Maus, so ähnlich geht es mir auch.
Wenn ich mir überlege, wie froh und erleichtert ich an dem Tag war, an dem ich das über Next erfahren habe. Es ging mir richtig gut, weil ich alles so lächerlich fand. Ich finde es immernoch lächerlich, aber die letzten Tage und Wochen waren trotzdem grausam. Ich bin so verzweifelt und fertig. Vielleicht weil es jetzt doch irgendwie endgültig ist. Und mir die Sinnlosigkeit so bewusst geworden ist. Dafür? Deswegen ist alles kaputt?
Ganz rational fallen mir immer wieder Dinge ein, die mir wirklich nicht gefallen haben in der Beziehung. Aber das Wesentliche hat halt trotzdem gestimmt und das fehlt mir sehr. Ich fühle mich sehr allein. Das hatte ich in der Form auch schon länger nicht mehr, klar ich biin allein, aber dieses da sitzen und plötzlich kommt mit aller Wucht, dass man allein ist, das ist wieder da. Und ich kriege es einfach nicht hin, die Träume und Wüsche und das Leben mit ihm loszulassen.
Dabei habe ich gerade gestern wieder gedacht: man mit dem Typen, der sich da so schäbig von mir getrennt hat, würde ich nicht mal befreundet sein wollen. Und doch wünsche ich ihn mir einfach zurück in meinem Leben.
Warum eigentlich? Ich glaube, weil ich mich bei ihm zu Hause gefühlt habe. Und weil ich endlich das Gefühl hatte, angekommen zu sein. Alles annehmen zu können, einfach nicht mehr zweifeln und grübeln, sondern wirklich mit ihm glücklich sein. Ich wollte plötzlich genau das und nur das. Ich kann das Gefühl, dass ich an dem einen Abend hatte, wirklich nicht beschreiben. Aber es war krass. Und dann war es ein paar Tage später vorbei. Er hat das gar nicht mehr mitbekommen, war wohl schon längere Zeit gar nicht mehr bei mir, hat Sachen zu mir gesagt, die mit dem Gefühl, das ich hatte, gar nicht mehr übereingestimmt haben. Er hat gar nicht mehr wahrgenommen, in welche Richtung ich mich gerade bewege. Für ihn war ich wohl nur noch Balast, und ich glaube, dass Next da eine sehr, sehr große Rolle gespielt hat. Das macht es beides so grausam.
Wäre es zu einer anderen Zeit vorbei gewesen, wäre es weniger schlimm. Da bin ich fast sicher. Ich habe bei so vielen Sachen gezögert, war mir auf ganz unbestimmte Weise bei manchem nicht sicher. Das hatte ganz viele Gründe, ich reiße das hier nur mal an. Aber dann, als ich mich mit jeder Faser drauf eingelassen haben und - warum auch immer - alles in mir Ja gebrüllt hat, ausgerechnet da war es vorbei.
Und natürlich mache ich mir Gedanken: hätte ich da und dort was anderes gemacht oder gesagt, dann wäre es vielleicht nicht soweit gekommen. Ich weiß, dass das totaler quatsch ist. Aber trotzdem kommen immer wieder Zweifel. Zweifel die ich gar nicht will. Und die ich sicher auch nicht haben müsste.
Ich weiß, ich hab nicht verdient, was er gemacht hat. Es gehören zwei dazu, aber so unsäglich bescheuert getrennt hat er sich. Das wann ist das schlimme, das wie ist das schlimme, das warum ist das schlimme. Und dass dieser Typ so gar nichts mehr gemeinsam hat mit dem, den ich zurück will. Obwohl ich eigentlich was ganz anderes und viel tolleres haben sollen wollte.
