Guten Morgen!
@ Freya
Es tut mir leid, daß es Dir gerade wieder beschissen geht! Wenn man ohnehin schon im tiefsten Tief ist und dann passiert noch etwas Unangenehmes, dann wiegt das doppelt und dreifach schwer.
Das ist ja nur zu verständlich, daß diese Träume und Pläne noch in Deinem Kopf sind. Wie gesagt, leider dauert es seine Zeit, bis man sich davon lösen bzw. sie umschmieden kann. Man kann diese Dinge leider nicht von heute auf morgen verändern, aber worauf es ankommt, ist, zumindest einmal die richtige Richtung einzuschlagen. Und das ist eben: nach und nach neue Phantasien und Träume und Pläne zu entwickeln, in denen der Ex nicht vorkommt und die auch nichts mit ihm zu tun haben. Das ist der beste Weg. Denn der Mensch hat und braucht Träume, nur darf darin nach einer Trennung der Ex nicht mehr vorkommen bzw. muß sozusagen immer weniger werden, immer mehr verblassen. Das kann man sich zunächst gar nicht vorstellen, aber es ist so. Man muß, mit Hilfe auch der Zeit natürlich, gewissermaßen ein bißchen zum Geisteraustreiber werden.
@ Groupie
Weil Du schreibst, Du meinst, Du hättest damals Antidepressiva gebraucht - sei froh, daß Du keine genommen hast! Antidepressiva mögen sinnvoll sein, wenn jemand eine weitreichende und chronische hormonelle Störung hat und dadurch depressiv ist, so daß quasi künstlich der Serotoninspiegel erhöht werden muß (es ist halt dann etwas wie eine Substitution). Aber nach einer Trennung oder einem Trauerfall oder dergleichen, nach einem Vorfall, nach dem eine Depression (als seelische Reaktion) ja nur natürlich ist, wären Antidepressiva gar nicht gut, weil diese letztlich den Verarbeitungsprozeß nur behindern und verzögern oder überhaupt blockieren. Man fühlt sich zwar dann vielleicht (wenn man Glück hat) etwas besser, aber dieses Gefühl ist künstlich erzeugt, es ist wie eine Betäubung, die die Seele und alle natürlichen Prozesse in gewisser Weise lähmt. Und wenn man Pech hat, bleibt man dann erst recht in diesem gefühlsmäßig unlebendigen Zustand hängen, der zwar im ersten Moment erträglicher zu sein scheint als diese tiefe Trauer, aber mit der Zeit selber zur Belastung wird.
Weißt Du, was wesentlich besser helfen würde? Einfach in die Arme genommen zu werden, meinetwegen auch stundenlang, das Gefühl zu haben, gehalten zu sein - leider fehlt es in unserer eigenartigen Kultur völlig daran, es hat fast etwas Anrüchiges an sich, und so verschreibt man lieber Medikamente oder beschränkt sich auf therapeutisches Gerede, dem irgendwelche mehr oder weniger abstrusen Therorien zugrundeliegen. Dabei wirkt dieses ganz einfache In-den-Armen-gehalten-Werden hundertmal besser und sicherer als jedes Medikament und jedes Gespräch mit theoretischem Hintergrund (das kann natürlich auch nützlich sein, aber vermittelt eben kein Gefühl, keine Nähe). Ich meine hier allerdings ein In-die-Arme-genommen-Werden ohne jeden Hintergedanken (also so, wie man ein leidendes, trauriges, weinendes Kind in die Arme nimmt, denn das ist man in einer solchen Phase im Grunde ja auch). Denn solche, die einen mit Hintergedanken in die Arme nehmen, findet man (bzw. noch leichter frau) ja ohnehin genug, doch wird man dann halt weniger in den Arm, als vielmehr auf den Arm genommen. Und man kommt nicht vom Regen in die Traufe, sondern vom Regen in den Schneesturm ...
Wie auch immer - sei froh, daß Du keine Antidepressiva genommen hast! Wer weiß, ob es Dir dann heute so gut ginge, wie es Dir geht ...
Ich wünsche Dir noch einen schönen Urlaub - und sorge Dich nicht um Deine Bohnen, die sind hart, auch im Nehmen
Für alle anderen hoffe ich, daß es Euch zumindest halbwegs gut geht - und je besser, um so besser natürlich !
Liebe Grüße