Zitat von thegirlnextdoor: dass jemand krass in eine Depression zurückfällt wenn er stabile Strukturen (unfreiwillig) verliert
...es war irgendwie wie jetzt auch nach dem Tod seiner Eltern.
Er hat sich dann nach der Trennung in Behandlung begeben, war bei einer guten Ärztin die ihm mit seinen Bauchbeschwerden endlich eine Diagnose stellen konnte und hatte sich bei einer Ernährungsberatung angemeldet.
Damals dachte ich noch: ach guck, es geht bergauf.
So wie jetzt.
Er war hier, wir hatten einen schönen Nachmittag im Garten, haben gespielt, er hat mit meiner Cousine gesprochen und fand das Gespräch "hilfreicher als viele der Therapiesitzungen", hat Kontakt zu seiner weiter entfernten Verwandtschaft aufgenommen und das erste Mal in 15 Jahren überhaupt Besuch empfangen zum Übernachten.
...und ich dachte: ach guck, es geht bergauf.
Tja.
Scheinbar ist das eben doch alles anders in seiner Wahrnehmung.
Zitat von thegirlnextdoor: Aber eine Einzeltherapie hat er jetzt nicht mehr..?
Nicht, dass ich wüsste.
Ach du...der erste Hausarzt hat ihm schon vor 9 Jahren eine Therapie nahegelegt. Der Arzt danach auch. Die Paarberater ebenfalls.
Er wollte nie.
Hat immer gesagt: die können mir eh nichts mehr erzählen, was ich nicht schon weiß.
Außer mit mir hat er also auch mit keinem über den Verlust seiner Eltern gesprochen.
Ich bin da zur Beerdigung des Vaters hin und wir haben anschließend noch lange auf der Terrasse gesessen und gesprochen, er hat mir auch gesagt, dass er froh gewesen ist, dass ich da war.
Ich hab ihn nie hängen lassen.
Fütter auch dieses Wochenende seine Katzen solange er weg ist, habe beim letzten Mal sogar noch die ganze Küche sauber gemacht, damit er nichts mehr machen muss wenn er wiederkommt usw.
Nichts davon hat ihm scheinbar innerlich Halt geben können.