Sonntag
Es ist nun etwa einen Monat her, dass ich hier meinen ersten Beitrag geschrieben habe. Ich habe in dieser Zeit viel nachgedacht und begonnen, mich um das Gefühl der Einsamkeit zu kümmern.
Die seltenen Treffen in meinem Freundes-/Bekanntenkreis erfüllen mich nicht wirklich. Ich weiß nicht, ob ich zu viel verlange, wenn ich gerne öfter Kontakt hätte und auch tiefergehende Gespräche führen möchte. Die werden dann schon auch geführt aber eben selten. "Und, was ist bei dir so in den letzten Monaten passiert?" unbefriedigend. (Bis man dann zu dem tiefergehenden Gespräch kommt, ist das Treffen bald schon wieder vorbei.)
Ich habe ein paar neue Leute kennengelernt, darunter auch Mädels, mit denen ich schon ein paar mal etwas unternommen habe. Das war echt super und hat gut getan. Nur mit den gemeinsamen Interessen schaut es echt mau aus. Dran bleiben? Weitersuchen? Ich denke, beides. Ist das ein guter Weg?
Online bin ich sogar vor kurzem nach einem Date gefragt worden. Vorher bei ihr nachgefragt - keine gemeinsame Interessen, Sympathie - geht so. Das Date war dann ... nun ja
Einige Sprüche von ihr waren schon hart an der Grenze. Ich schiebe es mal auf ihr Alter (26) und denke mir nichts weiter dabei.
Am Ende des Dates waren wir uns beide einig, dass da kein Funke war. Sie hat erzählt, wie sehr sie sich einen Freund wünscht und dass sie es überhaupt nicht verstehen kann, dass alle Männer, bei denen es nicht für mehr reicht, den Kontakt zu ihr abbrechen. Sie hätte gerne auch freundschaftliche Kontakte.
Gesagt, getan. Ich habe ihr zwei Treffen in einer größeren Runde vorgeschlagen, die sie beide abgelehnt hat. Sie lehnt auch den Kontakt zu dieser gemischten Runde ab. (Es kommen immer wieder neue Leute dazu, nichts Starres)
Das ist mir absolut unbegreiflich. Kann mir das jemand erklären?
Heute beginnt meine Reise, in ferne Länder und zu mir selbst. Mein Rucksack ist gepackt, Packliste gecheckt. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.
Es erinnert mich irgendwie an "Le voyage d'Hector" und ich denke, es ist auch ein bisschen "la recherche du bonheur".
Das Gedankenkarussel dreht sich in den letzten Tagen extrem.
Wird es in absehbarer Zeit dazu kommen, dass ich meine Erlebnisse teilen kann? Warum finden Menschen innerhalb einer kurzen Zeit einen Partner und warum bin ich sechs Jahre von niemandem aufrichtig geliebt worden (in einem Alter, wo das eigentlich nicht so schwer sein sollte?)? Sind mehr neue Kontakte zu Menschen und Zufriedenheit der Schlüssel?
Ich würde das gerne abstellen. Nur wie?
Ich habe mir vorgenommen, die Zeit bewusster zu erleben und mehr zu genießen.
Ich hoffe, dass es mir in den nächsten Wochen nicht ununterbrochen so geht, wenn ich alleine unterwegs bin. Wie kann ich das durchbrechen?