Pandorina
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Ich weiß noch gar nicht wo mir der Kopf steht und ich hoffe, dass ich hier vielleicht den ein oder anderen guten Rat bekommen kann! Es tut mir leid, wenn ich ein wenig ausholen muss um die ganze Situation zu beschreiben.
So viel zu mir: ich bin weiblich, habe in 2,5 Wochen Geburtstag und werde 31 Jahre alt. Gefühlt erfahre ich nun die wohl X-te Enttäuschung in meinem Leben. Vorher hatte ich 4 Beziehungen von Bedeutung. Die letzte Beziehung ist drei Jahre her und hielt zwei Jahre. Nachdem diese Beziehung in die Brüche ging und der Mann von heute auf morgen nicht mehr nach Hause kam, ist für mich die komplette Welt zusammengebrochen und ich habe gute zwei Jahre gebraucht um mit diesem Schmerz zurecht zukommen.
Meinen jetzigen Freund lernte ich im April kennen, seit Mai treffen wir uns. Er ist 6 Jahre jünger als ich, aber sehr reif und erwachsen (so schien es mir jedenfalls).
Als wir angefangen haben uns zu treffen, hatte er noch eine Freundin. Aber als unsere Gefühle immer stärker füreinander wurden, trennte er sich sehr schnell von ihr. Er ist ihr nie fremdgegangen oder hat sie mit mir betrogen.
Mit uns war einfach alles so perfekt! Ich habe mich noch nie jemandem so nah gefühlt wie ihm, noch nie habe ich zu einem anderen Menschen eine so starke Bindung gespürt wie zu ihm, wir konnten über alles reden, so viel und laut von ganzem Herzen lachen, die Wellenlänge hat absolut gestimmt und es schien mir, als würde dieser Mann nie wieder gehen wollen! Niemals zuvor war ich in meinen 30 Jahren glücklicher! Das war mein Mann, den wollte ich niemals wieder gehen lassen!
Mitte August sind wir das erste mal gemeinsam in den Urlaub gefahren, zwei Wochen vorher, also Anfang August, haben wir uns nicht mehr gesehen, da er aus familiären Gründen nicht in der Stadt war. An unserem letzten Abend vor diesen zwei Wochen hatten wir jedoch unseren ersten, kleineren und eigentlich vollkommen unbedeutenden Streit. Die Anspannung hielt an, da wir kaum Kontakt hatten in dieser Zeit des Nichtsehens. Nach diesen zwei Wochen und zwei Tage vor unserem Urlaub war unser Wiedersehen. Der Streit und die Anspannung war wie weggeblasenen. Am Tag der Abreise jedoch zog er plötzlich ununterbrochen ein langes Gesicht, war mürrisch und schlecht gelaunt. Das zog sich drei Tage, er wirkte unzufrieden und ich war hilflos. Ich wusste nicht so recht wie ich mit diesem plötzlichen Stimmungswandel umgehen sollte. Ich habe versucht zu reden, das hat ihn nur genervt, ich habe versucht ihn in Ruhe zu lassen, da war ich ihm viel zu distanziert, ich habe versucht gute Laune zu verbreiten und fröhlich zu sein, jedoch habe ich mich seiner Meinung nach damit wohl verhalten wie ein vierjähriges Kind.
Also hat er den Urlaub abgebrochen, damit ich nicht meinen Willen durchsetze so die Begründung. Wir sind schweigend die vier Stunden wieder nach Hause gefahren und haben tagelang keinen Kontakt gehabt. Natürlich war alles meine Schuld, auch heute noch beharrt er auf seiner Meinung und dafür hat er sich auch nie entschuldigt und würde er auch nicht.
Seine Erklärung für das alles war, dass er mit dieser familiären Situation nicht gut klar kam, er sei damit überfordert, auch das er so weit von zu Hause weg ist, die Freunde und sein Sport würden ihm fehlen und dann kam plötzlich noch eine Beförderung dazu, welche wohl dann den endgültigen Rest dazu beigetragen hat, dass er sich überfordert fühlte. Und dann gab es natürlich auch noch mich! Er sagte, er könnte nicht der Freund für mich sein, der er gerne sein möchte und den ich verdient hätte. Er wollte die Beziehung nicht mehr, aber er wollte uns auch nicht aufgegeben. Er beschloss, dass wir Zeit miteinander verbringen, jedoch ohne Verpflichtungen. Ich war dagegen. Ich fühle mich zu alt, um keine Verpflichtungen einzugehen. Also redeten wir ständig über das gleiche Thema, aber es ging nicht voran und wir drehten uns im Kreis. Ich wollte ihm die Zeit geben, die er braucht aus Liebe zu ihm und war bereit meine Bedürfnisse erstmal hinten anzustellen.
Plötzlich war alles so anstrengend mit uns, ständig stritten wir über das Thema, aber ich glaubte fest daran, dass alles wieder gut wird so wie es am Anfang war. Ich habe diese Hoffnung nie aufgegeben und fing an darunter zu leiden. Ich schlief nicht mehr, ich konnte nicht mehr essen, ich wurde richtig depressiv und teilnahmslos und dann habe ich eine Therapeutin aufgesucht, die mir Gott sei dank ganz gut zur Seite stand.
Unsere Situation verbesserte sich mit der Zeit wieder, allerdings wollte er auch nie wirklich, dass wir uns sehen. Ihm reichte es einmal in der Woche (meistens waren die Treffen allerdings alle 1,5 Wochen) und dann auch lieber ohne Übernachtung. Mir reichte es jedoch nicht.
Anfang Oktober den Feiertag wollten wir miteinander verbringen, aber er meldete sich einfach nicht. Ich hatte zwei mal geschrieben, aber bekam keine Antwort. Abends rief ich ihn an und fragte sehr fröhlich, ob wir den Abend noch miteinander verbringen würden. Jedoch bekam ich eine Abfuhr mit den Worten, ich würde ihn immer unter Druck setzen und dann würde ich wieder betteln und mich total zum Affen machen.
Ich legte auf, geschockt von den Worten und beschloss, dass es sich damit für mich erledigt hatte. Ich distanzierte mich und so hatten wir wieder keinen Kontakt.
Tage später rief er an. Vollkommen fröhlich und glücklich! Wieder der totale Stimmungswandel! Er hätte nachgedacht, ich würde ihm ja so fehlen und in der Zeit als wir keinen Kontakt hatten, hat er gemerkt wie stark seine Gefühle sind und er vermisst mich, dadurch hätte er sich wieder angenähert, er will es langsam angehen lassen, aber er glaubt an uns.
Ich war natürlich trotzdem erstmal auf Distanz, aber es spielte sich dann dennoch ganz gut ein und es fing an, ganz langsam wieder schön zu werden.
Leider hielt es nicht lange an.
Er sagte er hätte oft keine Lust zu mir zu kommen. Sich bei mir zu melden würde ihn unter Druck setzen, es wäre wie ein Zwang, dass er sich melden muss und es würde ihm vollkommen ausreichen wenn wir noch weniger Kontakt hätten.
Mitte November lernte ich seine Familie kennen und er war wieder total wie ausgewechselt. Wieder dieser Stimmungswandel, wieder so fröhlich. Wir sahen uns dann tatsächlich häufiger, sogar mit Übernachtung! Er sagte, er freue sich auf die nächsten Wochen mit mir, auf die Weihnachtszeit, er hat mir einen Adventskalender gebastelt usw.
Doch dann zog er sich wieder zurück, meldete sich wieder nicht, hatte wieder keine Zeit.
Dieses hin und her belastete mich und ich sagte ihm, dass ich mich einsam fühle und oft sehr traurig bin.
Es eskalierte, wir brüllten uns an und es sind Worte gefallen und Sachen passiert, auf die ich nicht stolz bin! Aber meine Verzweiflung hat mich selbst durchdrehen lassen. Am Ende war natürlich wieder alles meine Schuld, weil ich gesagt habe, dass ich so nicht glücklich bin. Er hätte immer alles für mich getan aber nichts würde bei mir ankommen, ich würde nie etwas für ihn tun oder auf ihn eingehen. Zwei Tage ging das so bis es sich wieder beruhigte.
Also gab ich mir natürlich noch mehr Mühe um ihm zu zeigen, dass ich sehr wohl auf ihn eingehe und das ich um ihn bemüht bin, weil er mir wichtig ist.
Gestern kam der Anruf: er würde bemerken, dass ich mir Mühe gebe und das ich kämpfe, aber er könnte es nicht wertschätzen und es kommt nicht bei ihm an. Er hat keine Motivation mehr, Zeit mit mir verbringen zu wollen und möchte auch nicht gemeinsam mit mir irgendwas planen. Freitag waren wir noch im Kino und er sagt, dass fand er zwar gut, aber danach hätte er mich wieder tagelang nicht um sich haben wollen.
Er machte Schluss am Telefon - so kurz vor Weihnachten!
Daraufhin bin ich zu ihm gefahren und stand vor seiner Tür, er hat nicht geöffnet, die Klingel abgestellt, ist nicht mehr ans Telefon gegangen und hat auch nicht auf die Nachrichten geantwortet. Nach zwanzig Minuten bin ich wieder gefahren.
Ich weiß, dass ich hingefahren bin nicht förderlich war, aber was tut man nicht alles wenn man die andere Person verliert?
Sicherlich bin ich nicht ganz einfach und ich versuche mein Verhalten seit Monaten zu reflektieren, was ich hätte anders oder besser machen könnte. Mich hat noch nie ein Mann wertschätzen können, noch nie habe ich wirklich erfahren was Liebe ist - außer in unserer Anfangszeit!
Gute Ratschläge von Freunden dann war er nicht der Richtige oder er ist einfach noch zu jung bringen mich nicht weiter!
Vielleicht kann und will ich daran nicht glauben, weil ich weiß was ich am Anfang empfunden und gespürt habe und wie viel Leid ich ertragen habe in der Hoffnung, dass alles wieder gut wird.
Wir sehen uns jeden Tag auf der Arbeit, heute Abend ist die Weihnachtsfeier und ich weiß immer noch nicht ob ich hingehen sollte so verheult wie ich aussehe!
Hoffnungen mache ich mir jedenfalls keine mehr!
In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Weihnachten. Für mich wird es eine furchtbare Zeit sein!