E-Claire
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Mir tut das irgendwie weh zu lesen, wie sich da zwei erwachsene Menschen so hilflos in einander verstrickt haben. Da ist so viel dabei, angefangen von zu wenig Kenntnis, über zu wenig für sich selbst einstehen, bis hin zu daß es einfacher ist, auf andere sauer zu sein als auf sich selbst.
Was mich auch so betroffen macht, ist, daß Du und Dein Ex ja beide (wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise) Euch irgendwie auch ein total anderes Leben gewünscht habt. Da ist es einfach sehr schade, daß ihr beide in all den Jahren nicht den Weg zu einem gemeinsamen Handeln gefunden habt.
Und nein, ich meine es nicht so, als wäre das Deine Aufgabe gewesen und ich meines es außerdem auch nicht so, als wäre, was er mit Dir gemacht hat, nicht schlimm! Es war und ist schlimm!
Aber ich würde Dich gern auch an eins erinnern: Wenn man in der Pubertät ist, dann wünscht man sich nichts mehr, als daß man selbst und eben die eigenen Eltern "normal" sind. Die Zugehörigkeit zum Durchschnitt gibt Halt. Und was Euer Sohn sich vielleicht jetzt wünscht oder wie er das bewertet, wird nicht so bleiben. In zehn Jahren schaut das alles ganz anders aus.
Deine Angst um Deinen Sohn, die völlig normal ist, kannst Du aber nicht damit verändern, daß er zu Dir kommt und Klamotten anprobiert oder sich regelmäßig bei Dir meldet oder oder oder. Das ist Deine (!) Angst und die hat nichts mit ihm zu tun.
Gegen Angst hilft nur Vertrauen. Es hilft keine Kontrolle, es hilft Dir nicht im Recht zu sein, es hilft Dir nicht 5 mal nachzufragen. Das sind alles Arten mit der Angst umzugehen, die total menschlich sind, die jeder von uns hat, aber sie helfen nicht.
Daher vertraue auf Dich und Deinen Weg!

