Hallo!
@ Maus
Weißt Du, die Hoffnung hat leider auch zwei Gesichter (nicht umsonst galt sie in der Antike als Untugend). Auf der einen Seite baut sie einen auf, auf der anderen erzeugt sie aber auch jede Menge Wunschbilder, Illusionen, und wenn sich diese dann nicht erfüllen, bezahlt man das vorher erzeugte Glück mit ebensoviel Leid. Es ist letztlich ein Nullsummenspiel.
Ich glaube, besser wäre es, wenn Du Dir irgendein Bild, eine Vorstellung (oder auch einige) für die Zukunft zurechtlegst, die absolut realistisch ist und die Du auch selber verwirklichen kannst, etwas, nach dem Du Dich sehnst, daß Dich glücklich macht. Also meinetwegen, daß Du an einem Strand in der Sonne liegst. Und sobald sich Dein Blick zurückwendet, rufst Du Dir diese Vorstellung in Erinnerung. Das wird nicht immer klappen, aber je konsequenter Du bist, um so wirkungsvoller ist es auch. Denn diese in die Vergangenheit gewandte Sehnsucht zieht Dich hinunter, das ist so, das weiß und spürt auch jeder, und dazu brauchst Du sozusagen eine Gegenkraft, also etwas, das Dich noch oben zieht.
Du solltest auch nicht denken (oder empfinden), Du warst nicht genug, und ebensowenig, es war nur eine Illusion, eine Täuschung. Es ist ein Stück Deines Lebens, und das wird es immer bleiben. Und alles, was Du darin erfahren hast, an Glück und Unglück, gehört zu Deinem Leben. So sehr Du versuchst, dieses oder jenes zu deuten: das Glück, das Du erlebt hast, die glücklichen Momente und Zeiten, WAR Glück - es ändert nun nichts mehr, wenn Du vielleicht meinst, es sei nur eine Täuschung gewesen (so zu denken, tut Dir doch nur jetzt weh, Du kannst nicht das, was Du damals als Glück erlebt hast, nun auf das "Unglückskonto" umbuchen, sondern Du "zahlst" nur jetzt darauf ein, wenn Du meinst, es sei eine Täuschung gewesen, weil Dich eben das jetzt unglücklich macht). Und ebenso ist es mit den leidvollen Erfahrungen: Alles, was Dir Leid verursacht hat, war Leid, hast Du als Leid erlebt - ob Du nun diese oder jene Gründe dafür findest. Was Du allerdings daraus erkennen kannst, ist, was Dir Leid verursacht, was nicht gut für Dich ist, was Du nicht willst. Und kannst das in Zukunft mehr vermeiden.
Ja, das Abendrot ist romantisch und wunderschön - aber man darf sich darin nicht so sehr verlieren, daß man keinen Blick hat für das Morgenrot. Dreh Dich einfach um, dann liegt viel Neues vor Dir! Und welchen Grund gäbe es, daß dieses nicht noch viel schöner sein könnte als das Vergangene?
Liebe Grüße