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Singles - vom Leitbild zum Sozialschmarotzer

Jenß


Zitat von leilani1801:

Da muss man einfach mal 30 Sekunden logisch denken: im Zuge der stetig anwachsenden Weltbevölkerung in Kombi mit der Globalisierung, sehen wir Menschen alle irgendwann milchkaffeebraun aus...

So what? Die Leute sollen friedlich miteinander umgehen, eine gute Zeit haben und da hoffe ich, dass wir das irgendwann mal schaffen



Da musst ihn selbst fragen



Genau, milchkaffeebraun und dann die ganzen dunkleren Brauntöne bishin schwärzlich und schwarzoliv. Heißt, die milchkaffeebraunen sind dann die neuen WEISSEN.
Dauert nicht mehr soooo lange, aber wir erleben schon mal die Umbruchzeit, sind mitten drin. In Frankfurt am Main leben offiziell schon mehr Ausländer/Deutsche mit Migrationshintergrund als Deutsche.

27.12.2018 16:08 • #121


annanana


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Mal wieder zurück zum Thema...
Die kinderlosen Frauen in meiner Arbeit leiden sehr an dem überhöhten Familienbild, das dort propagiert wird. Ein sehr konservatives Umfeld, das mich lange in einer unglücklichen Beziehung hielt. Es ist schon schlimm dort, keine Kinder zu haben, aber auch noch Single? Unvorstellbar. Mit ihr kann was nicht stimmen.
An mir prallte diese 50er Jahre Homestory scheinbar ab. Es war mir schon immer egal, wie andere leben und ich finde glückliche Familien toll und hätte das auch gerne gehabt, aber ich habe auch sehr glückliche Dauersingles in meinem Bekanntenkreis.
Und ich werde mir sicher auch mein Leben als Neusingle schön machen.
Aber nach diesem Thread merke ich, dass ich mit Single bisher tatsächlich etwas Negatives verband. Und das hat viel mit dem vermittelten Idealbild zu tun.
Mich kotzt diese Unsensibilität beim Thema an. Keiner kennt doch die Hintergründe der anderen und diese Fake Familienbilder, gerade zur Weihnachtszeit schreien nach Biedermeier reloaded.
Die coolen Mütter und Väter genießen ihr Glück und haben gar keine Zeit für Häme. Die wissen, dass das Leben nicht planbar ist und Familie und gesunde Kinder Glück sind.

27.12.2018 18:16 • x 1 #122


Dattel


Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben Häme oder Ablehnung erfahren.
Hier im Rheinland gilt echt Leben und Leben lassen, niemand käme in meiner Firma auf die Idee, irgendjemandem Sprüche zu drücken.
Tante Gitte fragte nur mal nach drei Likörchen, warum ich nicht verheiratet sei?
Ich lachte und meinte, dass ich wohl einfach nur Glück gehabt hätte.

Und irgendwer fragte mal, ob ich mich nicht endlich binden möchte?
Ich habe entsetzt den Kopf geschüttelt:" Nein, ich mag mein promiskuitives Leben viel zu sehr."

27.12.2018 18:33 • x 3 #123


Blanca

Blanca


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Neulich wurde hier im Forum ein Thread mit einem bezeichnenden Titel eröffnet:
"Frau ist überzeugter Single - warum?"
frau-ist-ueberzeugter-single-warum-t53865.html

Ich hole diesen hier daher nochmal hoch, rein der ergänzenden Info halber.

08.06.2019 11:23 • #124


Blanca

Blanca


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Da der Link zu dem in Beitrag #1 genannten Medienartikel nicht funktioniert, hier nochmal der Hinweis auf Beitrag 108 dazu:
singles-vom-leitbild-zum-sozialschmarotzer-t29591-s105.html#p1632960

08.06.2019 12:13 • #125


Blanca

Blanca


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Im oben erwähnten Thread nebenan steht ein Beitrag, der mir total gut gefallen hat:
frau-ist-ueberzeugter-single-warum-t53865-s645.html#p1810035

@Kaetzchen beschreibt in den letzten Absätzen darin, warum sie zur Zeit so gern Single ist. Kein Wort von wegen "unvollständig", "einsam", oder was weiß ich. Im Gegenteil: Aus ihrem Beitrag spricht das zufriedene, positive Lebensgefühl, wie ich es noch von der "Fit and Fun"-Gesellschaft der 1980er erinnere.

Ich unterschreibe diesen Beitrag. Was reitet Medien und Mitmenschenn nur, um (freiwilligen) Singles ihr - hier sehr anschaulich erklärtes - Glücklichsein so ritualisiert abzusprechen, wie sie das seither tun? Was für Wesenszüge hat jemand, der andere einfach nicht sein lassen kann, wie sie aber nun mal erklärtermaßen sein möchten?

Allein dieses Detail sagt viel darüber aus, wie weit es mit "Offenheit" und "Toleranz" in unserer Gesellschaft tatsächlich her ist. Umgekehrt allerdings auch - im positiven Sinne - über jeden Single, der das cool an sich abprallen lässt und sein Leben ungeniert weiterlebt - nämlich nicht für alle anderen, sondern für sich selbst.

Früher nannte man sowas "unbeugsam" - nicht im Sinne von Starrsinn, sondern in respektvoller Anerkennung der Charakterfestigkeit, die hinter jemand steht, der so souverän für sich sorgt. Das ist eine gesunde Form von Egoismus, die nichts mit antisozialem Verhalten zu tun hat.

15.06.2019 11:46 • #126


NichtLustch


Zitat von Blanca:
Was reitet Medien und Mitmenschenn nur, um (freiwilligen) Singles ihr - hier sehr anschaulich erklärtes - Glücklichsein so ritualisiert abzusprechen, wie sie das seither tun?

Blanke Existenzangst.
Variante a: Betreffende Miesepampel ist unfreiwillig Single, weil potentielle Partner es eben doch bei 3 auf die Bäume schaffen. Natürlich versteht unser kleine/r Schelm/in nicht (ich achte natürlich peinlich darauf, beide Geschlechter anzusprechen, sonst stehen hier bald wieder die militanten Maskulisten auf den Plan) , dass er/sie selbst das Problem sein könnte, ergo müssen ja diese bindungsfaulen Biester schuld sein. Und dann kommt da noch so ein Ober-Biest, das die anderen Biester noch bestärkt. So gießt man Öl ins Feuer. Oder doch eher Kerosin. Solange die Leute den Sinn einer Beziehung nicht hinterfragen, ist es leichter. Man muss halt eine Beziehung haben, also kann man genauso gut die übrig Gebliebenen einsammeln. ...Das wird mit einem Schlag zunichte gemacht, wenn jemand kommt und auch noch vorlebt, dass das Single-Dasein einer unglücklichen Beziehung immer vorzuziehen ist.

Variante b: Betreffende Miesepampel hat den Sinn von Beziehungen nie hinterfragt, da es die Beziehungspflicht mit der Muttermilch eingesogen hat. Außerdem muss später jemand die Rente zahlen und dazu bedarf es nun mal genügend Nachwuchs. Also verbleibt man in der Beziehung, ganz gleich ob die glücklich oder unglücklich ist. Tritt ein glücklicher Dauer-Single auf den Plan, kommen unweigerlich Fragen hoch, die man seit Jahren mühsam unterdrückt hat. Die Komfort-Zone wird plötzlich unbequem. Der Single stellt eine Bedrohung da. Er könnte das Weltbild umwerfen. Möglicherweise setzt er dem eigenen Partner oder dem näheren Umfeld Flausen in den Kopf. Dann geht die Welt unter, mit der man sich mühsam arrangiert hat. Seien wir doch mal ehrlich. Die klassische Familie stirbt aus, wird durch Lebensgemeinschaften, Lebensabschnittspartnern und Patchwork ersetzt. Dieses geradezu fanatische Hochhalten der Familie ist das letzte Aufbegehren der Konservativen, die sich halt nicht gerade aufgrund von Toleranz und Flexibilität hervor tun. Meist haben sie außerhalb ihrer Partner keine nennenswerten Kontakte und ja, da ist die Existenz tatsächlich bedroht. Dann schlägt man halt blindwütig gegen alles, was nicht wie man selbst ist. Die Dinosaurier haben so auch reagiert. Oder meine Sulawesi-Garnelen, die ich trotz größter Anstrengungen nicht am Leben erhalten konnte. Die haben versucht, durch Masse zu überleben und einen wahren Baby-Boom ausgelöst. ...Und Verpaarungsunwillige im Verbund gejagt.

Variante c: Es ist mir gleich, ob die anderen glücklich oder unglücklich sind, Hauptsache meine Rente wird gezahlt und das nicht von mir. Diese Leute tun sich dadurch hervor, das eine Kind für die Statistik rauszupressen, um unangreifbar zu sein und regen sich dann über diese Asi-Familie eine Straße weiter auf, die 4 Bälger hat, die sie vermutlich noch bezahlen dürfen. Gleichzeitig wird auf die elenden Dauer-Single geschimpft, die nichts für die Statistik getan haben. Egoistisches Pack! Und was heißt hier Ehrenamt, Familienpflege und vollen Einsatz für die Wirtschaft? Wenn man sich einen Partner sucht, muss man sich nicht noch anstrengen! ...Zu diesen Leuten sagt man besser nichts. ...Und achtet peinlich darauf, durch private Vorsorge nicht zuviel einzuzahlen. Wollen wir mal sehen, wie weit die mit ihrem Statistikkind kommen. ...Wenn ich richtig nachrechne, kommt auf das bedauernswerte Ding schon allein 2 alte Elternteile. ...Da zahl ich aber lieber für die 4 Bälger, soviel ist sicher!

Zitat von Blanca:
Was für Wesenszüge hat jemand, der andere einfach nicht sein lassen kann, wie sie aber nun mal erklärtermaßen sein möchten?

Keine besonders Guten. Denn wenn man mal schaut, aus welchen Gründen bei diesen Heulbojen Partnerschaften geschlossen werden, dann bekommt das makellose Bild Risse. Ich brauche eine Partnerschaft, um mich sicher zu fühlen und nicht zu vereinsamen, also muss sich jemand opfern, mein Partner zu sein. Sch**ßegal, ob der glücklich oder unglücklich ist. Es gibt sogar Leute, die Kinder zeugen, um den Partner an sich zu fesseln. ...Selbstredend wird auf die Kinder keine Rücksicht genommen. Sie sind nur Mittel zum Zweck. Man kann aber dem abtrünnigen Partner damit ein schlechtes Gewissen einreden. Ich habe mal einen Mann kennen gelernt, der ständig davon redete, dass seine Partnerin Kinder bekommen soll (und am besten wenig arbeiten). Schließlich muss sie dann Verantwortung zeigen und kann nicht einfach weg. ...Von den Kindern selbst war keine Rede, da war es sogar in Ordnung, ihnen eine unglückliche Mutter zuzumuten. Der Mann ist übrigens auch 10 Jahre später noch Single mit wenigen Unterbrechungen, weil die verdammten Weiber immernoch nicht bereit waren, für ihn Verantwortung zu tragen. ...Neben dem Kindlein.

Zitat von Blanca:
Allein dieses Detail sagt viel darüber aus, wie weit es mit "Offenheit" und "Toleranz" in unserer Gesellschaft tatsächlich her ist.

Glaubst Du an Spuk und böse Geister? Es gab auch schon Wissenschaftler, die in Frauenzeitschriften eindringlich davor gewarnt haben, sich Singles als Freunde zu suchen. Sollten die glücklich mit ihrem Leben sein, könnte man versucht sein, die eigene Partnerschaft in Frage zu stellen. ...Es war aus" wissenschaftlicher" Sicht vollkommen schnuppe, ob man glücklich ist, man muss die Beziehung schützen. ...Aus welchen Grund auch immer. Übrigens musste man bei Google nur mal ein wenig näher die Hintergrundsorganisationen beleuchten, die diese "wissenschaftliche" Arbeit in Auftrag gegeben haben, dann wurde sehr schnell klar, dass mehrere radikale, christliche Vereine sich hinter diesen Organisationen verschanzten. Da bekommt Fake Science eine völlig neue Dimension.

Ich bin übrigens mal ziemlich unter Druck gesetzt worden, weil ich einer alten Schulfreundin Obdach und einen Job an meiner damaligen Arbeitsstelle gewährt habe. O-Ton von ihm und seiner Verwandtschaft: wenn sie weiter nichts gehabt hätte, um sich selbst zu finanzieren, wäre sie ja bei ihm geblieben. Ich hatte also die Ehe zerstört. ...Warum sie von ihm weg wollte, hat niemand hinterfragt. Hehe, der hat ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt, als sie dann irgendwann mehr verdiente, als er.

Mir ist nur aufgefallen, wann man wirklich von einer stabilen und guten Partnerschaft, bzw. Familie sprechen kann. ...Wenn es vollkommen egal ist, ob die Freunde überzeugte Single sind. ...Man selbst ist mit seinem Leben so zufrieden, dass man gar nicht ins Zweifeln kommt und dementsprechend von einem Single keine Flausen in den Kopf setzen lässt.

Bevor falsche Vorstellungen aufkommen, ich habe meinen glücklichen Singlestatus gegen eine Beziehung eingetauscht. Die ich ganz gewiss nicht gesucht habe, sie hat mich mehr so aus dem Hinterhalt erwischt. Ich war fast 7 Jahre glücklicher Dauersingle und habe zufrieden mit meinen gebundenen Freunden und Verwandten co-existiert.. ...Ganz ehrlich, ich war so zufrieden, dass mich nichts über Jahre in dieser Partnerschaft gehalten hätte, wenn die nicht noch einen Ticken besser gewesen wäre. Für mich sind Single-Freunde absolut kein Problem und ich glaube ihnen auch anstandslos, wenn sie sagen, sie seien gern Single. Ich habe schließlich so viele zufrieden Jahre lang zu ihnen gehört. ..Allein den Hormonen ist es geschuldet, dass ich doch gewisse Annehmlichkeiten aufgegeben habe. Nur wegen seinen verflixten Pheromonen habe ich es soweit kommen lassen, dass da der Faktor "Liebe" ins Spiel kommen konnte. ...Naja neben seinen Pheromonen war auch sein Körper ausschlaggebend. ...Vielleicht sogar sein Charakter.

Und damit habe ich wohl auch die These widerlegt, dass Dauersingles einfach nicht bindungsfähig sind. Sie sind es, wenn es die Mühen wert ist. Ich mach das ja nun auch schon ein paar Jährchen mit.
Zum Egoismus möchte ich sagen:
als ich es mir finanziell nicht so gut ging, habe ich mir keinen Partner als finanzielle Krücke gesucht, sondern meine Probleme selbst in den Griff bekommen. ...Und bei Reis und Nudeln in Lumpen gehüllt auf einem CAMPINGPLATZ gehaust.

Nachdem ich mir einen gewissen Wohlstand erarbeitet hatte, habe ich einen Partner mitfinanziert, der aufgrund eines Pflegeberufs sträflich unterbezahlt wurde.

Als ich kein Geld hatte, habe ich mit Zeit und Körpereinsatz den Tier- und teilweise den Kinderschutz unterstützt. Seit ich aufgrund höherer, beruflicher Anforderung keine Zeit mehr dazu habe, habe ich ein beträchtlichen Teil meines Einkommens da rein investiert, außerdem unterstütze ich die Social Media Kanäle, betreibe ehrenamtlich das Marketing ...und setze mich selbst gewissen Risiken aus, um den Naturschutz zu unterstützen. ...Ich denke nicht, dass ich mir Egoismus vorwerfen lassen muss.

...Übrigens herrscht in der Natur in den seltensten Fällen Monogamie und damit Treue bis zum Tod. Die Bindungsbereitschaft endet meist, wenn der Nachwuchs flügge wird. Ist bei fast allen Säugetierarten so. Ich fürchte, jetzt habe ich mich unbeliebt gemacht. ...Mal wieder!

16.06.2019 14:25 • x 4 #127


Blanca

Blanca


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Ich stelle mal eine SPoN-Artikel über glückliche Singles hier ein, er stammt aus 2016:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/men...06630.html

Die Studien dazu gibt es hier:
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs...05.00121.x (EN)
https://journals.sagepub.com/doi/full/1...7515597564

29.06.2019 20:18 • #128




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