Guten Morgen,
Ihr Lieben, ihr habt echt das Talent einen wieder aufzubauen

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@ BMP
Ja, meine Partnerin unterstützt mich ohne Ende. Diese Art Umgang kannte ich bisher nicht. Ihre Reaktionen auf meine Gemütszustände waren am Anfang für mich ziemlich irritierend. Auf der einen Seite war es aus meiner Sicht so richtig, weil ich selbst es genauso machen würde. Kannte es aber nicht, dass eine andere Person mir gegenüber das gleiche Verhalten zeigt. Mittlerweile fühlt es sich gut an diese Sicherheit zu haben. Aber es war eben neu für mich, das es andere Menschen gibt, die dieses Verhalten nicht nur predigen, sondern auch leben.
Sie merkt mittlerweile auch, das sich mein Ex nicht konform zu seinen Aussagen verhält. Aber sie kann sich in manche meiner Gedanken und Gefühle nicht ganz so hineinversetzen, da sie sowas selbst nie erlebt hat. Ist jetzt nicht abwertend gemeint. Ich hätte es ohne meine eigene Erfahrung wohl auch nicht gekonnt. Aber sie fragt nach und ich versuche ihr das zu beschreiben. Ihr habt hier ähnliches erlebt und es tut gut hier mitzulesen und sich auszutauschen.
Wochenende ist wieder Papa-WE und diesmal holt nicht Papa Sohnemann ab, sondern seine aktuelle Partnerin. Ich kenne sie bisher nicht. Ich bin gespannt. Ich hoffe, ich schaffe es ruhig zu bleiben. Immerhin hat der Kurze keine Probleme damit. Das beruhigt schonmal.
Fehlertoleranz sich selbst gegenüber zu zeigen, wurde mir nicht beigebracht. Das muss ich jetzt selbst tun. Das war eben meine Erziehung. Meine Erziehung bestand darin bloß nicht aufzufallen und immer schön gesellschaftsfähig zu sein und bloß nicht negativ auffallen. Am besten gar nicht auffallen. Da war ich eher eine kleine graue Maus. Das hat sich in der Pupertät geändert. Da war ich dann ziemlich aufbrausend und es gab viel Streit und Stress mit meiner Mutter. Ich merke auch heute noch, dass sie mit vielen Dingen, wie ich sie mache nicht einverstanden ist. Aber das ist mir mittlerweile recht egal. Aber ich erzähle ihr auch nicht mehr so viel. Kommt eh nur Kritik. Da hängt bei mir ganz viel mit zusammen. Diese Ängste meiner Mutter, dass aus ihrer Familie jemand negativ auffällt oder nicht ins Bild passt. Das hat wohl auch was mit ihrer Kindheit zu tun. Es hängt halt alles irgendwie zusammen. Und ich versuche es zu verstehen und aufzuarbeiten. Für mich ist das irgendwie wichtig es zu verstehen und die Zusammenhänge zu erkennen. Es fällt mir persönlich dann leichter davon wegzukommen und meine aus der Kindheit stammenden Überzeugungen über Bord zu werfen und neu zu definieren. Das ist wohl noch ein Haufen Arbeit bis das so in meinem Verhalten als normal bezeichnet werden kann, dass ich es nicht mehr als anstrengend empfinde.
Das Fehler normal sind habe ich schon kapiert. Und es kommt eben drauf an, die Fehler, wenn es denn negative Auswirkungen hat und jemand Schaden zugefügt wurde, wieder auszubügeln. Aber das ist noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen. Ich muss da noch sehr auf mich aufpassen und mir meiner Gedankengänge und der kindlichen Konditionierung bewusst sein um entsprechend reagieren zu können. Das geht noch recht langsam, vom Erkennen bis zum Verstehen und dann entsprechend Handeln. Hauptsache erkannt und nun braucht es Zeit und Geduld. Und da sind wir bei einer meiner Schwächen, möglichwerweise meine größte Schwäche - fehlende Geduld

. Das ist wohl meine Lebensaufgabe. Und wenn ich mein Kind sehe, dann merke ich das auch immer wieder.
Ist schon komisch. Mein Sohn zeigt mir auf seine Weise meine Schwächen. Aber das muss man erstmal so erkennen und dann verstehen. Das sein Verhalten auch viel mit meinem Verhalten zu tun hat. Aber da es schon besser geworden ist, hat sich bei mir wohl schon was getan. Auch wenn ich das eher an dem Verhalten meines Sohnes erkenne als an mir selbst.
@Phoenix
Deine Art öffnet einem die Augen, auch wenn es manchmal im ersten Moment hart ist. Aber ich bin mittlerweile kein Mensch mehr, der sich deswegen in sein Schneckenhaus zurück zieht und beleidigt ist. Ich sehe es als Chance meine verinnerlichten Sichtweisen und Meinungen, Konditionierungen zu erkennen und auf meinem Weg ein Stück weiter zu kommen. Von daher, danke für deine Aufrichtigkeit.
LG Janni