Hallo!
@ Maus
Ich weiß natürlich, was Du meinst, und es ist ja auch schön, sich irgendwo zugehörig zu fühlen.
Aber dennoch: es ist ja nicht eigentlich das Alleinsein, das schmerzt. Sondern wie man sich dabei selber fühlt. Man kann sich ganz armselig und verlassen fühlen, oder man kann sich gerade dann stark fühlen. Es ist geradezu ein Gradmesser dafür, wie weit man schon bei sich angekommen ist.
Ich weiß nicht, kennst Du das: wenn man irgendwo ganz alleine in der Natur steht, weit und breit kein Mensch? Man kann sich dann unglaublich stark und gut fühlen - oder eben auch ängstlich werden.
Es gibt manchmal Situationen im Leben, wo man tatsächlich völlig alleine ankommt - und dann bleibt nichts mehr, als sich selber zum Fels in der Brandung zu werden. Und letztlich macht eben gerade das stark.
@ Rose
Keine Sorge, auch 2015 wird als 2000 in meine Geschichte eingehen - das ist bei mir schon reine Gewohnheitssache

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@ Groupie
Herbert Rosenfeld kenne ich leider nicht (aber danke, daß Du auch Jung durchgehen läßt - so tolerant kenne ich Dich ja gar nicht

). Aber was Du zu ihm schreibst, klingt interessant. Denn ich glaube durchaus, daß die Analyse von Psychosen etwas sehr Aufschlußreiches und Tiefgründiges ist. Im Grunde sind Psychosen ja nichts anderes als Träume, die ins Wachbewußtsein einbrechen und es überwältigen, und daher haben diese Vorstellungen und Bilder eine hohen symbolischen Gehalt. Man könnte sagen: das Unbewußte zeigt sich hier unmittelbar, der Verstand schweigt weitgehend oder ist unbrauchbar geworden oder ohnmächtig.
Und in früher Zeiten, in denen der Verstand allgemein noch nicht so hochgezüchtet war, war die Psychose überhaupt der normale Allgemeinzustand. Wenn man z. B. an die alten Ägypter denkt, die ja meinten, ihr irdisches Dasein sei gewissermaßen nur die verwesliche Spiegelung ihres eigentlich himmlisches Daseins.
Oder wenn ich mir vorstelle, es würde sich heutzutage jemand für den Sohn Gottes halten (was ja gelegentlich auch vorkommt) ... der würde sogar in Amerika über kurz oder lang über den Haufen geschossen werden.
Zu dieser damaligen Zeit hingegen war das gar nichts Ungewöhnliches. Jeder Wanderprediger hat sich als Sohn Gottes bezeichnet. Und wurde keineswegs als Narr angesehen, zumindest nicht von allen.
Also ich habe den Verdacht, daß fundamentalistische Christen nicht deshalb gegen die Psychotherapie sind, weil Gott sie ja heilt, sondern aus ganz anderen, weitaus realistischeren Gründen. Die Heilung könnte ja womöglich zu weit gehen, zu gründlich sein.
Im übrigen kann man es mit diesem Hintergrund ja auch nach der Hiob-Strategie machen: je schlimmer es kommt, um so zuversichtlicher wird man.
Liebe Grüße