whynot60
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Hallo Maus! Danke der Nachfrage. Es ist allerdings nicht ganz einfach, Deine Frage, wie es mir geht, zu beantworten. Ich tue jedenfalls alles, um nicht an sie denken. Das klappt nicht immer, aber immer öfter
Ich arbeite viel, lenke mich ab, plane ein neues Buch oder Theaterstück (Schriftsteller ist mein anderer Beruf; leider konnte ich nun lange nichts schreiben, weil ich dafür einfach nicht den Kopf frei hatte, aber allmählich drängt es mich immer mehr ...).
Ja, und ansonsten - um ehrlich zu sein, ich habe für mich sozusagen mein "Liebesleben" beendet. Ich habe sie über alles geliebt, sie war für mich meine große Liebe, meine "Traumfrau", wir hatten eine Verbindung, die unvergleichlich war, doch es war auch die größte Enttäuschung meines Lebens. Das mag vielleicht wehleidig klingen, aber ich möchte so etwas wirklich nie wieder erleben.
Es ist bei ihr ja so, daß sie Männer grundsätzlich nicht mag, das hat sie mir auch gesagt. Ich habe sie natürlich gefragt, weshalb sie mich denn dann überhaupt so sehr lieben kann und sich "angekommen" fühlt. Und sie meinte, weil ich eben so ganz anders sei ...
Na gut, nachdem sie dann diese Mails gelesen hatte, die ich mir erlaubt hatte, in der Zeit vor ihr mit einer anderen Frau auszutauschen, war ich eben auch nur noch ein "normaler" Mann (sprich A.....), und nicht mehr der weltbeste und einzigartigste und wunderbarste, eine "normaler" Mann, der sie - natürlich - nur belogen, betrogen, verarscht, mißbraucht hat, der eine potentielle Gefahr ist für sie und ihre Familie, dem sie - obwohl an sich überhaupt nicht nachtragend - nie im Leben verzeihen kann, weil er sie dermaßen verletzt hat, daß er ihr verzeihen muß, daß sie ihm nicht verzeihen kann. Für mich ist so etwas nur krank, mehr kann ich dazu nicht sagen. Wie ich ja schon geschrieben habe: Ich habe absolut nichts getan, außer, bevor ich sie überhaupt kannte, diese Mails geschrieben. Während unserer Beziehung gab es nichts, absolut nichts, nicht einmal den Gedanken an eine andere Frau, auch keinen einzigen Streit, nur Glück. So, und wer mir nun eine einsichtige Erklärung dafür geben kann, weshalb man wegen eines solchen Schmarrens, der mit unserer Beziehung überhaupt nichts zu tun hatte, von einer Sekunde auf die andere die "große Liebe" beenden muß, den schlage ich für den Nobelpreis vor.
Das ganze ist so absurd, daß ich es als etwas in meinem Leben abhaken muß, das mir für immer ein Rätsel bleiben wird.
Und ich habe auch jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen (schon zu Weihnachten), denn bei allem Leid und aller Liebe - ich lasse mich sicher nicht in einem fort demütigen und mich gleichsam als unwürdiges und gefährliches Monster hinstellen. Das, was sie mir nach der Trennung so alles an den Kopf geworfen hat, übersteigt jede Vorstellung und ist dermaßen ungerecht und verlogen, daß ich allen Ernstes an ihrem Verstand zweifle (das habe ich ihr übrigens auch geschrieben und ihr empfohlen, eine Therapie zu machen - die brauche sie nicht, weil sie ja nicht krank sei ...).
Wir haben uns übrigens auf einer Internetplattform kennengelernt (nicht bei irgendeiner Singlebörse oder so, sondern auf einer, auf der man verschiedenste Fragen stellen bzw. beantworten kann). Und eben zu Weihnachten hat sie mir dort geschrieben, daß sie hofft, noch lange und vieles von mir zu lesen (auf dieser Plattform). Seitdem war ich nicht mehr dort.
Wie gesagt, hat sie mir ja relativ kurz nach der Trennung (einige Wochen danach) geschrieben, daß sie einen neuen Mann kennengelernt habe (ob es stimmt oder sie mich dadurch nur weiter verletzen wollte, weiß ich nicht; kennengelernt hat sie ihn angeblich bereits vor zwei Jahren, aber es war bisher nur eine lose Freundschaft), den sie liebe und dem sie vertraue und dem sie nie wehtun werde, weil er ihr dafür keinen Anlaß geben wird. Fast hätte ich ihr darauf geantwortet, ob dieser Mann vielleicht eine Statue oder Jesus sei, aber ich habe mich dann doch zurückgehalten. Jedenfalls tut mir dieser Mann leid, denn sobald das Idealbild, das sie sich von ihm macht, auch nur den kleinsten Kratzer bekommt, wird es ihm nicht anders ergehen als mir. Bleibt nur zu hoffen, daß er seelisch robuster ist als ich ... oder eben vielleicht doch Jesus ...
Ja, ich stehe in meinen Perspektiven sozusagen vor einem Trümmerhaufen (wir hatten ja ganz konkrete Pläne für die Zukunft gemacht, wollten uns ein Haus kaufen, sie sprach bereits von Heirat ...) - aber ich lasse den Trümmerhaufen liege und ziehe weiter. Und das alleine. Weil ich für eine Beziehung nicht mehr die Kraft und Energie habe und mich auch schon zu alt und zu müde dazu fühle.
Ich war, wenn man das von sich selber sagen darf, sehr liebesfähig - aber auch das ist zerstört, und das tut eigentlich am meisten weh, das finde ich am schlimmsten von allem.
Liebe Grüße
Maus
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