220

Singles - vom Leitbild zum Sozialschmarotzer

Meerschaum


Übrigens ist eine Freundin von mir sowie der Mann, mit dem ich eine emotionale Affäre hatte, immernoch Singel. Beide sind um die 60 Jahre alt, hatten mehrere Beziehungen bzw. waren verheiratet und genießen nun ihre Freiheit. Auch das finde ich nicht etwa anrüchig, sondern beneide sie ein bisschen. Zumal beide finanziell und beruflich gut situiert sind.

Ja, auch ich habe ab und zu mal nachgefragt, ob ich ihnen bei der Partnersuche behilflich sein darf. Sogar den Mann, in den ich eigentlich selbst lange Zeit bis über beide Ohren verliebt war. Das tat ich aber nicht, um zu nerven oder zu kritisieren, sondern weil sie mir beide sehr am Herzen liegen und ich ihr bestes für sie möchte. Ich hätte die beiden zu gerne verkuppelt. Das war aber aussichtslos, denn ihre Charaktere passten überhaupt nicht zusammen. So unterließ ich also irgendwann die Kuppelversuche, weil mir die Freundschaft zu beiden wichtiger war und ich merkte, daß sie nicht mehr gerne mit mir zusammen waren.

Beide stehen auch alleine fest im Leben und ich genieße die Freundschaft zu ihnen. Ebenso habe ich kinderlose Freunde, die schon lang verheiratet sind. Ich habe Menschen in klassischen Ehen in meinem Freundeskreis und geschiedene oder unverheiratete. Ich habe einen gleichgeschlechtlich Bekannten, den ich sehr schätze und eine gleichgeschlechtlich Cousine. Was zum Henker geht es mich an, ob und mit wem alle diese Menschen ins Bett gehen? Ich verstehe diese Sichtweise nicht!

30.07.2019 11:54 • #136


Meerschaum


Etwas kritisches muss ich hier aber auch noch äußern. Ich bemerke schon, dass sich in unserer Gesellschaft einiges auch zum negativen verändert hat. Liebe verkommt häufig zur Ware und S. wird in gewissen Kreisen zur Leistungsschau. Da gibt es PUAs und Fukk-Buddies und ähnliches. Schlimme Wörter für schlimme Zustände. So gewissen- und verantwortungslos sollte man mit sich und anderen nicht umgehen. Da lob ich mir doch die selbstbewussten und verantwortungsvollen Singels.

30.07.2019 12:09 • #137



Singles - vom Leitbild zum Sozialschmarotzer

x 3


Ex-Mitglied


Zitat von Blanca:
Ich denke, daß er zumindest latent aufs Unterbewußtsein mit einwirkt, auch wenn es dafür natürlich noch andere Gründe geben mag (siehe meinen letzten Beitrag weiter oben). Irgendwo muß diese Vorstellung ja schließlich herkommen, daß man ohne Beziehung nur noch ein unvollständiger, minderwertiger Mensch sei und sich deswegen behandeln läßt wie der letzte Dreck.

Wir leben hier schließlich nicht in einem Teil der Welt, wo dies auf äußeren Zwängen beruht.


Das unterschreibe ich. Seitdem ich Single bin und das ist noch nicht lange, wird mir an jeder Ecke vermittelt, dass ich mich zu binden habe. Sei es die Bemerkung der Nachbarn oder die Werbung der Singlebörsen, die ihr eigenes Geschäft damit machen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Kreuzfahrt (Beispiel, ich halte aus umwelttechnischen Gründen nichts davon), für einen Single doppelt so teuer ist.

09.08.2019 12:25 • #138


Blanca

Blanca


3456
25
4631
Nebenan wurde heute ein Thread eingestellt, dessen Eingangsbeitrag gut zu diesem hier passt:
ist-alleine-ausgehen-exotisch-t57312.html

Und zwar an diesen Stellen hier:
Zitat von Dracarys:
Obwohl ich mich an das Alleinsein recht gut gewöhnt habe, werde ich aber das Gefühl nicht los, dass ich nicht gern als Single gesehen bin.

Zitat von Dracarys:
Dass man als einzelner Mensch als so exotisch wahrgenommen wird, erstaunt mich doch sehr.

Zitat von Dracarys:
Gibt es so eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass man alleine nicht ausgeht?

Scheint, als gelinge es den Medien weiterhin hervorragend, Singles mehr- oder weniger unterschwellig als defizitäre Wesen zu diffamieren, wie hier in der Studie geschildert: http://www.suz.uzh.ch/dam/jcr:00000000-...ingles.pdf

Anders sind solche Aussagen kaum erklärbar.

06.01.2020 21:23 • #139


grimes


Diese Sozialstudie zur Familienforschung ist von 2003.

09.01.2020 10:39 • #140


kuddel7591

kuddel7591


7699
2
7001
Zitat von @dracarys:
Zitat:
Obwohl ich mich an das Alleinsein recht gut gewöhnt habe, werde ich aber das Gefühl nicht los, dass ich nicht gern als Single gesehen bin.


...zudem ist das ein Widerspruch in sich. Sich recht gut "gewöhnt" zu haben - an das "Allein-sein" -
wird mit dem Single-sein umgehen können und wie "Andere" einen sehen, sollte dann egal sein!

09.01.2020 12:30 • x 1 #141


MisterReality


"Etwas kritisches muss ich hier aber auch noch äußern. Ich bemerke schon, dass sich in unserer Gesellschaft einiges auch zum negativen verändert hat. Liebe verkommt häufig zur Ware und S. wird in gewissen Kreisen zur Leistungsschau. Da gibt es PUAs und Fukk-Buddies und ähnliches. Schlimme Wörter für schlimme Zustände. So gewissen- und verantwortungslos sollte man mit sich und anderen nicht umgehen. Da lob ich mir doch die selbstbewussten und verantwortungsvollen Singels."

Na und? Die Gesellschaft wills doch so, also gebt den Pansen Futter und Spiele und sie kuschen.

Einfach mitmachen, macht auch Spaß. Man muss nur kalt, ohne Gefühle und rein bedürfnisorientiert leben und fi..en. Mehr ist nicht nötig. Und fi..bares Material findet sich überall. In ein paar Jahren wird sich das Bild gänzlich umdrehen, weil Beziehungsprolls nach und nach aussterben werden und das Singledasein die bestimmende gesellschaftliche Struktur stellen wird. Ihr werdets sehen und erleben.

09.01.2020 12:44 • x 2 #142


kuddel7591

kuddel7591


7699
2
7001
@

"Die Gesellschaft will´s doch so!"

Und was "die Gesellschaft" will und geradezu vorgibt, machen ALLE mit? Mehr Alibi kann "die Gesellschaft" gar nicht bieten, als sich dahinter zu verstecken - hinter "der Gesellschaft"! Und
wer sich dahinter versteckt, gibt sich selbst auf, macht nur noch mit, weil es "die Gesellschaft"
vormacht.

"Jede/r macht, was sie/er will, keine/r macht, was sie/er soll - aber alle machen mit!"

Und das Geplärre ist groß, wenn genau DAS schief geht - ob als Single, als EP, als LG!?

Ja ja..."die Gesellschaft" - die gibt vor? Die gibt vor, wie Frau/Mann sich zu verhalten hat,
um "die Gesellschaft" als Alibi zu benutzen, um "mitmachen" zu können? Was hat "die
Gesellschaft" denn noch zu bieten, außer sich seiner Selbstverwirklichung wegen zu NEHMEN,
was sich einem bietet? Ist da nichts Anderes (mehr), über dass es sich nachzudenken lohnt?

DAS wäre eine sehr armselige Gesellschaft...

09.01.2020 13:03 • #143


Ex-Mitglied


Solange Menschen daran festhalten, sich selbst an einer Bewertungs-Skala auszurichten, wird sich die daraus entstehende Problematik der"Minderwertigkeit" auch nicht auflösen können.

09.01.2020 13:08 • x 2 #144


Tiefes Meer

Tiefes Meer


3013
3
4481
Zitat von SimplyRed:
Solange Menschen daran festhalten, sich selbst an einer Bewertungs-Skala auszurichten, wird sich die daraus entstehende Problematik der"Minderwertigkeit" auch nicht auflösen können.

Sich unabhängiger von Bewertungsskalen zu machen ist sicher gut. Doch der Angang hat Grenzen.
Auch mit einem noch so guten Selbstwertgefühl wird niemand gesellschaftliche Diskriminierungen, die von außen auf den einzelnen einwirken, auflösen können. Maximal gelingt es, besser mit den Auswirkungen umzugehen.

09.01.2020 13:33 • x 2 #145


Megeas


Zitat von MisterReality:
Einfach mitmachen, macht auch Spaß. Man muss nur kalt, ohne Gefühle und rein bedürfnisorientiert leben und fi..en. Mehr ist nicht nötig. Und fi..bares Material findet sich überall

So is das , momentan hab ich mein spass mit pua es lohnt sich .... single sein is das beste

09.01.2020 13:44 • #146


MisterReality


"Ja ja..."die Gesellschaft" - die gibt vor? Die gibt vor, wie Frau/Mann sich zu verhalten hat,
um "die Gesellschaft" als Alibi zu benutzen, um "mitmachen" zu können? Was hat "die
Gesellschaft" denn noch zu bieten, außer sich seiner Selbstverwirklichung wegen zu NEHMEN,
was sich einem bietet? Ist da nichts Anderes (mehr), über dass es sich nachzudenken lohnt?

DAS wäre eine sehr armselige Gesellschaft..."

Speziell die Frauen wollten doch einen Wandel in der Gesellschaft mit ihrem Emanzendunst und so - jetzt haben sie den Salat- Selber Schuld. Die Gesellschaft gibt vor, wie es zu laufen hat. Daran orientiert sich die Allgemeinheit. Ihr wolltet alle mehr Freiheiten, weniger Bindung, kein Geschwöre mehr mit ewiger Liebe etc. - Bitte schön, da habt ihr es nun endlich bekommen. UND TROTZDEM JAMMERT IHR HIER NOCH RUM?

Was läuft bei Euch falsch? So wie ihr in den Wald reinbrüllt, so schallt es raus.

Es geht nur noch um die Befriedigung eigener Bedürfnisse. Dafür braucht man nicht immer wieder neue Themen zu eröffnen.

09.01.2020 13:58 • #147


kuddel7591

kuddel7591


7699
2
7001
@

...und weil Frauen einen Wandel wollten, machen sie sich dadurch selbst zu "Opfern", weil sie dem
"Emanzendunst" nachgesagt sind und bekommen haben? Und Männer dürfen/können das dann ausnutzen?
Zitat:
Die Gesellschaft gibt vor, wie es zu laufen hat.


wer ist denn "die Gesellschaft" - auch DU bist ein Teil der Gesellschaft. Also gibst auch DU "vor"?!
Oder sattelst du nur auf - auf "die Gesellschaft" - wenn dir etwas für DICH Annehmbares geboten wird, damit du DANN "mitmachen/nachmachen" kannst?

Zitat:
Frauen wollten ihre Freiheiten


Zitat:
kein Geschwöre mehr mit ewiger Liebe etc.


Definiere mal DEINE Version von "Freiheiten", die Frau haben wollte!
Definiere mal DEINE Version von "kein Geschwöremehr mit ewiger Liebe ect."!

Frauen sind dann Freiwild? Und wehe, Frau macht dann nicht mit! Dass so mancher Mann
einer wirklich emanzipierten Frau (oft) nicht mehr gewachsen ist, weil FRAU eben nicht mehr
das "Heimchen am Herd" ist/sein will - da kommt dann der Macho daher und macht einen auf
"ihr (Frauen) seid doch alle selbst Schuld!"?
Wenn dem so ist - du behauptest das ja - dann ist ein Kerl, ein Typ wie DU doch erhaben genug,
solche oder ähnliche Foren gar nicht erst aufsuchen zu müssen....

...daher meine Frage....

Zitat:
what´s your really problem?


...wenn doch Frauen "eh selbst Schuld" sind, weil diese doch die Emanzipation unbedingt wollten!
Jetzt mal Butter bei die Fische - was ist dein Problem mit emanzipierten Frauen, bzw. mit Frauen,
die zu dem stehen, was sie sind...menschlicher, umgänglicher, realistischer, gefühlsbetonter?

Zitat @Megeas

Zitat:
So is das , momentan hab ich mein spass mit pua es lohnt sich .... single sein is das beste


das passt in den Kontext von dem, was du so oft im Chat "zum besten" gegeben hast - Flucht
in etwas, wo keine Fragen gestellt werden. Und Frauen, die sich binden wollen, neigen nun
mal dazu, Fragen zu stellen. Du suchst immer noch Antworten auf Problemstellungen, die dich
selbst betreffen?! Klar.... dann ist das "singlen" die beste "Antwort"...."nehme mit, was sich bietet!"

09.01.2020 14:36 • x 1 #148


FrauMorgenrock


Zitat:
UND TROTZDEM JAMMERT IHR HIER NOCH RUM?


Das ist jetzt lustig.

Männer jammern darüber also nicht? Wäre mir neu.

09.01.2020 14:43 • #149


Dracarys


619
5
1364
Zitat von kuddel7591:
...zudem ist das ein Widerspruch in sich. Sich recht gut "gewöhnt" zu haben - an das "Allein-sein" -
wird mit dem Single-sein umgehen können und wie "Andere" einen sehen, sollte dann egal sein!



Ich billige mir selbst durchaus eine Gewöhnungsphase zu, wenn sich mein Leben und mein Lebensgefühl komplett ändert.
Keine Ahnung, warum Du das nicht kannst, aber ich finde es bezeichnend.

09.01.2020 14:50 • #150



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag