aus. Was mich dazu bewogen hat? Ich möchte verzeihen können, dazu benötigt es auch Verständnis. Ich wollte verzeihen können um Frieden zu schließen. Nicht FÜR diese Menschen, sondern für mich. Eines der Schlüsselsätze dafür war: vergib anderen nicht, weil sie Vergebung verdienen, sondern weil Du Frieden verdienst. Und das brauchte ich für mich persönlich um (vergangenheitstechnisch) loslassen zu können.
Du scheinst Power zu haben, Dein "Selbsterhaltungstrieb" ist (im Vergleich zu anderen Beiträgen) enorm und rigoros. Deinen Stolz hast Du nicht verloren, Du kämpfst, hast Deine Vorstellungen, bist vielfach konsequent . . .alles Dinge die man vorerst braucht, um sein eigenes Leben wieder in geordnetere Bahnen zu bekommen. Es sind Dinge, die Du für Dich nun einfach brauchst und das ist so erst einmal völlig legitim. Auch hier wird die Zeit dafür sorgen, dass es entspannter wird. Ich denke, solange man nicht ausschließlich über "Leichen" wandert und ein gesunder Egoismus nicht ins dunkle Nirvane verfällt und man sich bewusst macht, welche Konsequenzen das eigene Handeln nach sich ziehen kann, ist alles im grünen Bereich.
Du bist taff
Bewahre Dir das, denn das wird zukünftig Dein Nährboden für alles Weitere sein.
Alles Gute für Dich und Deine Süßen!
