Hallo!
@ Maus
Ja, letzte Nacht ist es tatsächlich sogar für mich schon etwas spät geworden

Dafür bin ich heute so richtig

- alles ist immer für irgend etwas gut

.
Das ist wirklich gut und wichtig, wenn Du Dich mit den Dingen auch wirklich auseinandersetzt - und das merkt man ja auch!
Weißt Du, was oft auch noch sehr hilfreich ist? Wenn man nicht bei der "Analyse" seiner selbst stehenbleibt, sondern auch das Verhalten und das Wesen jener Menschen zumindest ansatzweise zu durchschauen und zu verstehen versucht, die einem solche Prägungen verursacht haben.
Dieses Verständnis hilft oft wirklich viel, weil man dann nicht mehr meint, es sei einem "Böses" angetan worden und man dann im Zustand der Unversöhnlichkeit einfriert. Und sich sagt: die Mutter, der Vater, die Großmutter usw. ist "schuld".
Man muß sich nämlich auch im klaren sein darüber, daß eben auch diese Menschen bereits von anderen (und den Lebensverhältnissen, den Erfahrungen und Erlebnissen insgesamt) geprägt waren.
Wenn Deine Mutter etwa so negativ war, pessimistisch, defaitistisch und in allem schon die Katastrophe vorprogrammiert gesehen hat, dann muß auch diese verneinende und destruktive Art selbstverständlich ihre Ursachen gehabt haben. Sie hat das ja nicht aus freien Stücken gewählt, sondern es ist ihr gleichsam geschehen, so wie allen anderen auch (das Wesen, das Verhalten wird ja nicht ausgesucht, sondern eben geprägt). Und wenn man auch das in seine "Analysen" mit einbezieht, auch dafür Verständnis entwickelt, dann kann das vieles bewirken. Es kommt gewissermaßen zu einer Entkoppelung, man nimmt all das dann nicht mehr persönlich, also empfindet es nicht so, als sei es einem mit Absicht und extra angetan worden, als sei es bewußtes Ziel gewesen, einen auf Angst, Pessimismus, Unglück usw. zu prägen. Deine Mutter hat Dir nichts angetan, weil sie Dir etwas antun wollte, sondern weil sie es nicht anders gelernt hat und nicht anders konnte. Und das muß man erkennen und verstehen.
Es ist ja so, wie wenn jemand als Kind geschlagen worden ist und dann später auch seine Kinder schlägt. Zuerst muß der Betreffende erkennen, daß es falsch ist, seine Kinder zu schlagen (und sich ein anderes Verhalten "antrainieren" und überhaupt dieses "Strafverhalten" hinterfragen), und dann muß er erkennen, daß er selber geschlagen wurde, weil es jene Person eben nicht als falsch verstanden hat (aus welchen Gründen auch immer). Das wirkt befreiend, das "erlöst" von diesen negativen Emotionen und diesem Schuld-und-Sühne-Denken.
Manche Menschen machen (unbewußt) ihr ganzes Leben lang nichts anderes, als es den Eltern recht machen zu wollen, andere wiederum tun nichts anderes, als sich an den Eltern zu rächen, es ihnen zu zeigen, es ihnen heimzuzahlen. All das natürlich nicht (nur) real den Eltern gegenüber, sondern in ihrem Verhalten anderen und auch sich selber gegenüber.
Und das muß man irgendwann durchbrechen und sich von diesen Fesseln lösen, um wirklich zu sich selber zu finden, zu seinem Urgrund sozusagen, und diesen ganzen Schrott hinter sich zu lassen.
Ja, diese Weihnachtsdepression befällt ja viele in einer solchen Situation. Und wie Du sagst, hast Du schon jetzt Angst vor den Gefühlen und Gedanken, die dann kommen werden. Aber zum einen kann man nie sicher sein, welche Gedanken und Gefühle dann tatsächlich kommen (in der Vorstellung ist immer alles schlimmer als in der Realität, weil man sich in der Vorstellung alles nur mögliche ausmalt und das auch noch komprimiert, es geht also meinetwegen so viel schief, was in dem bestimmten Zeitraum gar nicht schiefgehen könnte oder was zusammen gar nicht möglich wäre, zugleich von einem Löwen und einem Hai gefressen zu werden, das ist kaum möglich ...). Zum anderen könntest Du ja etwas tun, das Dir Spaß macht, auch wenn es nicht weihnachtlich ist. Und - was immer hilft - fixiere Dich gedanklich nicht auf Weihnachten, sondern auf irgend etwas danach, ein Treffen, einen Saunabesuch (

), auf irgend etwas Erfreuliches jedenfalls. Dann geht Weihnachten vorbei, ohne daß Du etwas merkst davon (oder kaum etwas). Man darf vor diesen Dingen nicht dakauern wie die Maus vor der Schlange. Da zieht es Dich nur hinein wie in einen Strudel und dann fühlst Du Dich tatsächlich so mies, wie befürchtet.
Liebe Grüße