whynot
Danke für Deine Worte!
Ich dachte bis vor ein paar Tagen, dass es mir eigentlich schon ganz gut gelungen ist, eine neue Zukunftsvision aufzubauen. Die war ganz anders als die vorherige, aber irgendwie auch nicht schlecht. Und ich habe auch schon langsam damit begonnen, sie in ganz kleinen Schrittchen im echten Leben aufzubauen.
Zumal ich auch nicht mehr druchgängig dachte, dass es mir schlecht geht. Es war mir schon immer besser gelungen, das alles ganz gut anzunehmen, dachte ich bis jetzt. Und das hat mir gefallen. Überhaupt habe ich mir in dem gefallen, was ich schon gepackt habe. Ich drehe zwar an kleinen Schräubchen und noch nicht das große Rad, ich drehe auch nicht immer, aber immer wieder. Das war ganz okay und auch kein kleiner Schritt, obwohl es Schrittchen waren: ingesamt ging es trotz Rückschlägen vorwärts.
In der neuen Zukunftsvision waren ein paar Dinge nicht mehr vorhanden, von denen ich mich ganz gut verabschieden konnte. Aber sich von anderem zu verabschieden fiel und fällt mir immernoch schwer, es war aber okay, vielleicht habe ich es auch verdrängt. Manch andere Wünsche aufzugeben hat mir sehr weh getan, ich habe aber versucht, dass das nicht so eine Rolle spielt, sondern ich mich auf ein paar wenige Punkte konzentriere und sich der Rest dann vielleicht auch finden wird.
Gerade, so ganz spontan während ich das Schreibe, denke ich aber, dass ich vielleicht den ein oder anderen vermeintlich aufgegebenen Wunsch doch umsetzen sollte. Vielleicht sind manche Dinge davon doch irgendwie möglich. Aber jetzt gerade muss ich erstmal den alten neuen Zukunftsplan überhaupt irgendwie wiederfinden. Wie mache ich das? Ich fühle im Moment einen Schmerz, den ich ie ganze Zeit so nicht mehr hatte. Nicht nur eine größere Enttäuschung. Diese "Dafür?", "Warum?" und "Nie mehr" sind sehr groß gerade.
Und ich vermisse ihn und viel Gemeinsames. Das wichtige, das Essentielle, das hat doch gestimmt. Das finde ich nach wie vor. Er fand das wohl nicht mehr. Wie oft findet man einen Menschen, bei dem das so ist? Bei dem man sich zu Hause fühlt?
Und zu der Sache mit der Next: Ich sehe das sehr ähnlich. Selbst wenn der Verlasser schon in der Beziehung begonnen hat abzuschließen und vielleicht schneller in eine neue Beziehung starten kann. Viel Zeit, um sich wirklich mit sich auseinanderzusetzen wird nicht vorhanden gewesen sein. Zumindest ist das in meinem Falls so.
Ich bin mir auch nicht 100% sicher, ob die Trennung nicht vielleicht doch richtig war. Ich glaube nicht, dass sie nötig war. Aber mir hat sie, obwohl ich es so grausam finde und gerade sehr unglücklich bin, viel gebracht. Nur jetzt wäre es damit gut und ich hatte schon irgendwie den Wunsch, dass es ein Zurück geben könnte irgendwann. Bei einer Trennung allein, und eine Affäre oder späteren Beziehung wäre das vielleicht auch möglich. Aber bei einem warmen Wechsel, bei dem man angelogen wurde. Die Seifenblase ist jetzt zerplatzt. Vielleicht ist das richtig, es nun doch zu wissen. Aber es tu so weh. Und ich verstehe es nicht. Wie kann ich mich in dem Menschen so täuschen, wie?
Unsere Beziehung war lange schwierig und besonders zuletzt nur noch ein Krampf. Wie ich aber jetzt weiß, lag das nicht nur an "mir", wie mir weißgemacht wurde, sondern vor allem auch daran, dass er wohl in dieser Zeit mit sich nicht nur ausgemacht hat, dass er sich trennt (was allein schon ein großer Schritt gewesen wäre, finde ich) sondern auch für wen. Und genau deswegen glaube ich eben auch nicht, dass er die Zeit und den Raum hatte über uns, aber natürlich auch über sich mit unverstelltem Kopf nachzudenken. Und er war so beschäftigt damit, dass er uns aus dem Blick verloren hat, unser wir und ich hatten keine Chance, haben gar keine bekommen. Ich glaube, dass es eine ganz merkwürdige Kombination aus Kopfentscheidung unter falschen Voraussetzungen (das will ich hier jetzt nicht genau darstellen) und den Hormonen und der Erwatung auf eine rosawölkchen Problembefreiung war. Und genau das alles, wird ihm vielleicht irgendwann um die Ohren fliegen. (Oder es ist doch die große Liebe, ich wünsche mir aber, dass es ihnen um die Ohren fliegt und zwar gewaltig.)
Alles in allem fühle ich mir gerade sehr verraten und enttäuscht. Und ich finde, dass ich das alles so nicht verdient habe. Weder so behandelt zu werden, noch den Verlust. Und doch vermisse ich ihn und der Schmerz ist gerade wie aus dem Nichts wieder übermächtig groß geworden. Und ich weiß nicht wirklich, wie ich damit umgehen soll. Ich kann nicht noch mal mit allem wieder von vorne beginnen, woher soll ich denn die Kraft nochmal nehmen? Und ich will auch nicht, dass mich das jetzt so trifft. Das ist es wegen der Schändlichkeit auch irgendwie alles nicht wert. Und doch fühle ich mich erneut so gelähmt und schrecklich schlecht.
