Isie
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Zitat von ktxhbye:
...Ich musste gestern seit Langem wieder an unser Abschlussgespräch denken und an all die Dinge, die er als Grund für die Trennung nannte, unter anderem, dass er viel für mich getan hat und von mir nicht viel zurück kam. Durch das zu viele Nachdenken, wog ich jede Kleinigkeit ab, die er für mich in der Beziehung getan hatte bis sich ein bisschen was aufsummierte. Da waren Dinge dabei, wie das mit dem Bettaufbau, Hilfe beim Umzug, Abholen von der Weihnachtsfeier dieses Jahr - eigentlich Dinge, die in einer Beziehung normal sind und die ich auch machen würde und auch getan habe, ohne sie auf einem Silbertablett zu servieren. Dann überkam mich der Gedanke, dass er vielleicht recht hatte und ich das vielleicht für zu selbstverständlich ansah. Natürlich habe ich mich für all das immer bedankt, sogar mehrmals und immer wieder betont, wie froh ich für seine Hilfe war aber wahrscheinlich hat es ihm nicht gereicht. Deshalb hatte ich das komische Gefühl, mich in einem Brief entschuldigen und erklären zu müssen. Zum Glück lässt sich der klare Verstand da doch manchmal blicken. Dieser Brief hätte eh nichts an der Tatsache geändert, dass es vorbei ist.
Mit meinem Selbstwert habe ich wohl schon seit der Kindheit zu kämpfen, durch die Trennung wurde mir klar, wie klein es eigentlich ist. Wäre ich mir selbst mehr wert, dann hätte ich mich schon längst aus dieser toxischen On-Off-Beziehung gelöst, mir zu Liebe und würde diesem Menschen nicht so schnell das verzeihen, was er mir angetan hat. Ich bin auf der Suche danach, wie ich es lerne, mir selbst mehr wert zu sein und weiß gar nicht wo ich anfangen soll und das mit 30!Auch ich wünsche uns allen mehr Selbstliebe!
Bei uns war das bei der Trennung ähnlich. Ich bekam mein Fehlverhalten haarklein vorgekaut und wo ich mich hätte viel besser verhalten können und einbringen können. Faszinierend im Nachhinein wie detailliert die kleinsten Situationen zerpflückt wurden.
man muss sich irgendwann im klaren sein, dass diese Worte vom Gegenüber seine Schwäche darstellen, seine Schatten und sein kaputtes Ich. Wenn wir uns dessen klar sind können wir uns besser auf unser wirkliches Ich konzentrieren.
Klingt vielleicht jetzt komisch - aber diese Vorwürfe und bösen Worte in unsere Richtung, die sagen ja nicht wirklich die Wahrheit! Sondern es war in diesem Zusammenspiel eine merkwürdige Kombination aus "er braucht das", diesen Dank, diese Anerkennung von uns, kann das aber gar nicht in der Form von Liebe zurück geben, wie wir uns das eigentlich im inneren wünschen. Na ja.
Ich habe jedenfalls keinen Drang mehr mich dafür zu entschuldigen, dass ich z.B. den Flur nicht mitgestrichen habe... es war eine Beziehung. Ein geben und nehmen - und ich habe genau so meinen Teil dazu beigetragen und einiges investiert. Und ich glaube jede einzelne von euch (oder auch jeder einzelne) hat ebenso viel investiert! Auf allen Ebenen.
Lieben Gruß in die Runde.


Die wollen halt wissen, wie verfügbar man noch ist. Ist denen nicht mal unbedingt bewusst.