@Sonnenblume24
Ganz lieben Dank für dein Lob. Freue mich sehr, dass dir meine Texte gefallen
Getrennt sind wir seit 19.09.2017. Sie war direkt - wie ich auch - danach wieder bei 'ner Dating-App. Ich habe mich nach einem Monat wieder abgemeldet, weil ich gemerkt hab, dass ich längst nicht soweit bin, wieder zu daten. Musste eins auch mit dieser Begründung einen Tag vorher absagen.
Zwei Monate nach der Trennung hatte sie offiziell bei FB gepostet, dass sie wieder in einer Beziehung ist. War übrigens damals bei mir, als ich mit ihr zusammen kam, dieselbe Zeitspanne zu ihrem damaligen Ex. Habe ihr alles Gute mit ihm gewünscht (ich muss dazu sagen, wir sind im Guten auseinander). Mehr wollte ich nicht.
Hatte kein Bedürfnis zu stalken, weil ich wusste, wie weh mir das tun würde. Bald hatte ich FB, WA, Insta und ihre Nummer gelöscht. Hat echt 'ne Menge gebracht.
Ich habe mich viel belesen im Internet und in Büchern, wie man mit der Situation umgeht. Auch das Forum hier hat mir sehr geholfen, neue Sichtweisen anzuwenden. Ich habe den ganzen Schmerz bewusst auf mich wirken lassen, und dabei kam es mir vor, als würde ich eine kleine "Erleuchtung" haben (übertrieben gesagt).
Ich habe gesehen, was alles in meinem Leben falsch gelaufen ist, welche Anteile ich an der Trennung hatte, was dazu geführt hat, dass ich unzufrieden mit mir selbst war und das auf die Beziehung übertragen habe, was mich negativ beeinflusst hat- Tausend Dinge sind mir bewusst geworden. Das Leben bestraft nicht, es fordert heraus.
Ich habe mich nur kurz im Leid gesuhlt und dann einfach begonnen, meinen Allerwertesten hochzuheben und gegen die Unzufriedenheit anzukämpfen. Ich habe Entscheidungen getroffen und diese umgesetzt.
Ich war zum Beispiel seit 1,5 Jahren unzufrieden mit meinem Job. Unterfordert und finanziell blieb am Monatsende nichts übrig. Ich hab mich damit abgefunden. Bis ich vor kurzem einfach das Gespräch mit meinem Chef gesucht hab.
Hab Projekte übernommen und Gehaltswünsche offen geäußert. Und zack, schon waren die ersten Probleme gelöst. So möchte ich in Zukunft leben: Wenn mich etwas an mir stört: weg damit! Alles, was mich ich besser und zufriedener macht: her damit!
Wichtig ist, sich selbst und zu kennen und tief in sich reinzuhören, denke ich. Was sind meine Bedürfnisse? Was sagt mir mein Bauchgefühl? Was tut mir gut? Was nicht? Stück für Stück raus aus der Komfortzone, Neues wagen und Altes wiederentdecken.
Ich habe mir verziehen für den größten Fehler in meinem Leben, der zur Trennung geführt hat, und habe diesem Fehler gleichzeitig sehr gedankt, dass er mich von den schlechten Teilen meines alten Ichs befreit hat.
Ohne den wäre ich nicht auf den Weg eingebogen, an dessen Anfang ich jetzt stehe. Und oft denke ich, dass meine Mutter, die oben auf den Wolken sitzt, mich auf diesem Weg an die Hand nimmt. Auf dieses Gefühl vertraue ich sehr.