Zitat von crz3e: Ich fühle mich schlecht, ich habe das Gefühl ich habe was falsch gemacht und das es nur meine Schuld ist. Ich mache mir Sorgen und sonst war sie immer bereit um alles zu kämpfen und „man kann alles klären“ und sie hat sich an ihre Worte immer gehalten.
Sie hat auch vieles versprochen und gehalten und umso mehr verwirrt mich dieses Verhalten weil das passt nicht zu dem Menschen den ich kenne.
Meine Ansicht dazu wird sich vermutlich (ich habe nur Deinen Post gelesen, nicht das, was Du an Antworten schon erhalten hast) von anderen Ansichten unterscheiden.
Aber ich glaube jedenfalls, dass viele Konsistenz im Wesen eines Menschen erwarten und dann mit Ausschlägen in diesem Wesen nicht zurechtkommen.
Bei Deiner Freundin scheinen mir diese "Ausschläge" der Wesenheit besonders ausgeprägt zu sein; aber ich denke, das hat auch seinen Grund und Hintergrund, seinen Sinn.
Welcher das sein könnte, darüber möchte ich nun gar nicht spekulieren (und mehr könnte ich auch nicht). Aber gut ist es immer, es zu akzeptieren, dass es diese Ausschläge gibt, und seien es auch extreme Ausschläge (bis hin zur radikalen Lebensverneinung). Es kann ja nicht die Pflicht eines Menschen sein, leben zu müssen, nur weil er geboren ist (wer sollte ihm diese Pflicht auch auferlegen?). Und schon gar nicht kann es sein, dass man sich, weil einem das Leben nicht behagt, einer "Therapie" unterziehen muss. Diese Meinung ist nichts als eine freche Übergriffigkeit gegen die Entscheidung eines anderen Menschen, in dessen Haut man nicht steckt. Das Leben aus freien Stücken beenden zu können ist vermutlich die einzige Freiheit, die man tatsächlich hat. Und das gilt es zu respektieren.
Ich würde an Deiner Stelle mit ihr "mitschwingen", wenn es denn Liebe ist, die Du empfindest. Liebe, im eigentlichen Sinn, bedeutet alles, schließt alles in sich. Sie bedeutet nicht, sich einen anderen Menschen anzueignen, ihn in seine Vorstellungswelt zu zwingen, sich seinem Ego dienlich zu machen, sondern sie bedeutet, ihn in seiner ganzen Freiheit zu lieben. Und genau das ist das, was Du machen kannst, wenn es Dir wirklich ernst ist mit Deiner Liebe. Halte Deine Arme offen, aber zwinge sie nicht in Deine Arme.
Was man noch, stimmt die Gesprächsbasis und ist man nicht zu sehr von seinem Ego eingenommen, machen kann, ist vielleicht, in sanften Gesprächen dahinterzukommen, weshalb es Deiner Freundin so schwer ist zu leben. Bisweilen verbirgt sich dahinter nur eine Zwanghaftigkeit, die einem Wesen es erschwert oder verunmöglicht, seinem Daseinssinn gerecht zu werden (hat sie vielleicht irgendeine Außergewöhnlichkeit in sich, die keinen Platz findet im Gewöhnlichen). Dazu wird es allerdings einer großen Sensibilität, ja Sensitivität Deinerseits bedürfen. Etwas, das auch nur die Liebe kann.
Was Du nicht hast und Dir auch nicht anmaßen solltest, das ist irgendeine Macht über Deine Freundin. Begegne ihr, wenn Du ihr noch einmal begegnest, mit der Zartheit eines ruhigen, stillen Gewässers. Besseres kannst Du ihr nicht tun, ohne Deine Grenzen zu überschreiten.
Und, wenn Du die Möglichkeit dazu hast, denke vielleicht auch mal über die Grenzen dieses Daseins hinaus. Vielleicht verstehst Du dann eher, weshalb Eingriffe Deinerseits, welche immer es sein mögen, vollkommen unangebracht und übergriffig wären (abgesehen davon, dass sie auch nicht den Nutzen bringen würden, den man sich davon erwartet).
Wenn es nicht die Liebe ist, die akzeptiert, was immer es ist, die in Liebe hinnimmt und noch umarmt, wenn nichts mehr umarmt - was wäre es dann?