Hallo!
@ Maus
Ja, daß man manchmal depressiv wird und auch etwas hoffnungslos, das ist ja nicht zu vermeiden. Aber die Frage ist, ob das tatsächlich noch mit der Trennung an sich zu tun hat, oder ob Du traurig bist, weil Du derzeit alleine bist und Dich vielleicht etwas einsam fühlst. Das ist nämlich schon ein fundamentaler Unterschied. Denn im ersten Fall hättest Du Sehnsucht nach Deinem Ex, im zweiten hingegen Sehnsucht nach Zweisamkeit. Und wenn Du letztere hast, ist das letztlich ja zumindest ein gutes Zeichen, bei ersterer hingegen wäre es weniger gut, weil Du dann noch an der Vergangenheit festhängen würdest.
Wie lange es dauert, bis man wirklich darüber hinweg ist, das ist natürlich unterschiedlich. Aber irgendwann schafft es jeder.
Bei mir waren es, wie gesagt, 10 Monate - aber ich muß dazu noch sagen, daß ich mir ja noch vier Monate lang nach der Trennung die diversen "Warums" angehört habe ... und hätte ich es nicht geschafft, das konsequent abzustellen, würde ich sie wohl noch heute hören ... und hätte es mittlerweile wohl schon zum wiedergängerischen mörderischen Zombie gebracht, der vor 200 Jahren wegen grauenhaften Massenmordes hingerichtet worden ist und der sie (also Ex) nicht nur mit HIV angesteckt und geschwängert hätte, sondern auch mit Pest, Pocken, Cholera, Typhus, Malaria und Gelbfieber, und der nicht mehr nur für sie und ihre Familie eine Gefahr gewesen sei, sondern zwischenzeitlich zumindest schon für ganz Süddeutschland und das angrenzende Ausland ...
Und - ich habe Dir das ja schon früher einige Male gesagt - wenn ich das gleich abgeblock hätte, wäre mir vieles erspart geblieben und ich glaube, ich wäre dann auch etwas eher darüber hinweggekommen. Nur war ich so fassungslos, daß ich meinte, mich irgendwie verteidigen zu müssen ... aber das ist sinnlos und macht es immer nur schlimmer und absurder. Wenn jemand so drauf ist, wie Dein Ex oder meine Ex, dann hat man kein einziges vernünftiges Warum zu erwarten.
Aber wie auch immer. Daß es Dir doch schon deutlich besser geht, das merkt man einfach, und das merkst ganz sicher auch Du selber. Und ich bin überzeugt, daß Du sehr bald wieder ganz auf der Höhe sein wirst, liebe Maus!
@ freya, bibi, bifi
Also Freya, da hast Du ganz recht - man trauert vor allem um die verlorene (gemeinsame) Zukunft. Aber dagegen hilft nur eines, und das hilft auch wirklich: man muß sich eine neue Zukunft erträumen, gleichsam geistig erschaffen. Und diese kannst Du Dir nach Deinen Wünschen und Bedürfnissen erschaffen. Es geht dabei nicht darum, wie realistisch etwas ist, sondern es geht vor allem darum, daß die Zukunft quasi wieder Leben bekommt, daß sie nicht länger öd und leer und dunkel ist wie eine nächtliche Wüste, sondern daß sie sich nach und nach wieder mit Leben füllt. Du hast zwar diese eine mögliche Zukunft verloren, und das ist schmerzlich - aber nicht die Zukunft an sich. Das scheint Dir nur so lange so, so lange Du an dieser einen Zukunft festhältst und um sie trauerst, weil sich dann keine neuen Träume und Vorstellungen entwickeln können. Es ist ja so, als würde man an einem Haus planen, und aus irgendeinem Grund wäre es völlig unmöglich, den Plan umzusetzen - aber man plant dennoch immer weiter an diesem Haus, denkt endlos darüber nach, anstatt ein anderes Haus zu planen. Das geht aber natürlich nur, wenn man die Gedanken abwendet von diesem ersten Haus und sie dem anderen zuwendet.
Ich weiß, daß das schwer ist. Aber nur so geht es. Man muß eine andere, neue Zukunft zulassen, und das geht nur, wenn man sich nach und nach von der alten löst, weil sonst kein Platz für Neues ist.
Und was ich Euch sagen wollte wegen Ex und Next: Ich glaube, man darf eines nicht übersehen - geht man sehr schnell eine neue Beziehung ein oder überhaupt gleich übergangslos (was ich, nebenbei gesagt, für Wahnsinn halte), dann gerät man unter einen enormen "Erfolgsdruck". Man muß ja allen beweisen, daß die Entscheidung richtig war, dem ganzen Umfeld, sich selber, oft auch der/dem Ex. Es DARF gleichsam nichts schiefgehen. Und dann gerät alles sehr oft zu einem reinen Schauspiel. Auf Dauer geht das natürlich nie gut, aber eine Zeitlang wird alle Kraft aufgewendet, um das Schauspiel aufrechtzuerhalten. Man muß glücklich scheinen, koste es, was es wolle. Und es sich oft auch noch selber einreden. Nur die Allerwenigsten schaffen es, (sich) solche gravierenden Fehlentscheidungen auch einzugestehen.
Natürlich muß nicht jede Trennung eine Fehlentscheidung sein. Wenn die Gefühle schon sehr abgeflaut sind oder die Beziehung mehr oder weniger desaströs oder gar zerstörerisch ist, dann ist eine Trennung durchaus richtig. Was aber immer ein Fehler ist, ist, so schnell wieder eine neue Beziehung einzugehen oder überhaupt gleich von einer in die nächste zu wechseln. Das kann nur in einem Desaster enden (von einigen zufälligen Glücksfällen vielleicht abgesehen) und in Schauspielerei, in einer zwanghaften Zurschaustellung harmonischen Liebesglücks. Die Entscheidung muß ja richtig gewesen sein - wie würde man sonst dastehen?!
Also jedenfalls würde ich nicht viel darauf geben, was Ihr so von Euren oder über Eure Exen erfährt. Ich glaube, den meisten davon, könnte man in sie hineinschauen, ergeht es schlechter als Euch.
Liebe Grüße