Hallo an alle!
Erst einmal vielen Dank für die große Resonanz und allen, die sich zum Thema bisher geäußert haben und noch vielleicht äußern werden. Da sind einige interessante und tolle Gedankengänge bei, welche mir schon jetzt und sicherlich noch die nächsten Tage und Wochen zu denken geben!
Ich möchte versuchen, hier auf ein paar Anregungen und Fragen von Euch einzugehen. Seid mir bitte nicht böse, wenn ich nicht jeden einbeziehe.
Es wurde ja mehrfach angesprochen, dass der/die Fehler auch bei mir zu suchen sind und ich über meine Versäumnisse nachdenken sollte. Das ist richtig, habe ich auch gemacht, insbesondere mit der Psychologin und glaubt mir, die hat einige Punkte bei mir aufgedeckt. Unterm Strich war ich zu lieb, zu soft, habe wohl zu selten nein gesagt. Meinen Hobbies ging ich erst kurz vor der Trennung nach (Aquaristik), während der Ehe habe ich es nicht betrieben, aber sehr vermisst. Ich war auch einst ein recht sportlicher Typ, ging früher in den Kraftraum, hatte American Football gespielt/gecoacht, war aber nie der "Partyman" o.ä. Als ich meine damalige große Liebe 2002 kennen lernte, war ich überzeugt, sie ist die Eine, das passende Gegenstück usw. Man könnte auch sagen: Blind vor Liebe. Aber es war sehr schön und ich vermisse dieses Gefühl sehr.
Die 12,5 jährige Ehe war, aus meiner Sicht, auch sehr schön. Im Nachhinein habe ich aber wohl die vielfach von Euch zitierten "Signale, Hinweise und Warnungen." nicht registriert, vielleicht auch nicht wahrnehmen wollen. Es gab viele schöne Ereignisse, tolle Erfolge, eine gemeinsame berufliche Tätigkeit (welche aber wohl m.E. der Hauptgrund war für die Trennung und Scheidung, letztlich lernte meine Verblichene dabei ihren jetzigen Mann kennen) und wir haben einige lustige und auch bewegende Stories erlebt.
Was mich am heftigsten getroffen hat, ist, dass neben mir aber vor allem der Rest unserer Familie leiden musste. Die Kinder sind zwar schon erwachsen und aus dem Haus, aber diese waren immer ihr ein und alles. Ab dem Zeitpunkt der Trennung war jedoch Funkstille, es gab Streitgespräche zwischen Mutter und Kindern, beide Seiten schilderten mir ihre jeweilige Ansicht. Mittlerweile hat nur noch der jüngste Sohn sporadisch Kontakt zu ihr, die beiden älteren Geschwister haben sich komplett zurückgezogen. Damit muss ich leben und klarkommen, tut aber trotzdem verdammt weh.
Die Tiere, vor allem die Katzen, welche vorher auch immer im Mittelpunkt standen, waren auf einmal auch mit ein Grund für die Trennung. Hätte sie jetzt beispielsweise keine oder nur wenige Tiere , wäre das u.U. nachvollziehbar gewesen.
Aber jetzt hat sie: 4 Katzen, 5 Schafe und einen 70.000 Liter-Gartenteich, mehrere ha Grundstück und Ländereien! Da kann mir doch keiner sagen, dass ihre vorherigen Tiere (5 eigene Katzen, 5 Katzen vom Tierschutz,1 Hund, wir haben einen Resthof mit entsprechendem Grundstück) einfach zu viel für sie war.
Zumal wir beide die Tiere wollten und versorgt haben, jetzt aber erledigt sie die Arbeiten bei ihrem neuen Mann alleine (oder holt sich Hundertschaften von Leuten als Hilfe, der 80jährige neue Ehemann hat ja augenscheinlich genug Geld). Ich weiß, ich weiß, jammern hilft nicht, ich wollte nur mal mein "Mütchen" kühlen, da ich deren Verhalten und Wertschätzung gegenüber den Kindern und den Tieren, welche jetzt noch bei mir leben und welche sie zurückgelassen hat, nicht gut heißen kann und als Verrat empfinde. Könnten Tiere sprechen, würden sie meiner Ex sicherlich ein paar gewichtige Worte mit auf dem Weg gegeben haben. Egal, nicht zu ändern, genug geschimpft.
Meine Frage und meine Schilderungen beim Thema (Sind Männer Austauschobjekte) und die späteren Fragen, ob Frauen nur Versorger suchen etc. sind auch sicherlich meinen Erfahrungen und Erlebten geschuldet. Ich habe mich um meine Liebsten arg gekümmert, mich dabei selbst vergessen. Ich kann aber auch von mir sagen, dass ich Selbstbewusstsein habe, in der Lage zu reflektieren bin und auch zu mir stehe.
Was mich im Moment ein bisschen aufhorchen lässt ist, dass einige geschrieben haben, ein Mann müsse eine eigene Meinung haben, dann auch wieder einfühlsam und klar kommunizieren. Mal muss Mann mit den Herzen sehen und sprechen, mal Grenzen setzen und "Nein" sagen. Sicher, das Leben ist nicht nur schwarz und weiss, aber dass es so bunt ist bzw. sein kann.... Wenn ich davon ausgehe, dass Menschen, egal ob Mann oder Frau, irgendwo und irgendwann im Leben seine/ihre vermeintlich bessere Hälfte suchen und finden wird oder gesucht und gefunden worden ist, man aber auch generell fast schon einplanen muss, dass sich die Wege irgendwann trennen, dann könnte man salopp sagen: In der Bibel steht geschrieben:"Suchet und findet Euch, und dann, wenn ihr glücklich seid oder so empfindet, streitet und teilet euch. Amen!".
Klar ist, dass Intimität, die Gefühle und das Verliebtsein am Anfang einer Ehe bzw. Beziehung top sind, aber der oder die eine schreibt hier auch, dass nach einer gewissen Zeit diese Punkte "abkühlen" und im Laufe der Zeit unterschiedliche Ansichten zu bestimmten Sachverhalten die Oberhand gewinnen. Nur:
Wenn, wie in meinem Falle, ich mir mit einer Partnerin einen Resthof mit Grundstücke kaufe, diverse Tiere anschaffe, Kinder aufziehe, einen gemeinsamen Beruf nachgehe und man gemeinsam einen Plan erarbeitet, welcher, was zumindest das Fundament einer Beziehung betrifft, feststehen sollte, dann kann durch eine Abkehr davon durch einen der Partner sicherlich eine Lawine ausgelöst werden, die nicht nur damit zu begründen ist, dass sich im Laufe der Zeit bei Menschen Ansichten ändern, Prinzipien über den Haufen geworfen werden, alles, was gestern noch recht, gut und teuer war, plötzlich lästig, schlecht und billig sein. Das Leben ist kein Plan, ganz klar, versteht mich nicht falsch. Aber irgendwann sollte ein Mensch doch auch mal zufrieden sein mit dem, was er/sie hat. Das ist aber wohl augenscheinlich meine Falscheinschätzung und es stimmt mich nicht nur nachdenklich, sondern traurig und erschreckt auch leicht.
Falls die Basis einer stabilen glücklichen Beziehung ein steter Kampf sein soll, auf jedwede Situation, Psyche, Meinungsumschwung, Wertbetrachtung etc. meines/r Partners/in zu reagieren, mich dabei noch entsprechend darstellen zu müssen, nicht einfach mal mit Status Quo zufrieden zu sein, dann bleibe ich wohl besser alleine. Immer mehr, immer besser, immer wieder dieses und jenes neu- das kann doch kein Mensch dauerhaft leisten, da muss ja jede Beziehung früher oder später scheitern. Kann mich ja irren, aber wenn dem so ist, dann sind alle Menschen, Männer wie Frauen, austauschbar. Mir würde die "Eine" vollkommen reichen, welche mich berührt und welche ich jeden Tag liebe, egal welche Macken sie hat, ich hab ja auch welche. Aber ich fürchte, dass ich den Ansprüchen der heutigen Zeit, zumindest was Beziehungen mit Frauen betrifft, wohl nicht gerecht werden kann. Dann sollte ich es vielleicht so machen, wie es mein Nebenbuhler gemacht hat: Alt werden, eine junge verheiratete Frau schnappen und mich für den Rest meiner (wenigen) Tage gut pflegen lassen und mich dabei geliebt fühlen. Das kann´s ja wohl nicht sein.
Ich werde mir Eure Gedanken, Anregungen und Kommentare auf jeden Fall durch den Kopf gehen lassen und den weiteren Verlauf dieser Thematik verfolgen, kann jedoch zeitlich bedingt nicht auf alle eingehen, sorry. Aber nochmals vielen Dank für Eure rege Teilnahme und die vielen und in Teilen lustigen "Battles"

.